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Volkswagen hat in Großbritannien den Herstellersieg im Visier
© Volkswagen Motorsport | Zoom

FIA WRC Rallye Grossbritannien 2016: Vier für alle? Alle für vier!

(Speed-Magazin.de) Jari-Matti Latvala, Jari-Matti Latvala, Sebastien Ogier, Sebastien Ogier und Sebastien Ogier: Grossbritanniens Siegerliste der vergangenen fuenf Jahre spricht eine deutliche Sprache: Die Fahrer von Volkswagen Motorsport fühlen sich wohl in Grossbritannien. Und das, obwohl die Gegend rund um den Service-Park in Deeside zu dieser Jahreszeit nicht gerade zum Verweilen einlädt – wenn man nicht gerade ein grosser Fan von Niederschlag ist. Denn diesen gibt es dort zu dieser Jahreszeit nicht nur reichlich, sondern auch in seinen verschiedensten Auspraegungen. Regen, Nebel, Schnee, Eis – die Wales Rally GB hatte schon alles zu bieten und gilt deshalb als eine der kompliziertesten ueberhaupt. Denn: Aendert sich das Wetter, dann aendern sich auch Untergrund und Griplevel. Und das Wetter ändert sich oft in Wales und verwandelt Schotter in Matsch und Schlamm – schnell und unvorhersehbar.

Schotter ist also nicht gleich Schotter auf der Insel – und das ist vielleicht auch gut so für Ogier. Der Franzose sicherte sich in Spanien nicht nur den Titel* in der Fahrer-WM, sondern auch den Asphalt-Slam. Will heißen: Bei allen Rallyes, die komplett oder teilweise auf Asphalt ausgetragen wurden, siegte Seb anno 2016 – auf Schotter hingegen fehlt ihm in dieser Saison noch ein Sieg. Diese Rechnung gilt es auf der Insel zu begleichen, fürs Ego – aber vor allem auch für das Team. Denn nach dem vorzeitigen Gewinn der Fahrer-Weltmeisterschaft soll in Großbritannien der Hersteller-Titel klargemacht werden – es wäre der vierte in Folge.


© Volkswagen Motorsport
Auch Jari-Matti Latvala will mithelfen, dass es für Volkswagen Motorsport in Wales den nächsten Grund zu feiern gibt. Aber auch in der Fahrer-WM hat der Finne noch Ambitionen auf einen Platz unter den ersten Drei – zurecht. Denn seine starke Pace stellte der Finne auch in Spanien eindrucksvoll unter Beweis und holte sich insgesamt sieben Bestzeiten bei Wertungsprüfungen – darunter auch bei der Powerstage. Dass er sich in Großbritannien wohlfühlt, das hat er mit seinen Siegen 2011 und 2012 (damals noch im Ford) bereits gezeigt. Um aber auf dem Podest zu landen, müsste JML in Wales endlich mal wieder verschont bleiben von Pech und Pannen. Theoretisch könnte es dann für den Finnen in der Fahrer-WM am Ende noch für den zweiten Platz reichen. Genau um diesen kämpft aber auch noch der Dritte im Volkswagen Bunde, Andreas Mikkelsen.

Ungewollt hat es AM mit seinem Ausfall in Spanien wieder so richtig spannend gemacht. Gleichauf mit seinem härtesten Rivalen, Thierry Neuville reist AM auf die Insel und will dort wieder attackieren, wie er vorab schon angekündigt hat. Leichter gesagt als getan. Zwar gehören die Routen nicht zu den technisch anspruchsvollsten, Fehler werden von unnachgiebigen Bäumen in den Wäldern von Wales aber knallhart bestraft. Und das niedrige Griplevel und die oftmals eingeschränkte Sicht beschwören Fehler geradezu herauf.

Insgesamt 332,01 Wertungskilometer verteilt auf 22 Prüfungen stehen auf dem Programm, verglichen mit der Vorsaison dürfen sich die Zuschauer auch auf einige Änderungen freuen. Die Klassiker „Sweet Lamb“, „Hafren“ und „Myherin“ werden in diesem Jahr in umgekehrter Richtung ausgetragen. Zudem statten die Fahrer und Beifahrer erstmals in diesem Jahrtausend auch England wieder einen Dienstbesuch ab – wenn auch nur einen kurzen. Genauer gesagt: Für 1,80 Kilometer – so lange ist die Wertungsprüfung „Cholmondeley Castle“, die den Abschluss des Samstags bildet. Letztmals war England 1999 Teil der Rallye Großbritannien.

* Vorbehaltlich der Bestätigung durch die FIA.

Volkswagen Motorsport / JM