Der neue Superbike-Weltmeister Nicolo Bulega genehmigt sich einen Schluck Siegersekt
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Superbike WM Cremona: Nicolo Bulega holt Weltmeistertitel nach Italien

(Hartmut Reuschel / Ergebnis WSBK Superbike WM in Cremona, Italien)  Das Superbike Rennen in Cremona sollte die große Bühne für Nicolo Bulega werden – und wurde stattdessen zunächst zur Bühne für seinen Teamkollegen Iker Lecuona. Während Bulega angeschlagen um die letzten Punkte zum WM-Titel kämpfte, dominierte der Spanier das Wochenende nach Belieben. Am Ende stand dennoch fest: Ducati feiert den Weltmeister, Lecuona den Hattrick.

Superbike Weltmeisterschaft aus Cremona / Italien: 
Nicolo Bulega holt den Weltmeistertitel nach Italien

 
Die Entscheidung um den Weltmeistertitel bei den Superbikes konnte bereits im italienischen Cremona an diesem Wochenende fallen. Der Dominator der WorldSBK Saison 2026 Nicolo Bulega hat an den bisherigen 9 Rennwochenenden im Rahmen der WSBK bei 27 Rennen – 9 Super Pole Races und 18 Rennen – unglaubliche 26 mal gewonnen!

Der Punktevorsprung vor dem WM-Zweiten, seinem Teamkollegen Iker Lecuona, betrug vor den Rennen im Norden Italiens 553 : 407 zu Gunsten Bulegas.

Der Ducati Vorzeigefahrer musste in Rennen 1 am Samstag Nachmittag 15 Punkte mehr als Teamkollege Iker Lecuona holen, um vorzeitig Superbike Weltmeister 2026 zu sein. Doch die Vorzeichen für Nicola Bulega standen nicht allzu günstig. Der überragende Fahrer der Saison, der bei Ducati auch im MotoGP-Testprogramm mit eingebunden ist, musste am Dienstag einen heftigen Sturz mit einer MotoGP Ducati hinnehmen. Mit getapter Schulter machte Bulega schon in der Pressrunde am Donnerstag klar, dass er nicht bei 100 % Fitness sei und die Rennen somit sehr schwer werden würden. 

Iker Lecuoan hatte ein überragendes Wochenende in Cremona – 3 Rennen – 3 Siege !
© moto-foto Hartmut Reuschel / Iker Lecuoan hatte ein überragendes Wochenende in Cremona – 3 Rennen – 3 Siege !
 

WSBK am Freitag: Lecuona schneller als Titelanwärter Bulega 


Die beiden Trainingssitzungen bei herrlichem Spätsommerwetter verliefen (fast) so wie die meisten in dieser Saison. Das Ducati-Duo Bulega und Lecuona setzte sich früh an die Spitze der Zeitentabelle und trieben sich Runde um Runde zu neuen Bestzeiten, während die Konkurrenz im Respektabstand dahinter auf Zeitenjagd ging.

Neu war jedoch, dass am Freitagabend Iker Lecuona der Schnellste war und nicht der Teamkollege, der zudem noch in FP1 einen harmlosen Sturz zu verzeichnen hatte. Das war nicht unbedingt förderlich für die verletzte Schulter. Auch nicht förderlich für die Stimmung bei BMW waren dagegen die Platzierung von Danilo Petrucchi.

Dass es beim ehemaligen MotoGP Laufsieger mit der BMW nicht läuft zieht sich bereits durch die gesamte Saison, doch Platz 22 - und damit Letzter - in FP1 und Platz 18 im FP2 sind für den Werkspiloten mehr als nur eine große Enttäuschung. Immerhin hatte er noch 2024 alle 3 Rennen in Cremona - damals auf einer Ducati - für sich entscheiden können.   


Alex Lowes sorgte für viel Arbeit für seine Mechaniker – an Freitag zerlegte er seine Bimota komplett
© moto-foto Hartmut Reuschel / Alex Lowes sorgte für viel Arbeit für seine Mechaniker – an Freitag zerlegte er seine Bimota komplett
 
 

WM-Entscheidung vertagt – Lecouna gewinnt das WSBK Rennen am Samstag 

Die starke Trainingsleistung vom Freitag war keine Eintagsfliege, denn auch am Samstag war Lecuona weder im Qualifying noch in Rennen 1 zu schlagen. Der Spanier holte sich am Vormittag vor Bulega und Surra – alle auf Ducati – die Pole Position, am Nachmittag dann seinen 2. Saisonsieg.

