Das Erfolgs-Duo durfte sich bereits zum 9. Mal die WM-Krone aufsetzen
© Citroen | Zoom

WRC Rallye de France 2012: Von Ajaccio nach Strassburg

(Speed Magazin) Die beispiellose Erfolgsgeschichte von Sébastien Loeb und Daniel Elena begann 2004: In ihrem Michelin bereiften Citroën Xsara WRC sicherten sie sich auf Korsika ihren ersten Weltmeistertitel. Acht Jahr später durfte sich das Erfolgs-Duo in Strassburg bereits zum neunten Mal die WM-Krone aufsetzen – erneut in einem mit Pneus von Michelin bestückten Citroën.

2004
Bereits in seiner ersten kompletten WM-Saison überraschte Sébastien Loeb im Jahr 2003 mit dem Vize-Weltmeistertitel. Das Jahr 2004 begann für den Elsässer mit Siegen in Monte Carlo und Schweden. Dabei sorgte er beim WM-Lauf im hohen Norden für eine Besonderheit: Loeb war der erste Nicht-Skandinavier, der die schwedische Schnee-Rallye rund um Karlstad

Die Erfolgsgeschichte von Loeb und Elena begann 2004
Die Erfolgsgeschichte von Loeb und Elena begann 2004
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gewinnen konnte. Die WM-Führung gab der ehemalige Kunstturner in der Folge nicht mehr ab und krönte sich bereits zwei Rallyes vor Saisonende beim WM-Lauf auf Korsika in Ajaccio zum ersten Mal zum Champion. Unvergessen sind die Bilder von Sébastien Loeb, der seinen ersten WM-Titel mit einem Rückwärtssalto feierte.
2005
Der Citroën-Werksfahrer dominierte die Konkurrenz nach Belieben und heimste auf dem Weg zu seinem zweiten Weltmeistertitel zahlreiche Rekorde ein. Dieses Mal stand bereits nach der Rallye Japan – drei Läufe vor dem WM-Finale – fest, dass der alte auch der neue Champion sein würde. Auf dem Michelin BTO-Reifen der neusten Generation gewann der Franzose sechs Schotter-Rallyes in Folge. Doch damit nicht genug: Im Rahmen der auf Asphalt ausgetragenen Korsika-Rallye sicherte er sich alle Bestzeiten. Das war vor ihm bei einem WM-Lauf noch keinem anderen Fahrer gelungen.
2006
Seinen dritten WM-Titel in Folge feierte Sébastien Loeb am Steuer eines privat eingesetzten Citroën Xsara WRC des Kronos-Teams. Die Saison begann für das Duo Loeb/Elena jedoch nicht wie gewohnt mit einem Sieg: Beim Saisonauftakt, der Rallye Monte Carlo, verlor er aufgrund eines Unfalls viel Zeit. Dank des SupeRally-Reglements konnte der amtierende Weltmeister die Rallye jedoch fortsetzen. Seine furiose Aufholjagd wurde am Ende mit Platz zwei belohnt. Während der Saison war Leob ein Musterbeispiel für Konstanz: Bei jedem WM-Lauf kam er als Erster oder Zweiter ins Ziel. Aufgrund einer Schulterverletzung musste der Elsässer bei den vier letzten Rallyes der Saison auf einen Start verzichten. Vom heimischen Fernseher aus verfolgte Loeb, wie sein Kontrahent Marcus Grönholm beim WM-Lauf in Australien ein folgenschwerer Fehler unterlief. Das Ergebnis: Der Rekonvaleszent gewann seinen dritten Weltmeistertitel in Abwesenheit. Gerüchten zufolge schickte Loeb dem Finnen eine SMS. Der Text enthielt nur ein Wort: „Danke!“
2007
Mit dem neuen, Michelin bereiften Citroën C4 WRC feierte die Marke mit dem Doppelwinkel ihr Comeback in der Rallye-WM. Erneut lautete das spannende Duell um die Fahrerkrone Sébastien Loeb gegen Marcus Grönholm im Ford Focus RS WRC. Bei der Rallye Neuseeland trennten die beiden Konkurrenten am Ende lediglich drei Zehntelsekunden. Damit wurde die WM-Entscheidung auf die besonders anspruchsvolle Wales-Rallye Grossbritannien, dem letzten Lauf der Saison vertagt. Obwohl sich Loeb im Verlaufe der Saison drei seiner seltenen Fehler erlaubt hatte (in Norwegen, Sardinien und Japan), durfte er am Ende seinen vierten Weltmeistertitel feiern. Damit zog er mit den bisherigen Rekordhaltern Tommi Mäkinen und Juha Kankkunen gleich.
