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Motorsport-Gene in der Serie: die Straßenvariante des Golf GTI TCR1
© Volkswagen Motorsport | Zoom

FIA WTCR: Schwierige Aufgabe für Volkswagen Fahrer auf dem Slovakiaring

(Speed-Magazin.de) Für Volkswagen Motorsport und das Team Sébastien Loeb Racing steht vom 10. bis 12. Mai der dritte Lauf des WTCR – FIA Tourenwagen-Weltcup auf dem Programm. Nach dem Aufwärtstrend beim vergangenen Rennwochenende in Ungarn sind die Erwartungen für das kommende Rennwochenende auf dem Slovakiaring (SK) nur verhalten optimistisch: Der 5,922 Kilometer lange Kurs in der Nähe von Bratislava war bislang ein schwieriges Pflaster für die Volkwagen Piloten.

„Das Rennwochenende in Ungarn war für uns ein Schritt in die richtige Richtung, aber wir können nicht erwarten, das in der Slowakei nahtlos fortsetzen zu können“, sagt Volkswagen Motorsport-Direktor Sven Smeets. „Auf dem Slovakiaring kann der Golf GTI TCR seine Stärken nicht voll ausspielen. Unserem Auto kommen eher enge, kompakte Kurse entgegen. Da die Wettbewerbsdichte in der WTCR im Vergleich zum vergangenen Jahr noch einmal enorm gestiegen ist, wird das Wochenende kein Zuckerschlecken. Aber wir geben uns natürlich nicht geschlagen und werden alles tun, um den Golf GTI TCR nach vorne zu bringen.“

Vom Layout her stellt der Slovakiaring, der rund 40 Kilometer von der slowakischen Hauptstadt entfernt liegt, für die Volkswagen Fahrer Mehdi Bennani (MA), Rob Huff (GB), Johan Kristoffersson (S) und Benjamin Leuchter (D) eine große Herausforderung dar. Die Strecke weist einige schnelle und kurvige Passagen auf, dazu einen eher langsamen Teil im Infield. Auf den langen Geraden bieten sich gute Möglichkeiten zum Überholen aus dem Windschatten.

In den vier Volkswagen Golf GTI TCR wird ab dem Rennen in der Slowakei wieder das Standard-Steuergerät des Volkswagen Konzerns eingesetzt. Bislang waren ausschließlich die vier Volkswagen mit einem neuen, ab 2020 für alle WTCR-Teams vorgeschriebenen Motor-Steuergerät gefahren – allerdings hatte sich nach den ersten beiden Rennwochenenden herausgestellt, dass noch zusätzliche Entwicklungsarbeit notwendig ist. Aufgrund des Steuergerät-Wechsels behält der Golf sein Kompensationsgewicht von 60 kg und kommt gemäß der Einstufung („Balance of Performance“) auf ein Gewicht von 1.295 kg.

Auf der Rennstrecke erprobt: der straßenzugelassene Golf GTI TCR

Bei den Testfahrten in der Vorbereitung zur Saison 2019 wurde neben der Rennversion auch die neue Straßenvariante des Golf GTI TCR auf Herz und Nieren getestet. Die Speerspitze der aktuellen GTI Baureihe ist nicht nur im Motorsport zu Hause, sondern auch auf der Straße. „Die Straßenvariante des Golf GTI TCR wirkt neben der deutlich breiteren Rennversion etwas zurückhaltender, aber das Auto hat es in sich und bietet jede Menge Fahrspaß“, sagt Benjamin Leuchter. Und der Volkswagen Fahrer muss es wissen: Die Rennversion steuert er in der WTCR und in der VLN Langstreckenmeisterschaft, das straßenzugelassene Serienmodell fährt er privat.

In der Tat sieht die Rennversion noch kraftvoller aus, wenn die beiden Fahrzeuge Seite an Seite stehen. 20 Zentimeter breiter als die Serienvariante ist der Golf GTI TCR für die Rennstrecke und liegt dabei auch deutlich tiefer auf der Straße. Der Motorsport steckt bei der Straßenversion aber nicht nur unter der Haube: Aerodynamik-Elemente, wie der Frontsplitter sowie der Heckdiffusor und der Dachkantenspoiler, bringen laut Leuchter neben einer besseren Optik auch eindeutige Performance-Vorteile.

Die Parallelen bei beiden Varianten sind vielfältig: Rund 60 Prozent der Bauteile sind identisch – von einfachen Komponenten wie der Motorhaube, den Türen oder den Scheinwerfern bis hin zum Doppelkupplungsgetriebe und dem Zwei-Liter-Turbomotor. Bei der Motorleistung liegen die beiden Versionen etwas auseinander: Das Aggregat bei der Rennvariante wartet mit 250 kW (340 PS) auf, die straßenzugelassene Serienversion leistet ebenfalls stattliche 213 kW (290 PS). Technisch sind die Motoren nahezu identisch – eben seriennaher Motorsport.

Während der Rennbolide mit Überrollkäfig und sehr spartanischem Innenraum konsequent den Rennwagen gibt, punktet die Straßenversion im Interieur mit elegant-sportlichem Design. „Der serienmäßige Golf GTI TCR ist sicher keine bis ins letzte Detail kompromisslose Auslegung, hat aber die Gene seines Bruders aus dem Motorsport und bietet gleichzeitig mit mehr Komfort und sportlichen Designelementen ein komplettes Paket“, sagt Leuchter.

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