Hockenheimring, Nürburgring, Lausitzring und Sachsenring - die populärsten Rennstrecken Deutschlands
(Rennstrecken Deutschlands update) Man kennt den Hockenheimring oder Nürburgring, auch wenn man kein Motorsport-Fan ist. Das liegt daran, dass beide Rennstrecken wie auch der Lausitzring und Sachsenring durch bekannte Rennserien wie die Formel 1 und die ADAC GT Masters oder die DTM in den Medien ordentlich Beachtung finden. Diese vier Rennstrecken sind es auch, die in Deutschland dadurch nach wie vor einen grossen Namen haben: der Hockenheimring, der Nürburgring, der Lausitzring und der Sachsenring. Regelmäßig trifft sich da die Elite des Motorsports zum erbitterten Kräftemessen. Wo liegen die Unterschiede der einzelnen Parcours?1. Hockenheimring Baden-Württemberg
Zu Anfang nannte er sich Kurpfalzring, danach schlicht Hockenheimring. Heute lautet sein offizieller Name Hockenheimring Baden-Württemberg, aber er liegt noch immer in Hockenheim, südlich von Mannheim. Bereits 1970 hatte sich dieser Parcours einen Platz im Formel-1 Rennkalender reserviert, in jenem Jahr fand der Grosse Preis von Deutschland auf dem noch frischen Asphalt statt.
Zwischen 1977 und 2008 hatte Hockenheim dieses Event fast völlig für sich reserviert, danach einigte man sich darauf mit dem Nürburgring abzuwechseln. Seit dem Jahr 2000 hat auch die DTM seinen festen Platz auf dieser Rennstrecke: Normalerweise gehört sowohl das Eröffnungsrennen als auch das Finale zum festen Jahresplan des Hockenheimrings.
Die Anlage ist ausserdem jährlicher Schauplatz der NitrolympX, einem Drag-Racing-Rennen über eine Viertelmeile. Beim Public Race Day treffen sich ganz gewöhnliche Menschen mit ihren Strassenautos auf dem bekannten Parcours, um sich hier auszutesten. Einmal pro Monat wird der Ring im Rahmen der Veranstaltung "Fit on Track" sogar von Skatern, Radlern und ähnlichen Sportsfreunden besiedelt – das allerdings nur im Sommer.
Der GP-Kurs des Hockenheimrings ist 4,574 Kilometer lang, der kleine Kurs misst 2,605 Kilometer. Die Asphaltbreite bewegt sich zwischen 12,0 und 18,0 Metern. Auf die Tribünen passen bis zu 120.000 Zuschauer, um ihren Racing-Stars zuzujubeln.
2. Nürburgring
Diese international bekannte Rennstrecke ist nach der Nürburg benannt, sie liegt in Adenau, einem Städtchen, das zum Landkreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz gehört. Der Parcours blickt auf eine beinahe 100-jährige Geschichte zurück. Ursprünglich war er volle 28 Kilometer lang und zog sich über abenteuerliche Wege durch die Eifel.
Ab 1982 änderte sich vieles und der Nürburgring wurde auf moderne Maße zurechtgeschrumpft. In den letzten Jahren hat er sich zu einem regelrechten Vergnügungszentrum entwickelt: Rennsportfans aller Art können sich auf viele verschiedene Adrenalin-Kicks verlassen, darunter legendäre Kart-Strecken, Fahrertrainingskurse und rasante Offroad-Erlebnisse.
Die heutige Streckenlänge des Nürburgrings beträgt 5,148 Kilometer, die Boxengasse misst 381,4 Meter. Auf der alten 22,8-Kilometer-Strecke hält Niki Lauda seit 1975 mit seinem Ferrari den Rekord.
3. DEKRA Lausitzring - EuroSpeedway Lausitz
Der etwas rasantere Namen des DEKRA Lausitzrings lautet EuroSpeedway Lausitz. Der Parcours liegt in der Niederlausitz, genauer im Ortsteil Klettwitz der Gemeinde Schipkau, sowie teilweise in Schipkau, Hörlitz und Meuro. Bis zur Hauptstadt Berlin sind es nur etwas mehr als 100 Kilometer. Die Anlage ist im Vergleich zum Nürburgring ein echter Newcomer: Ihre Fertigstellung als Teststrecke und Speedway erfolgte vor gerade mal 24 Jahren zur Jahrtausendwende.
Neben den Autorennen finden auf dieser Anlage auch Fahrsicherheitstrainings statt, die in gefährlichen Strassenverkehrssituationen mehr Sicherheit vermitteln sollen. Daneben sind es auch "artfremde" Sportveranstaltungen, die regelmässig Athleten und jede Menge Zuschauer aufs Gelände ziehen. Derzeit liegt der Lausitzring in der Hand der DEKRA, die den Parcours gern enger mit dem in der Nachbarschaft befindlichen DEKRA Technology Center verbinden möchte: Dort ist autonomes und vernetztes Fahren das ganz grosse Thema. Im Infield entsteht eine "Geisterstadt", die zur Planung von Überlandstrecken dient. In Schipkau schlummert also heute schon die Zukunft.
Der Lausitzring bietet mehrere verschiedene Streckenvarianten. Der Superspeedway ist genau 2 Meilen lang, das sind umgerechnet 3,2 Kilometer. Die lange Grand-Prix-Strecke misst 4,534 Kilometer und ihr kürzeres Pendant 3,4 Kilometer. Das DEKRA Off-Road-Gelände verfügt zudem über eine ordentliche Gesamtfläche von 224.000 Quadratmetern.
4. Sachsenring
Diese Rennstrecke, die in den sächsischen Orten Oberlungwitz und Hohenstein-Ernstthal liegt, blickt wie der Nürburgring auf eine lange Geschichte zurück. Die ursprüngliche Strecke aus dem Jahr 1927 ist heute nicht mehr in Benutzung, es handelte sich um einen abenteuerlichen Strassenkurs. Seit dem Jahr 2007 darf sich der moderne Parcours als festes Element des ADAC GT Masters sehen, während die DTM sich leider aus Sachsen zurückzog – es gab finanzielle Differenzen.
Die Motorrad-Weltmeisterschaft, die regelmässig den Asphalt zum Glühen bringt; hat Zuschauerzahlen bis zu 200.000, aber auch an einfachen Trainingstagen sind die Ränge erstaunlich gut gefüllt. Das heimische Publikum unterstützt die Rennstrecke mit enormem Eifer, und das forderte die Betreiber dazu heraus Geld für regelmässige Verbesserungen in die Hand zu nehmen. Sie erstellten eine neue Boxenanlage, einen modernen Start- und Zielturm und trimmten die Streckenführung auf Geschwindigkeit. Mittlerweile gibt es keine Berührungspunkte mehr zum öffentlichen Verkehr. Der Umbau aus dem Jahr 2001 schlug besonders kräftig ein, seit jener Zeit hat sich der Sachsenring in den Augen vieler Fahrer und Zuschauer endgültig in der Weltklasse etabliert.
Der heutige Sachsenring, wie er seit 1996 besteht, hat eine Länge von 3,771 Kilometern. Auf dieser Strecke haben die Fahrer 14 Kurven zu meistern. Als
Rekordsieger auf diesem Parcours gilt der Italiener Giacomo Agostini.
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