Sebastien Loebs Ausflug nach Sardinien verlief leider nicht nach Plan
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FIA WRC Rally Italia: Falscher Aufschrieb war Schuld am Aus von Loeb auf Sardinien

(Speed Magazin / Persönlicher Bericht von Sebastien Loeb über FIA WRC Rally d'Italia 2012) Originalton Sebastien Loeb: „Wie Ihr wisst, verlief unser Ausflug nach Sardinien leider nicht nach Plan. Dass wir beim vorletzten WM-Lauf der Saison ausgeschieden sind, ist sehr schade. Denn zu diesem Zeitpunkt standen wir in keinster Weise unter Druck. Mein Beifahrer Daniel Elena und ich waren sehr relaxt und freuten uns auf einen spannenden Zweikampf mit Mikko Hirvonen. Über die Wertungsprüfung ,Monte-Lermo’ sind wir geflogen…" - lest weiter hier im speed-magazin.de was Loeb über das gescheiterte Rennen selbst sagt

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Sebastien Loeb erklärt das AUS der FIA WRC Rally d'Italia


Leicht rechts 130 in Links 130+’. Der Aufschrieb für diese Passage war identisch mit dem aus dem Vorjahr. Doch in diesem Jahr befand sich an der Innenseite der Linkskurve ein Betonpfeiler. Die ,130+’ stimmte also nicht mehr. Aber warum hatte ich den Aufschrieb nicht entsprechend angepasst? Nun, wie es der Zufall will, hatten wir uns während des Abfahrens, also beim Erstellen des Aufschriebs, ausgerechnet in der vorangegangenen Rechtskurve einen Plattfuss eingefangen. Daher fuhren wir in besagter Linkskurve sehr langsam und sahen uns bereits nach einem geeigneten Platz um, an dem wir das Rad wechseln konnten. Doch wenn du im Wettbewerbstempo über die Prüfungen fliegst, ist für Fehler eben kein Platz.

Auf dieser WP touchierte das Heck unseres Citroën DS3 WRC einige Steine am Strassenrand. Das führte dazu, dass wir von der Ideallinie abkamen und uns drehten. Wir konnten zwar zunächst weiterfahren, aber ich spürte, dass sich die Lenkung verhärtete. Aufgrund der Kollision mit dem Betonpfeiler war unser Auto beschädigt. Hinzu kam, dass der Ölbehälter für die Servolenkung ein Leck hatte. Daher mussten wir das Auto letztlich abstellen. Wir hätten zwar am nächsten Tag gemäss der
Mikko Hirvonen / Jarmo Lehtinen gewannen die Rallye Italien 2012
Mikko Hirvonen / Jarmo Lehtinen gewannen die FIA WRC Rallye Italien 2012
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Rally2-Regel wieder an den Start gehen können. Aber aufgrund der reglementbedingten 30-minütigen Zeitstrafe hätte das keinen Sinn gemacht. Wir hatten keine Chance mehr, ein gutes Resultat einzufahren und es gab auch keine neuen Teile, die wir im weiteren Verlauf der Rallye hätten testen können. Daher entschieden wir uns, am Samstag nicht mehr an den Start zu gehen.

Mit KTM Adventure Tours pflege ich enge Beziehungen



Dafür hatte ich am Samstag eine ganz andere Idee, als ich 200 Meter von unserem Hotel entfernt 18 Motorräder der ,KTM Adventure Tours’ stehen sah.

Ich pflege enge Beziehungen zu diesem Motorradhersteller. Lange Rede, kurzer Sinn: Am Ende folgte ich mit drei Kumpels der Rallye auf zwei Rädern – und Dank der Ortskenntnisse unseres ,Reiseleiters’ fuhren wir ausschliesslich auf Schotterpfaden. Es war ein fantastischer Tag. Wir schraubten uns hoch in die Berge und genossen das Spektakel, das meine Kollegen mit ihren Allradlern veranstalteten. Die Zuschauer haben uns einen tollen Empfang bereitet.

Die Testfahrten in Le Castellet mit dem McLaren MP4-12C I waren super!


Bereits kurz nach der Rückkehr aus Sardinien durfte ich in Le Castellet den McLaren MP4-12C I ausprobieren. Diesen GT-Renner werde ich beim Saisonfinale der ,FFSA GT Tour’ pilotieren. Die Testfahrten fanden in ,Le Luc’ statt. Auf dieser Rennstrecke bin ich zum letzten Mal 1996 anlässlich des Finales zur ,Rallye Jeunes‘ gefahren – jenem Nachwuchsprogramm, mit dem ich meine Rallye-Karriere begonnen habe. Damals bin ich ausgeschieden, weil ich mich gedreht hatte.

Mit dem Test des McLaren war ich recht zufrieden. Beim Rennen werde ich mir das Cockpit mit Gilles Vannelet teilen. Das Karbon-Chassis des MP4-12C I ist extrem verwindungssteif und sorgt für ein sehr direktes Fahrverhalten. Ich musste mich zuerst daran gewöhnen, denn du musst beim Einlenken sehr vorsichtig sein. Die Balance des Autos ist wirklich sehr gut. Mein Team Sébastien Loeb Racing, das wir vor einem Jahr gegründet haben, wird fünf weitere Fahrzeuge einsetzen: einen Mercedes SLS AMG in der GT-Kategorie sowie vier 911er im Porsche Cup. Während des Rennens werde ich in die Doppelrolle als fahrender Teamchef schlüpfen und zwischen Cockpit und Kommandostand hin- und herpendeln.

Nach dem Rennen mache ich mich auf den Weg zum Saisonfinale der Rallye-Weltmeisterschaft, der Rallye RACC Catalunya in Spanien. Nach dem vorzeitigen Titelgewinn lastet hier erneut keinerlei Druck auf unseren Schultern. Hoffentlich können wir dieses Mal bis ins Ziel um den Sieg fighten…“

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