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Alles startklar für die ADAC Rallye Deutschland
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WRC Rallye Deutschland Zeitplan 2015: Asphalt-Spezial - Inwieweit unterscheidet sich die Schotter- von der Asphaltabstimmung?

(Speed-Magazin.de / Rallye Deutschland Zeitplan) Der Staub hat sich gelegt. Nach sechs Schotter-Rallyes stellt sich die WRC-Elite nun schmalen Asphalt-Pisten. Und das bei der Rallye Deutschland, dem Biest, das Dramen auf der mit Hinkelsteinen gepflasterten Panzerplatte und den kurvenreichen Weinbergen geradezu provoziert. Das Volkswagen Team hat mit seiner Heimrallye ohnehin noch eine Rechnung offen. Bisher waren sie seit dem Einstieg in die Rallye-WM im Jahr 2013 überall siegreich, eben nur nicht in Deutschland. Das soll sich ändern.

Worauf kommt es in Trier und Umgebung besonders an? Inwieweit unterscheidet sich die Asphalt- von der Schotter-Abstimmung für den Polo R WRC? All das erklärt jemand, der Asphalt-Pisten seit jeher lebt und jahrelang in der Formel 1 Fahrzeuge auf Grand-Prix-Kurse vorbereitet hat. Willy Rampf, Technischer Direktor von Volkswagen Motorsport, steht Rede und Antwort im „Asphalt-Spezial“.

Mit der Rallye Deutschland steht die erste reine Asphalt-Rallye in dieser Saison bevor. Inwieweit unterscheidet sich die Schotter- von der Asphaltabstimmung?
Willy Rampf: „Der größte Unterschied liegt natürlich im Fahrwerk. Auf Schotter haben wir deutlich mehr Federweg als auf Asphalt. Außerdem ist das Fahrzeug auf Schotter deutlich höher eingestellt, auf Asphalt dementsprechend zwischen 50 und 70 Millimeter tiefer. Einfach um den Schwerpunkt abzusenken. Die Feder-Dämpfer-Abstimmung ist auf Asphalt deutlich straffer eingestellt. Außerdem fahren wir bei der Rallye Deutschland größere Räder. Somit ist auch die Bremsanlage größer im Vergleich zu Schotter-Rallyes.“

ADAC Rallye Deutschland bietet höchste Sicherheitsstandards
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  Worauf kommt es – vom technischen Aspekt betrachtet – bei Asphalt-Rallyes besonders an?
Willy Rampf: „Die Fahrer wollen prinzipiell ein sehr präzises Fahrzeug, weil sie das Auto sehr genau positionieren müssen. Vor allem bei der Rallye Deutschland, weil die Teer-Fahrbahn relativ schmal ist. Es gibt nur wenige Ausweichmöglichkeiten: Auf der einen Seite ist eine Mauer, auf der anderen in der Regel eine Leitplanke. Daher brauchen wir ein sehr präzises Fahrzeug. Darauf wird bei der mechanischen Abstimmung wert gelegt, sodass die Fahrer ein Auto zur Verfügung haben, das ihren Wünschen entspricht – was die Fahrwerks- und die Differentialabstimmung betrifft.“

An welchen Stellschrauben könnt ihr drehen, um den Polo optimal auf den Asphalt anzupassen?
Willy Rampf: „Wir können die gesamte Dämpf- und Federabstimmung beeinflussen, nämlich welche Federn und welche Stabilisatoren wir benutzen. Damit bestimmen wir in einem großen Bereich auch das Unter- und Übersteuern. Dann können wir natürlich die Differentialabstimmung – vorn und hinten – beeinflussen. Wir können Differentiale vorspannen, außerdem geht es um Grundsperrmomente beim Beschleunigen und Bremsen. Beispiel: Wenn ein Rad in der Luft ist, wird das andere trotzdem angetrieben. Bei einem hohen Sperrmoment würde das Fahrzeug nicht mehr geradeaus schieben, weil beide Räder gleiche Drehzahl haben – und damit hätten wir Untersteuern. Wir müssen also einen Mittelweg finden.“

Welchen Einfluss hat der Reifendruck?
Willy Rampf: „Wir versuchen natürlich mit niedrigem Luftdruck zu fahren aufgrund der besseren Traktion. Das ist aber eine Sache, die der Fahrer mit den Ingenieuren vor Ort einstellt. Da haben die Fahrer sehr viel Erfahrung und wissen genau, was sie brauchen.“

Inwieweit könnt ihr auf Erfahrungswerte von der Rally Deutschland 2014 und von der diesjährigen „Monte“ zurückgreifen?
Willy Rampf: „Die Rallye Monte Carlo ist aufgrund der ganzen Gegebenheiten speziell, weil wir mit Eis, Schnee, Nässe und trockener Fahrbahn zu kämpfen haben. Die Rallye Deutschland ist eine reine Asphalt-Rallye, die von der Abstimmung her ein bisschen einfacher ist als die ‚Monte‘. Wir können schon auf Erfahrungswerte aus dem vergangenen Jahr zurückgreifen. Die Wertungsprüfungen sind grundsätzlich nicht anders als 2014. Von daher wissen die Fahrer und natürlich auch die Ingenieure ganz genau, was sie dort erwartet.“

Zeitplan

 

Hinweis: Angaben im Zeitplan entsprechen der MESZ (Stand: 07.08.2015).

 

Donnerstag, 20.08.2015

20:30   Zeremonieller Start – Porta Nigra – Trier  

Freitag, 21.08.2015

08:30 WP 1 Sauertal 1 14,84 km
09:43 WP 2 Waxweiler 1 16,40 km
11:05 WP 3 Moselland 1 23,24 km
11:50 WP 4 Mittelmosel 1 13,67 km
14:40 WP 5 Sauertal 2 14,84 km
15:53 WP 6 Waxweiler 2 16,40 km
17:15 WP 7 Moselland 2 23,24 km
18:00 WP 8 Mittelmosel 2 13,67 km

Samstag, 22.08.2015

07:34 WP 9 Grafschaft 1 18,35 km
09:02 WP 10 Bosenberg 1 17,13 km
10:32 WP 11 Arena Panzerplatte 1 2,87 km
10:45 WP 12 Arena Panzerplatte 2 2,87 km
11:05 WP 13 Panzerplatte Lang 1 45,61 km
15:31 WP 14 Grafschaft 2 18,35 km
17:06 WP 15 Arena Panzerplatte 3 2,87 km
17:26 WP 16 Panzerplatte Lang 2 45,61 km
18:47 WP 17 Bosenberg 2 17,13 km

Sonntag, 23.08.2015

07:07 WP 18 Stein & Wein 1 19,59 km
08:11 WP 19 Dhrontal 1 14,08 km
10:31 WP 20 Stein & Wein 2 19,59 km
12:08 WP 21 Dhrontal 2 (Power Stage) 14,08 km

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