Heftiger Regen ist zu Beginn dieser Woche über Sardinien gezogen
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WRC Sardinien-Rally Italien 2012: Besonders knifflige Reifenwahl

(Speed Magazin) Die Reifenstrategie könnte beim vorletzten Lauf zur diesjährigen Rallye-Weltmeisterschaft eine noch grössere Bedeutung erlangen: Heftiger Regen ist zu Beginn dieser Woche über Sardinien gezogen, die zumeist sandigen Wertungsprüfungen warten nun mit sehr wechselhaften Bedingungen auf.

Wasser marsch: Kurioser Weise hat es in dieser Saison bislang bei jedem einzelnen Rallye-WM-Lauf geregnet. Auf Sardinien könnte diese Serie reissen, denn einige – aber bei weitem nicht alle – Wetterprognosen gehen von einem komplett trockenen Wochenende aus. Dennoch steht den Teams und Fahrern in puncto Reifenwahl wieder eine schwierige Veranstaltung bevor: Die heftigen Unwetter, die am Sonntag und Montag Teile des italienischen Hauptlandes unter Wasser gesetzt haben, wirkten sich auch für die Mittelmeerinsel mit starken Regenfällen aus.

Jedem Prioritäts-Fahrer stehen bei dieser Schotter-Rallye genau 35 Michelin Latitude Cross in der härteren H1-Mischung sowie

Die Reifenstrategie könnte eine noch grössere Bedeutung erlangen
Die Reifenstrategie könnte eine noch grössere Bedeutung erlangen
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zehn Pneus des weicheren Typs S1 zur Verfügung, die sich besonders für regennasse oder feuchte Verhältnisse eignen. Nach der Streckenbesichtigung, die die Ingenieure von Michelin am Mittwoch abgeschlossen haben, deutet sich an: Speziell für die beiden Wertungsprüfungen (WP) , die am Donnerstag auf dem Programm stehen, und die freitägliche Morgenschleife mit ihren drei WP könnte der Griff ins Reifenregal extrem schwierige Entscheidungen verlangen.

„Trotz der warmen Temperaturen – die Quecksilbersäule kletterte am Mittwoch auf bis zu 24 Grad Celsius – und dem kräftigen Wind werden die Pisten nach den starken Niederschlägen nicht mehr komplett austrocknen“, so das Fazit der Spezialisten von Michelin. „Hinzu kommt, dass die letzte Prüfung am Freitagmorgen, die WP 5, die Reifen sehr hart rannimmt. Möglicherweise sehen wir Teilnehmer, die den Service-Park in Olbia auf vier der weicheren Latitude Cross S1 verlassen, zur Sicherheit aber zwei der härteren H1-Mischung im Kofferraum mitführen.“

Soviel steht auf jeden Fall fest: Alle Teilnehmer werden sich speziell zu Beginn dieses WM-Laufs gut überlegen, ob – und wenn ja: wann – sie ihre zehn S1-Pneus einsetzen. Denn ausgeschlossen ist es nicht, dass gegen Ende der Woche der Regen zurückkehrt …“

Neben der intelligenten Wahl der Reifen kann auch die individuelle Startposition – die für die erste Etappe im Qualifying entschieden wird – eine entscheidende Rolle spielen.

Michelin / J.M