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Hennes und Jäger im BMW M3 von Kappeler Motorsport
© Uwe Meuren | Zoom

VLN: Kappeler Motorsport - Motor beendet Rennen schon im Training

(Speed Magazin) Erneut ging das Bad Saulgauer Team Kappeler Motorsport nur mit einem Auto an den Start der Langstrecken-meisterschaft Nürburgring (VLN). Der BMW M3 wurde noch am Tag zuvor auf Herz und Nieren geprüft, quittierte aber dennoch überraschend seinen Dienst im offiziellen Zeittraining am Samstagmorgen. Thomas Kappeler fuhr indes auf dem Aston Martin des Hamburger Racing Team HRT auf einen dritten Platz der Klasse – eine Top-Platzierung wurde durch Leitplankenkontakt zu Nichte gemacht.

Harald Hennes (Eschweiler) und Mike Jäger (Kaiserslautern) waren vorm Samstagtraining sehr zuversichtlich. Einstimmig meinten beide: „Die gestern im freien Training getesteten Dunlop-Reifen harmonieren optimal mit der Fahrwerkseinstellung. Wir haben reichlich Haftung und Motorleistung sowieso.“ Pünktlich um 08:30 Uhr eröffnete am Samstag die Rennleitung mit dem Zeittraining den 5. Lauf zur VLN. Hennes ging als erster auf dem BMW M3 auf die Strecke, drehte zunächst drei Runden auf dem Grand Prix-Kurs. Hennes nach dem Training: „Ich wollte den Wagen warmfahren, Reifen und mich auf Temperatur bringen. Danach bin ich eine recht gemächliche Runde über die Nordschleife gefahren um zu sehen, welche Stellen noch nass sind. Danach wollte ich es richtig fliegen lassen.“ Als er die Start-Ziellinie nach seiner ersten Runde überquerte, begann er auf Zeit zu fahren. Gut unterwegs sei er gewesen, doch nach der

Nach 4 Stn Renndistanz überquerte Kappeler auf Rang 3 die Ziellinie
Nach 4 Stn Renndistanz überquerte Kappeler auf Rang 3 die Ziellinie
© Uwe Meuren
Hälfte der gut 25 Kilometer langen Rennstrecke habe es im Motor plötzlich einen harten Schlag gegeben, die Leistung sei sofort ausgeblieben.

Hennes stellte den Motor ab und ließ den Wagen ausrollen. Nach dem Training wurde der Wagen ins Fahrerlager geschleppt, wo Chefmechaniker Thomas Müskens gemeinsam mit Teamchef Thomas Kappeler wartete, um eine Diagnose zu erstellen: Motorschaden, so das einhellige Urteil. Thomas Müskens zuckte resigniert die Schultern: „Wir haben keinen Ersatzmotor dabei. Selbst wenn, würde die Zeit nicht ganz ausreichen, das Aggregat zu tauschen. Also lassen wir es, packen ein, schauen uns das Rennen an und genießen das unfreiwillig lange Wochenende.“ Mike Jäger, Fahrerkollege von Harald Hennes, zeigte ebenfalls gute Miene zum bösen Spiel: „Das ist Motorsport – unberechenbar. Zu jeder Zeit kann es dich erwischen. Jetzt können wir uns in Ruhe auf das nächste Rennen vorbereiten und ich habe ein langes Wochenende, das ich mit meiner Familie verbringen kann.“

Teamchef Kappeler abschließend zur Situation: „Mir ist aufgefallen, dass wir im Rennen Probleme bekommen, wenn wir in der Nacht zuvor nicht bis in die frühen Morgenstunden schrauben. Vielleicht sollten wir einfach pro Forma vor jedem Rennen eine Schrauber-Nacht einlegen. Das Auto war erstklassig von Thomas Müskens vorbereitet, der Motor lief gut, die Reifen waren sehr gut, das Gesamtpaket siegfähig. Woher der Motorschaden rührt, muss jetzt rausgefunden werden.“

Uwe Meuren / J Patric