Rallye d’Italia ist die zweitkürzeste Veranstaltung der gesamten Saison
© Michelin | Zoom

WRC Rallye-WM Italien 2012: Vier actionreiche Tage auf Sardinien

(Speed Magazin) Die diesjährige Rallye d’Italia ist mit insgesamt 306,04 WP-Kilometern nach Finnland (303 Kilometer) die zweitkürzeste Veranstaltung der gesamten Saison. Für die Teams sollte der WM-Lauf auf Sardinien eigentlich relativ „entspannend“ sein, denn es stehen lediglich 16 Wertungsprüfungen (WP) auf dem Programm, die sich über einen Zeitraum von vier Tagen verteilen.

Die Weltmeistertitel für Sébastien Loeb, Daniel Elena, Citroën und Michelin sind seit der Rallye Frankreich in trockenen Tüchern. Anders als bei einigen Rallyes in jüngster Vergangenheit sind beim vorletzten Saisonlauf am kommenden Wochenende keinerlei taktische Spielchen zu erwarten.

Doch der Rallye Italien kommt nach dem plötzlichen WM-Ausstieg von Ford zum Ende dieser Saison eine ganz besondere Bedeutung zu. Denn es ist einer von nur noch zwei verbleibenden Events, bei denen der Hersteller mit der langjährigsten WM-Erfahrung und Citroën noch einmal direkt gegeneinander antreten.

In ihren Michelin bereiften Fiesta RS WRC wollen die beiden Ford-Werkspiloten Jari-Matti Latvala und Petter Solberg daher ihre Chance nutzen, um Sébastien Loeb bei der letzten Schotter-Rallye der Saison noch einmal zu schlagen, bevor auch der Rekord-Weltmeister 2013 seinen Teil-Rückzug aus der Topliga des Rallye-Sports antreten wird.

Die Weltmeistertitel für Loeb und  Elena sind in trockenen Tüchern
Die Weltmeistertitel für Loeb und Elena sind in trockenen Tüchern
© Citroen
Die Rallye Sardinien ist zugleich der vorletzte Saisonlauf zur Produktionswagen-WM (P-WRC). Die beiden Mitsubishi-Fahrer Michal Kosciuszko und Benito Guierra kämpfen mit ihren Michelin bereiften Lancer in dieser Kategorie um den Titel und wollen sich vor dem grossen Finale, dem WM-Lauf in Spanien, jeweils möglichst die volle Punktzahl sichern.

Erstmals haben die Organisatoren die Veranstaltung von Mai auf Oktober verlegt. Einer der Gründe: Auf der Mittelmeerinsel ist die Chance auf gutes Wetter im „goldenen Oktober“ grösser als im Frühling. Glücklicherweise blieb der Rallye-Tross von den sintflutartigen Regenfällen verschont, die noch am Sonntag und Montag über dem Eiland niedergingen. Seither sorgen kräftige Winde und Sonnenschein dafür, dass die sandigen Prüfungen pünktlich zum Start der Rallye abgetrocknet sein dürften. Alles in allem sollen die Wetterbedingungen wohl angenehmer sein als zunächst erwartet.

Gemäss Reglement verfügen die Priorität-1- und -2-Fahrer auf Sardinien über ein Kontingent von 45 Reifen. Dabei dürfen sie aus 35 Michelin Latitude Cross H1 mit der härteren Laufflächenmischung und zehn weicheren Pneus der S1-Spezifikation wählen.

Neben der Verlegung von Mai auf Oktober erwartet die Piloten bei der Rallye Italien eine weitere Neuerung im Vergleich zum Vorjahr: Bei der diesjährigen Ausgabe werden die Prüfungen im Westen der Insel nicht mehr gefahren. Stattdessen stehen am Freitag einige neue WP rund um die Stadt Sassari an der Nordküste auf dem Programm. Der Anteil dieser neuen Prüfungen an der gesamten WP-Distanz beträgt rund 30 Prozent. Die beiden WP am Donnerstag finden hingegen ebenso im direkten Umfeld der Küstenstadt Olbia statt wie die Tests am Samstag und das kurze Finale am Sonntag.

Am Sonntag sind übrigens nur zwei Durchfahrten über die lediglich 8,24 Kilometer lange „Gallura“-Prüfung geplant. Damit wird der letzte Tag der Rallye Italien einer der kürzesten in der Geschichte der Rallye-Weltmeisterschaft.

Michelin / J.M