FIA WRC 2015: Miikka Anttila über die Rallye Argentinien
(Speed-Magazin.de) Sie stehen während einer Rallye oftmals ein wenig abseits des öffentlichen Interesses: Die Beifahrer. Zu Unrecht, denn Rallye ist ein Teamsport, und ohne die blitzschnellen Ansagen der Co-Piloten könnte kein Fahrer einen WRC-Boliden im Renntempo bewegen. Denn wer bei Tempo 160 plötzlich nicht weiss, ob es hinter der nächsten Kurve nach links oder rechts geht, hat definitiv ein Problem. Nicht umsonst lautet ein alter Rallye-Spruch: „Das Gehirn sitzt rechts!“Was ist das Besondere der Rallye Argentinien?
Man ist außerhalb von Europa, die Kultur unterscheidet sich sehr stark von dem, was man von hier kennt. 2005 fielen Jari-Matti und ich auf der letzten Wertungsprüfung des Tages aus und mussten rund drei Stunden auf das Serviceteam warten. Denn nachdem die Rallye an diesem Tag beendet war, kamen die ganzen Zuschauer mit ihren Autos an uns vorbei. Es war eine einzige Autoschlange – drei Stunden lang. Jari-Matti und ich haben ausgerechnet, dass uns etwa 5.000 Fahrzeuge passiert haben. Das zeigt ziemlich eindeutig, wie rallyeverrückt die Argentinier sind.
Worauf muss man in Argentinien besonders achten?
Argentinien ist eine eher schnelle Schotter-Rallye, bei der es aber auch ein paar sehr langsame Abschnitte gibt. Dieser Rhythmuswechsel macht die Rallye sehr anspruchsvoll.
Der beste Moment in Argentinien?
Das war ganz klar der Lauf 2013 mit dem Polo R WRC. Obwohl wir anfangs einen Reifenschaden hatten, haben wir uns zurückgekämpft und die Rallye auf dem dritten Platz beendet.
Der schlimmste Moment in Argentinien?
Das war der oben beschriebene Ausfall mit dem Gruppe-N-Subaru, bei dem wir dann die ganzen Autos gezählt haben. Wir wären lieber selber gefahren.
Volkswagen Motorsport / Yvonne D.