Die Italiener Roberto Daprà und sein Beifahrer Luca Guglielmetti (Delta Rally Skoda Fabia RS Rally2) belegten in der WRC2 den sechsten Platz.
© Skoda Presse | Zoom

FIA WRC Rallye Kroatien: Schwierige Veranstaltung für die Skoda Crews

(Speed-Magazin.de / Skoda) Bei der ersten reinen Asphalt-Rallye der FIA Rallye-Weltmeisterschaft ließen die Wertungsprüfungen der Rallye Kroatien kaum Spielraum für Fehler. Schon der kleinste Fehltritt führte oft zu einem Reifenschaden. Da ein Radwechsel die Teilnehmer jedes Mal rund zwei Minuten kostete, wurde die Ergebnisliste immer wieder auf den Kopf gestellt. Nach mehr als 300 Wertungskilometern auf kurvigen Straßen nahe dem Mittelmeer erreichten Roberto Daprà und Beifahrer Luca Guglielmetti vom Delta Rally Team Rijeka als bestplatzierte Škoda Fabia RS Rally2-Crew: Trotz eines Reifenschadens belegten die Italiener den sechsten Platz in der WRC2.

Reifenchaos und schwierige Bedingungen prägen die Rallye Kroatien


Theoretisch bestanden die Wertungsprüfungen der Rallye Kroatien von Anfang bis Ende aus Asphalt. „Aber wir treffen auf mehr und größere Steine als bei manchen Schotter-Rallyes“, berichtete Andreas Mikkelsen nach der ersten Etappe. Der Grund: Durch übermäßiges Kurvenschneiden wurden Tonnen von Schmutz auf die Strecke geworfen. Vor allem bei den jeweiligen zweiten Durchläufen auf den Wertungsprüfungen hatten sich die Straßen so verschlechtert, dass sie einer Schotter-Rallye glichen.
 
Diese Bedingungen machten es den Fahrern extrem schwer, den Grip in den Kurven einzuschätzen. Praktisch jeder Teilnehmer hatte mit Drehern und kleinen Ausrutschern zu kämpfen. Da die Wertungsprüfungen oft von Böschungen und Felswänden gesäumt waren, kam es nicht nur in der WRC2, sondern in der gesamten Wertung immer wieder zu Reifendramen. Meistens war es unvermeidlich, die Wertungsprüfung mit einem beschädigten Reifen zu beenden oder sogar bei laufender Zeit einen Radwechsel vorzunehmen, was zu Verzögerungen von bis zu zwei Minuten führte.

Das französische Team Eric Camilli/Thibault De La Haye (Eurosol Racing Team Hungary Škoda Fabia RS Rally2) ging mit der schnellsten WRC2-Shakedown-Zeit in die Rallye, musste jedoch während der zweiten Etappe aufgeben.
© Skoda Presse
 
 
Zu den ersten Fahrern, die solche Rückschläge hinnehmen mussten, gehörten die ehemaligen WRC2-Champions Emil Lindholm und Andreas Mikkelsen, beide am Steuer eines Škoda Fabia RS Rally2 des Teams Toksport WRT, sowie Roberto Daprà, der mit einem Škoda Fabia RS Rally2 des Delta Rally Teams an den Start ging. Roberto Daprà und sein Beifahrer Luca Guglielmetti mussten am Freitagmorgen (WP3) einen Reifen wechseln. Danach schafften es die Italiener, für den Rest der Veranstaltung von Problemen verschont zu bleiben. Sie belegten schließlich den sechsten Platz in der WRC2 und erzielten damit das beste Ergebnis aller Škoda Crews. „Insgesamt haben wir ein gutes Tempo gezeigt. Ich bin sehr zufrieden und freue mich nun auf die nächste WRC2-Runde auf den Kanarischen Inseln“, kommentierte Roberto Daprà.
 
Der Finne Emil Lindholm und sein neuer brasilianischer Beifahrer Gabriel Morales hatten bereits auf der allerersten Wertungsprüfung ihren ersten Reifenschaden. Nach einem weiteren Reifenschaden (WP 9) war der siebte Platz in der WRC2-Wertung das Beste, worauf sie hoffen konnten. Andreas Mikkelsen und Beifahrer Jørn Listerud hatten noch mehr Pech. Die Norweger verloren im Laufe der drei Etappen mehr als sechs Minuten und mussten sich in der WRC2-Gesamtwertung mit dem elften Platz begnügen.

