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Jari-Matti Latvala und CoPilot Miikka Anttila
© Ford | Zoom

WRC Rallye Deutschland: Ford Pilot Latvala holt Platz 2 im harten Wettbewerb der WRC Rallye

(Speed-Magazin / WRC) Ford World Rally Team Fahrer Jari-Matti Latvala und Miikka Anttila beendeten die zweite Etappe der Rallye Deutschland am zweiten Platz, nach einem aufreibenden Tag voller Dramatik. Die Finnen hatten zwar mit ihren eigenen Schwierigkeiten in ihrem Ford Fiesta RS World Rally Car zu kämpfen, aber sie konnten glücklicherweise die ernsthafteren Probleme der ins Abseits gedrängten anderen Spitzenreiter vermeiden. Am Ende des vorletzten Tages der WRC Rallye Deutschland 2012 blieben sie jedenfalls fast 30 Sekunden vor ihrem nächsten Rivalen.

Teamkollegen Petter Solberg und Chris Patterson waren eine der fünf Mannschaften aus der Top 10 Rangliste, die der anspruchsvollen Panzerplatte zum Opfer gefallen sind, östlich der Rallye Basis in Trier. Der Zweitplatzierte Solberg traf einen Felsen und die Hinterradaufhängung nahm solchen Schaden an seinem Fiesta RS WRC, dass er nicht mehr weiterfahren konnte.

Petter Solberg und Chris Patterson
Petter Solberg und Chris Patterson
© Ford
Die heutige Etappe des neunten Laufs der FIA World Rally Championship sollte die härteste der dreitägigen Rallye sein - und so war es auch. Die Piloten mussten zwei identische Schleifen mit drei unterschiedlichen Asphaltbelägen und entsprechenden Speeds über eine Strecke von 164.90km fahren. Die Landschaft erstreckte sich über malerische Weinberge am Ufer der Mosel, engen Gassen im Saarland und erschreckend schmalen Bordstein-gesäumten Strassen am Militär-Übungsgelände. Bei trockenem Wetter heute Morgen entschieden sich Latvala, Solberg und alle ihre Rivalen für die harte Reifenmischung der Michelins. Allerdings fiel dann ganz unerwartet in der Eöffnungsphase auf den 26.54km Regen im Gebiet der Mosel-Trauben. Prompt wurde der Hartgummi auf dem kalten und nassen Asphalt ungeeignet und das Ford-Duo verlor mehr als 20 Sekunden zum Führenden Sébastien Loeb, der früher begonnen hatte und dadurch noch die trockeneren Bedingungen vorfand. Beide zogen das Reserverad mit der weichen Mischung auf die rechte Rückseite hres Fiesta RS WRC für die folgende Etappe. Mit verbessertem Grip behielt Solberg seinen zweiten Platz, aber Latvala rutschte regelrecht auf den fünften Platz ab, nachdem er von den nassen Strassenverhältnissen eingefangen wurde und 30 Sekunden verlor.

"Mein Setup war für trockene Bedingungen, aber es war dann doch zu hart, so dass wir die Einstellungen vor dem Start nochmal veränderten", erklärte 27jährige Latvala. "Allerdings hatte ich das Pech, dass vor einer Kurve etwas Wasser über die Strasse floss und die Bremsen blockierten. Mein Auto fuhr geradewegs in ein Feld und blieb im nassen Gras stecken. Ich hatte ganz schön zu manövrieren - mehrere Male vorwärts und rückwärts - bevor ich weiterfahren konnte. "

Beide Ford Piloten wechselten dann auf die Michelin-Reifen mit weicher Mischung für die Monsteretappe der 46.54km Panzerplatte in Baumholder. Latvala war mit nur Bruchteilen von Sekunden zum Ersten der Zweitschnellste. Er verdrängte dabei den 37jährigen Solberg, der etwa 30km nach dem Start kaltgestellt war.

"Es war meine Schuld", gestand Solberg. "In einer langen linken Kurve begann das Heck des Autos auszubrechen und ich konnte es nicht mehr halten. Der hintere rechte Reifen traf einen Felsen, und wir wollten aber trotzdem weiterfahren. Doch der Schaden war zu ernst und als dann noch das Rad abging mussten wir ganz aufhören. Es ist natürlich enttäuschend, weil meine Geschwindigkeit gut war und ich war ausserdem wirklich das ganze Wochenende über bedacht keine Fehler zu machen. Ich werde morgen wieder starten und hoffe, dass ich in der Lage bin einige Bonuspunkte auf der abschliessenden Powerstrecke zu holen."

Ford World Rally Teamchef Malcolm Wilson
Ford World Rally Teamchef Malcolm Wilson
© Ford
Mit einem grossen Abstand zum Führenden und einem komfortablen Vorsprung vor dem Drittplatzierten Mikko Hirvonen bevorzugte Latvala die sichere Version und fuhr mit weichen Reifen die zwei wiederholten Etappen am Nachmittag, bevor es wieder aussah als ob der Regen nochmal kommt. Vor dem Wechsel auf die harten Michelin Reifen festigte er seinen zweiten Platz im zweiten Durchgang über die Panzerplatte, wo er mit knappen 0.7 Sekunden die Bestzeit verpasste.

"Ich wollte auf Nummer sicher gehen und wählte die weichen Reifen für den Fall dass es doch wieder regnet", erklärte Latvala. "Es regnete dann zwar vor der Etappe, aber die Etappe selbst war trocken. Es kostete mich ein paar Sekunden, aber nicht so viel wie die Zeit, die ich auf harten Reifen verloren hätte, wenn es geregnet hätte."

"Ich mochte beide Panzerplatten Etappen. Ich genoss den Kampf um die schnellste Zeit, aber ich bin etwas enttäuscht es nicht wenigstens in einer der Läufe geschafft zu haben. Ich verpasste die Bestzeit um nur 0.8Sek im ersten Durchgang und 0.7Sek im zweiten Durchgang nach mehr als 46km! Nachdem ich heute morgen auf den fünften Platz zurückfiel bin ich glücklich, nun Zweiter zu sein. Das Auto war schnell genug mir zu erlauben an der Front zu kämpfen, aber es fehlte manchmal an der Konstanz, "fügte er hinzu.

Ford World Rally Teamchef Malcolm Wilson war erneut von der Pace seiner Mannschaft ermutigt. "Beide Fahrer fuhren eine gute Geschwindigkeit, und diese WRC gehört zu den wettbewerbskräftigsten, die wir in Deutschland haben. Es ist für die verbleibenden Etappen sehr motivierend. Es war zwar enttäuschend Petter zu verlieren, als er in einer starken Position lag, aber ich bin zuversichtlich, dass Jari-Matti seinen Platz morgen sichern kann", sagte er.

Die letzte Strecke der WRC Deutschland am Sonntag
Der letzte Abschnitt ist kurz und scharf. Nach dem Start um 08.00 Uhr morgens werden die WRC-Fahrer zweimal über das 30.76km lange Drohntal an den Moselweinbergen fahren, bevor sie zum endgültig letzten Streckenabschnitt durch die Strassen von Trier auf 4.37km kommen. Die Siegerehrung findet um 15.45Uhr am historischen Porta Nigra Tor statt.

SvW / Ford