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Jutta Kleinschmidt hat Geschichte geschrieben
© AFP/SID/DAMIEN MEYER | Zoom

Das SID-Kalenderblatt am 21. Januar: Kleinschmidt gewinnt als erste Frau die Rallye Dakar

Dass sie als erste und bis heute einzige Frau die härtesten Rallye der Welt gewonnen hat, bedeutet Jutta Kleinschmidt weniger als dem Rest der Welt.

Köln (SID) - Dass sie als erste und bis heute einzige Frau beim härtesten Motorsportrennen der Welt triumphiert hat, bedeutet Jutta Kleinschmidt offenkundig deutlich weniger als dem Rest der Welt. "Ich fahre Rallyes, aber nicht gegen die Männer, nicht für die Frauen, sondern nur für mich selbst", sagte die gebürtige Kölnerin einmal.

Die Bedeutung des 21. Januar 2001 ist der "Wüstenfüchsin" aber natürlich bewusst. An diesem Tag gelang ihr nicht nur ein epochaler Triumph in einer Männerdomäne, sondern ganz persönlich auch ein besonders süßer.

Rückblick: Als sie nach der vorletzten Etappe der 23. Rallye Paris-Dakar in einem Fischrestaurant zu Abend aß, klingelte Kleinschmidts Handy. Sie habe vor der Schlussetappe die Führung übernommen, wurde ihr mitgeteilt, weil Titelverteidiger und Spitzenreiter Jean-Louis Schlesser wegen unsportlichen Verhaltens eine Stunde Strafzeit aufgebrummt wurde.

Was man wissen muss: Der französische Lebemann Schlesser und die sachliche Ingenieurin waren sechs Jahre lang ein Liebespaar, Kleinschmidt phasenweise seine Co-Pilotin. Die Liebe zerbrach, was für die Presse ein gefundenes Fressen war. Sie sprachen nicht mehr mit-, dafür aber umso mehr übereinander. Er plauderte über "Jutta", sie gab "dem Herrn Schlesser" gern eine mit.

Und so mag man sich ausmalen, wie es in dem geschlagenen Franzosen ausgesehen hat, als die Mitsubishi-Pilotin Kleinschmidt mit Beifahrer Andreas Schulz in Senegals Hauptstadt triumphierte.

An Anerkennung von neutralerer Warte mangelt es bis heute nicht. "Was sie geleistet hat, ist wirklich außergewöhnlich", sagte etwa Rekordsieger Stephane Peterhansel dem SID: "Sie hat noch immer viel Leidenschaft für das Rennfahren, inzwischen als Mitglied der FIA (Kleinschmidt ist Präsidentin der Cross Country Rally Commission; d.Red.). Sie macht einen tollen Job."

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