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Nach elf Runden auf der rund 25 Kilometer langen Nürburgring-Nordschleife kam das Aus durch eine Kollision mit der Streckenbegrenzung
© Konrad Motorsport | Zoom

NLS 4: Unfall zerstört Traum vom Podium für Konrad Motorsport

Das Wochenende auf dem Nürburgring sah für das Rennteam Konrad Motorsport sehr vielversprechend aus. Von rund 140 Teilnehmern der Nürburgring Langstrecken-Serie (NLS) belegte die Mannschaft aus Verl im Qualifikationstraining den sechsten Platz. Während des Vier-Stunden-Rennens lag der türkisfarbene Lamborghini Huracan GT3 Evo mit hervorragenden Rundenzeiten zwischenzeitlich bereits auf Platz vier. Doch nach elf Runden auf der rund 25 Kilometer langen Nürburgring-Nordschleife kam das Aus durch eine Kollision mit der Streckenbegrenzung.

Das berühmt-berüchtigte Eifel-Wetter machte seinem Namen mal wieder alle Ehre. Während am Freitag noch die Sonne schien, regnete es zum Qualifying am Samstagmorgen. Fahrer Axcil Jefferies (Abu Dhabi) gelang dennoch eine beachtenswerte Runde und somit ging Konrad Motorsport aus der dritten Startreihe ins Rennen. Trotz der noch nassen Strecke entschied sich das Team für Slick-Reifen. Diese Wahl zahlte sich bei langsam abtrocknender Strecke aus. In der ersten Rennstunde fuhr der 26-jährige Jefferies Meter für Meter nach vorn und übergab das Fahrzeug auf Position vier liegend an Michele Di Martino (Eitorf, NRW).
 
Di Martino fuhr konstant und verkürzte den Abstand zur Spitze. Als er nur noch drei Sekunden hinter dem aktuell Drittplatzierten lag, passierte das Unglück. Im Bereich Adenau schlug der Lamborghini rückwärts in die Mauer ein. Wie das Team erst im Nachhinein erfuhr, hatte ein Cayman durch einen Einschlag am Wehrseifen Kühlmittel verloren und verwandelte den Streckenteil so in eine Rutschbahn. „Kühlmittel wirkt wie Schmierseife“, erklärt Franz Konrad, „natürlich frage ich mich, warum dort bei uns keine Flaggen geschwenkt wurden.“ Der erfahrene Teameigner hadert etwas mit den letzten Ergebnissen: „Momentan haben wir die Seuche. Das ist hart, denn unser Lamborghini hat die Pace vorne mitzufahren. Wir haben in dieser Saison ein junges Team, das einen richtig guten Job macht. Das Zusammenspiel aus schnellem Fahrzeug, extrem guten Michelin-Reifen und aufmerksamen Fahrern ist eigentlich optimal. Top-Ergebnisse werden noch kommen. Da bin ich sicher.“
 
Viel Zeit zur Erholung bleibt dem Team nicht. Am Donnerstag geht es wieder los. Konrad Motorsport wird in diesem Jahr erneut die Lamborghini Super Trofeo Europe bestreiten. In dem italienischen Markenpokal, in dem alle Fahrer im baugleichen Fahrzeug auf Einheitsreifen antreten, steht das fahrerische Können im Vordergrund. Für die Truppe aus Verl geht es zum durch die Corona-Pandemie verspäteten Saisonauftakt vom 7. bis 9. August ins italienische Misano. Mit Nachwuchstalent Vincent Schwartz (Sankt Ingbert) und dem schnellen Motorsport-Quereinsteiger Martin Lechmann hofft die Mannschaft auf Meisterschaftspunkte.

Konrad Motorsport / DW