Vom Start weg schoss seine Ducati #7 in Front und liess mit schnellen Rundenzeiten der Konkurrenz keine Chance. Ob Teamkollege Bulega auf Grund seines großen Punktevorsprungs im WM-Gesamtklassement  etwas weniger Risiko einging oder wegen der verletzten Schulter nicht ganz folgen konnte ist nicht klar - doch den 2. Platz liess sich der WM-Führende nicht nehmen.

Nach dem Sturz von Yari Montella gleich in der Anfangsphase waren es noch 2 Piloten, die um den letzten Platz auf dem Podium kämpften: Sam Lowes / ELF Marc VDS Racing Team und Lorenzo Baldassarri / Team Go Eleven.

Mehrere Runden lang schenkten sich die beiden Ducatisti nichts. Doch dann konnte Sam Lowes gegen Ende des Rennens einen Vorsprung herausfahren, den er bis ins Ziel souverän verteidigte.

Das beste Kawasaki Saison-Ergebnis fuhr Garrett Gerfoff mit Platz 5 ein,  vor dem Zwillingsbruder von Sam, Alex Lowes, auf einer Bimota und der besten Yamaha mit Andrea Locatelli. Ernüchterung auch diesmal bei BMW. Miguel Oliveira stürzte in Runde 12 auf Position 10  liegend, Danilo Petrucci holte mit Rang 14 gerade einmal 2 WM-Punkte.     
 
Zum Haare raufen – bei Danilo Petrucci will es einfach nicht laufen
© moto-foto  Hartmut Reuschel / Zum Haare raufen – bei Danilo Petrucci will es einfach nicht laufen
 

WSBK Italien: Lecuona gewinnt das Rennen – Bulega den WM-Titel



Der Rennsonntag begann dann mit dem Super Pole Race und einem wieder überragenden Iker Lecuona. Wie bereits am Vortag war der Spanier der schnellere der beiden Werksfahrer aus dem Hause Ducati und gewann nach harter Gegenwehr von Bulega auch das Super Pole Race.

Dritter wurde Alberto Surra, der damit zum ersten Mal in seiner jungen Superbike Karriere dem Sprung auf das Podest schaffte. Miguel Oliveira zeigte ein couragiertes Rennen und fuhr bis auf Rang 8 nach vorne, BMW- Teamkollege Petrucci kam als 11. ins Ziel.

Nach diesem 10. Rundenrennen lag der Focus jetzt ganz auf Nicolo Bulega. Im Nachmittagsrennen über 23 Runden brauchte er noch 11 WM-Punkte, um den WM-Titel endgültig  klar zu machen.  

Und Bulega machte von Beginn an klar, dass er jedes Risiko meiden würde und nur auf diese 11 Punkte hinsteuerte.  Am Ende waren es sogar 20 Punkte, die der neue Weltmeister für Platz 2 bekam. Und das lag an ihm selbst – er war für die Konkurrenz bis auf eine Ausnahme schlicht zu schnell. Diese Ausnahme war sein Teamkollege Iker Lecuona, der in Cremona den Hattrick schaffte und alle 3 Rennen gewinnen konnte. Damit hat er den Vize-WM Titel so gut wie sicher in der Tasche.

Auch in Rennen 2 gab es wieder ein komplettes Ducati Podium. Neben Sieger Lecuona und dem Zweitplatzierten Bulega schaffte es Yari Montella auf P3. Eine weitere Ducati mit Surra folgte auf P4, bevor Alex Lowess mit der Bimota diese Dominanz durchbrechen konnte. Starker Sechster wurde Jake Dixon mit der Honda vor der Kawasaki von Garrett Gerloff. Bei BMW werden die Sorgenfalten auch nach Rennen 2 nicht kleiner. Miguel Oliveira stürzte in Runde 2 und schied aus, Danilo Petrucci kam auf Platz 12 ins Ziel. Das Weltmeisterteam der Jahre 2024 und 2025 ist derzeit nicht mehr wiederzuerkennen. 
 
 
 

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Hartmut Reuschel