Die Prüfungen auf der Panzerplatte sind weltweit einzigartig
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FIA WRC Rallye Deutschland: Panzerplatte Prüfung - Premiere für Regenreifen?

(Speed-Magazin.de) Die Entscheidung wird auf dem Truppenübungsplatz Baumholder fallen, da sind sich die Rallye-Piloten auch bei der 2014er-Ausgabe der Rallye Deutschland wieder einmal einig. Daher trifft es sich gut, dass die Wertungsprüfung Panzerplatte lang, mit 42,51 Kilometern die Königsprüfung des deutschen WM-Laufs, Jari-Matti Latvala (Polo R WRC Nr.2) ganz besonders gut gefällt. „Der Truppenübungsplatz Baumholder ist ein wenig wie Finnland, nur dass auf Asphalt statt auf Schotter gefahren wird“, sagt der Gesamtführende. Latvala spielt damit auf die hohen Geschwindigkeiten an, die erreicht werden, und auf die wie in seiner Heimat häufig wie eine Berg-und-Tal-Bahn anmutende Piste.

Allerdings stehen am Streckenrand keine vergleichsweise nachgiebigen Birken, sondern unnachgiebige Betonklötze. Diese tief in den Boden eingelassenen Betonplatten zur Streckenbegrenzung sollen eigentlich Panzer davon abhalten, vom rechten Weg abzukommen. Schon zu den Zeiten der Hunsrück-Rallye, einem hauptsächlich auf dem Truppenübungsplatz Baumholder ausgerichteten Vorläufer des deutschen WM-Laufs, bekamen die Betonplatten den Spitznamen „Hinkelsteine“. Für viele internationale Rallye-Piloten sind „Panzerplatte“ und „Hinkelstein“ die einzigen deutschen Worte, die sie akzentfrei aussprechen können.

Samstag: die Wertungsprüfungen der zweiten Etappe
Samstag: die Wertungsprüfungen der zweiten Etappe
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Die überwiegend aus Beton bestehenden Pisten auf dem knapp 12.000 Hektar großen Areal machen die WP „Panzerplatte“ in der gesamten Rallye-WM einzigartig. Für die diesjährige Rallye hat der Veranstalter einige neue Wege hinzugenommen und außerdem eine Kurzversion neu geschaffen, die 3,03 Kilometer lange WP „Arena Panzerplatte“. „Ich habe sechs unterschiedliche Fahrbahnoberflächen im Aufschrieb notiert“, beschrieb Latvala.

Besonders schwierig werden die Verhältnisse, wenn es regnet. Weil jegliche Entwässerungssysteme fehlen, ist die Gefahr von Aquaplaning hoch. Die im Trockenen ziemlich staubigen Wege werden an vielen Stellen spiegelglatt. Ein Ende August im Hunsrück durchaus übliches Gewitter mit Wolkenbruch würde außerdem für Aquaplaning sorgen.

Deswegen gibt es in diesem Jahr zum ersten Mal einen zusätzlichen Reifenwechsel vor den beiden Panzerplatten-WP, die jeweils zwei Mal gefahren werden. In der „Tyre Fitting Zone“ in Birkenfeld dürfen die Piloten maximal vier Reifen austauschen. Zur Wahl steht für die Partner von Michelin wie Volkswagen Motorsport dann auch der ganz neue Typ „Full Wet“, der speziell für sehr nasse Pisten entwickelt wurde.

Volkswagen / MB