2008
Mit elf Siegen bei 15 WM-Läufen stellte Loeb einen neuen Rekord auf. Seinen fünften Titel – auch das eine neue Bestmarke – sicherte er sich trotzdem erst in Japan, beim vorletzten Saisonlauf. In Erinnerung bleibt auch der Sieg des Franzosen in Finnland, als er sich in einem epischen Duell gegen Mikko Hirvonen (Ford) durchsetzte.
2009
Jeder erwartete, dass der Rekord-Weltmeister auch die Saison 2009 locker dominieren würde. Er gewann die ersten fünf Rallyes in Folge, distanzierte den sehr konstanten Hirvonen aber nur um 20 Zähler – im damaligen Punktesystem das Äquivalent zu zwei Siegen. Dann drehte sich das Bild. In Sardinien, Griechenland und Polen blieb Loeb blass, Hirvonen zog in der Gesamtwertung vorbei. Nachdem er in Australien auch noch durch eine Zeitstrafe um den Sieg gebracht wurde, meldete sich Loeb in Spanien triumphal zurück und machte mit einem weiteren Sieg in Grossbritannien alles klar. Hirvonen büsste im Showdown entscheidend Zeit ein, als mitten auf einer Wertungsprüfung seine Motorhaube aufsprang. Am Ende gewann Sébastien Loeb den Titel mit nur einem einzigen Punkt Vorsprung.
2010
Triumphaler konnte es nicht laufen: Die sechste Weltmeisterschaft stellte Sébastien Loeb in seiner Heimatregion Elsass
Bei der Rallye Frankreich-Elsass eroberte Loeb seinen 75. Gesamtsieg
Bei der Rallye Frankreich-Elsass eroberte Loeb seinen 75. Gesamtsieg
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sicher, wo die WM erstmals gastierte. Er begann die Saison mit drei Siegen in Folge und schaffte in Neuseeland nach einem Ausrutscher noch Rang drei. Drei Asphalt-Erfolge in Bulgarien, Deutschland und Frankreich beseitigten dann alle Zweifel am Gewinn des siebten Titels in Folge.
2011
Loebs achte Krone war die erste im Citroën DS3 WRC, einem Vertreter der neuen Generation der World Rally Cars. Skurril verlief der Titel-Showdown gegen Mikko Hirvonen in Grossbritannien: Der Finne musste wegen überhitztem Motor aufgeben, nachdem er zuvor einen Baum getroffen hatte. Loeb selbst wurde auf einer Verbindungsetappe in einen Unfall verwickelt und schied ebenfalls aus. Heftige Gegenwehr erfuhr Loeb aber nicht nur von Ford, sondern auch durch seinen Teamkollegen Sébastien Ogier – beide Franzosen gewannen je fünf WM-Läufe. Nachdem Loeb im Elsass wegen eines Motorschadens punktelos blieb, führten Ogier und Hirvonen sogar gemeinsam die Gesamtwertung an. Nach einem klaren Sieg in Spanien ging Loeb mit vier Zählern Vorsprung ins britische Saisonfinale. Ausgang: siehe oben.
2012
Erneut feierte Sébastien Loeb einen Titel – aller Voraussicht nach seinen letzten – auf dem Rathausplatz seiner Heimatstadt Haguenau. Nach einem Crash in Portugal dominierte der Franzose die nächsten fünf Läufe, darunter ein erneuter Sieg in Finnland gegen die versammelte einheimische Elite. Bei der Rallye Frankreich-Elsass eroberte Loeb seinen 75. Gesamtsieg und brachte zwei Läufe vor Schluss seinen neunten WM-Titel unter Dach und Fach.

Michelin / J.M