WRC2 in Kroatien: Asphaltprüfung wird zur Schotter-Schlacht

 
„Eine Rallye zum Vergessen“, lautete bereits am Samstagabend das Fazit von Eric Camilli. Zusammen mit seinem französischen Landsmann Thibault De La Haye als Beifahrer hatte er beim Shakedown mit der schnellsten WRC2-Zeit den Speed des Škoda Fabia RS Rally2 auf Asphalt unter Beweis gestellt. Einen ersten kleinen Ausritt überstanden sie mit nur einem Reifenwechsel (WP7). Ein zweiter Dreher verursachte jedoch zu viel Schaden am Heck des Fahrzeugs des Eurosol Racing Team Hungary, um noch weiterfahren zu können (WP15).
 
Im Gegensatz dazu hatten Viliam Prodan und Beifahrer Marko Stiperski Grund zum Feiern. Die Kroaten brachten ihren von RB Motorsport eingesetzten Škoda Fabia RS Rally2 auf Platz zwölf in der WRC2-Wertung und auf Rang 18 in der Gesamtwertung ins Ziel – das beste Ergebnis für ein lokales Team.
 
Die nächste WRC-Veranstaltung wird erneut ausschließlich Asphaltetappen umfassen: Die Rallye Kanarische Inseln (ESP) steht bereits in zwei Wochen auf dem Programm (23.–26. April 2026).
 

Zahl der Rallye: 11

Nach einer durch einen Reifenschaden beeinträchtigten ersten Etappe lagen Emil Lindholm und Beifahrer Gabriel Morales in der WRC2 nur auf Platz 18. Aufgeben war für das Škoda Fabia RS Rally2-Crew von Toksport WRT jedoch nie eine Option. Auf den folgenden 17 Etappen machte das finnisch-brasilianische Duo beeindruckende elf Plätze gut. Mit einer Prüfungsbestzeit in der WRC2 sicherten sie sich schließlich den siebten Platz in der WRC2-Wertung.
 

Rallye Kroatien (CRO), 9. bis 12. April 2026, 4. Runde der FIA-Rallye-Weltmeisterschaft, Ergebnis WRC2

1. Yohan Rossel/Arnaud Dunand (FRA/FRA), Lancia Ypsilon Rally2 HF Integrale, 2:56:35,7 Stunden
2. Léo Rossel/Guillaume Mercoiret (FRA/FRA), Citroën C3 Rally2, +38,8 Sekunden
3. Nikolay Gryazin/Konstantin Aleksandrov (BUL/KGZ), Lancia Ypsilon Rally2 HF Integrale, +57,9 Sekunden
4. Alejandro Cachón/Borja Rozada (ESP/ESP), Toyota GR Yaris Rally2, +1:22,9 Minuten
5. Roope Korhonen/Anssi Viinikka (FIN/FIN), Toyota GR Yaris Rally2, +1:34,1 Minuten
6. Roberto Daprà/Luca Guglielmetti (ITA/ITA), Škoda Fabia RS Rally2, +2:18,2 Minuten
7. Emil Lindholm/Gabriel Morales (FIN/BRA), Škoda Fabia RS Rally2, +4:00,6 Minuten
 

Wertung WRC2/Fahrer (nach 4 von 14 Veranstaltungen)

1. Léo Rossel (FRA), Citroën, 42 Punkte
2. Roope Korhonen (FIN), Toyota, 35 Punkte
3. Yohan Rossel (FRA), Lancia, 27 Punkte
4. Robert Virves (EST), Škoda, 25 Punkte
5. Roberto Daprà (ITA), Škoda, 25 Punkte
6. Nikolay Gryazin (BUL), Lancia, 23 Punkte

Auch interessant:
NLS: Nordschleifen-Saisonauftakt für Car Collection Motorsport
Formel 1 Faszination: Was macht die Königsklasse so anziehend?
Der neue Audi RS 5 als erster Performance Hybrid

Skoda Presse