Sebastian Vettel hatte auch schon als er noch bei seinem Ferrari Team war mit FIA Strafen zu tun...
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Wurde in der Formel 1 nach einer Berufung jemals eine Strafe geändert?

Die Disqualifikation des Aston Martin F1 Piloten Sebastian Vettels beim Rennen auf dem Hungaroring in Budapest hat wieder einmal eine Kontroverse über die Angemessenheit der Strafen ausgelöst. Dies ist nicht das erste Mal, dass ein F1-Team gegen eine Strafe protestiert, aber hat die FIA jemals eine Strafe nach einem Protest geändert und jemals die Schwere einer Strafe nach einem Protest abgeschwächt?

Formel 1-Saison 2021 Großer Preis von Belgien in Spa-Francorchamps

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In der Formel 1-Geschichte gab es bereits zahlreiche Proteste gegen verhängte Strafen. In der Regel werden sie von den Teams getätigt gegen die entschieden wurde und nicht von dem Team, das nicht bestraft wurde.

Fünf Sekunden Strafe für Vettel beim Grand Prix in Kanada 2019

Vettel haderte schon einmal mit einer Strafe der FIA. Beim Rennen in Kanada 2019 lieferte er sich noch im Ferrari fahrend mit Lewis Hamilton ein heisses Rennen. In Runde 48 kam der Deutsche in Kurve 4 von der Strecke ab. Beim Zurückfahren auf die Rennstrecke konnte Hamilton nur durch starkes Abbremsen einen Crash verhindern. Das wurde später von den Rennkommissaren als unsicheres Zurückfahren auf die Strecke bewertet und mit der 5 Sekunden Strafe geahndet. Dadurch verlor Vettel Platz 1 an Hamilton und wurde auf Platz 2 zurückgestuft. Als die Rennleitung zehn Runden später die Strafe bekanntgab, muss sich Vettel wie deutsche Casino Spieler nach Einführung der 5 Sekunden Regel in Online Casinos gefühlt haben. Am Boxenfunk verschaffte er sich seinem Ärger Luft: "Die stehlen uns das Rennen! Ich hatte Gras auf den Reifen. Wo hätte ich denn hinfahren sollen?" Ferrari beabsichtigte ursprünglich gegen die Entscheidung Berufung einzulegen, entschied sich jedoch letztendlich dagegen.

Die Mutter aller Calls stammt aus der F1-Saison 1976 

Einen der berühmtesten Proteste gab es in der F1-Saison 1976, als James Hunt (McLaren) und Niki Lauda (Ferrari) um die Meisterschaft kämpften. In jenem Jahr wurden ab 1. Mai neue Regeln für die Breite eines Autos wirksam und die zulässige Breite der Boliden reduziert.   Das Rennen, das am 2. Mai ausgetragen wurde, wurde von Hunt gewonnen, der die Ziellinie 30 Sekunden vor dem Lauda-Ferrari überquerte. Er wurde jedoch disqualifiziert, als die technische Abnahme nach dem Rennen feststellte dass sein Auto 1,5 cm zu breit war. Dies bescherte Lauda den Sieg.

McLaren glaubte,  dass der Unterschied von 1,5 cm zu vernachlässigen wäre und auf breitere Hinterreifen zurückzuführen sei. Das Team legte Protest ein. Zwei Monate nach dem Rennen war die Berufung erfolgreich und Hunt wurde zum Sieger des Grossen Preises von Spanien erklärt.

Ferrari kann ein Lied von FIA-Strafen singen

Beim Grossen Preis von Malaysia 1999 gab es eine weitere umstrittene Strafe,  dieses Mal gegen Ferrari. Beide Ferrari Fahrer, Michael Schumacher und Eddie Irvine, wurden Erster und Zweiter, McLaren-Rivale Mika Häkkinen wurde Dritter, was Irvine vor dem letzten Rennen eine Vier-Punkte-Führung in der Meisterschaft verschaffte.

Das war, bis die Streckenposten einen Verstoss an den seitlichen Windabweisern („Bargeboard“) feststellten. Sie seien bei der technischen Abnahme um zehn Millimeter nicht regelkonform gewesen. Das führte zur Disqualifikation für beide Ferrari-Piloten.

Die Entscheidung hätte für Häkkinen nicht nur den Sieg in Malaysia, sondern auch den Gewinn der Formel-1-Weltmeisterschaft in jener Saison bedeutet. Ferrari legte Berufung gegen die Entscheidung ein und gewann: Die Disqualifikation wurde aufgehoben und Ferrari lag wieder auf Platz eins und zwei. Häkkinen sicherte sich schliesslich trotzdem im letzten Rennen die Meisterschaft mit zwei Punkten Vorsprung vor Irvine. In jener Saison waren mit Heinz-Harald Frentzen (3.), Michael Schumacher (5.) und Ralf Schumacher (6.) drei Deutsche in den Top 6 des Endklassements platziert.

Der Fall Racing Point im Jahr 2020

Ein weiteres Beispiel für eine Sanktion nach einem Protest stammt aus dem Jahr 2020.  Fünf der Teams legten gegen das zuvor lizenzierte Racing Point-Auto Protest ein und argumentierten  dass es dem Mercedes W10 von 2019 zu ähnlich sei.  Es ging damals um einen Regelverstoss beim Designprozess (Bremsschächte).Die Berufung war für die protestierenden Teams erfolgreich und Racing Point wurde mit einer Geldstrafe von 400.000 € und Abzug von 15 WM-Punkten in der Konstrukteurswertung belegt.

Da Ferrari glaubte dass die Strafe nicht hart genug sei, wollte das Team eine weitere Berufung gegen die Entscheidung einlegen mit dem Ziel, eine noch höhere Strafe gegen Racing Point zu erwirken. Dieser Protest wurde aber letztendlich fallengelassen. Racing Point zog seine Berufung gegen die Entscheidung ebenfalls zurück und gab als Grund an dass das „im breiteren Interesse des Sports“ sei.

Hat die FIA jemals eine härtere Sanktion verhängt?

Einer der wenigen Fälle in denen die Strafe erhöht wurde, war 1994 gegen Eddie Irvine in Brasilien. Irvine, der Jordan fuhr, und Jos Verstappen näherten sich Eric Bernhard, als Irvine nach links ausscherte und Verstappen von der Strecke zwang. Der Niederländer verlor auf dem Rasen die Kontrolle und es kam zu einer Massenkarambolage mit vier Autos. Irvine wurde mit einer Geldstrafe von 10.000 US-Dollar und einer Sperre für ein Rennen belegt. Jordan legte Berufung ein, woraufhin die Strafe auf drei Rennen erhöht wurde.

Fazit: Ein Protest ist  zwar öfter, aber nicht immer einen Versuch wert

Der Protest von Aston Martin gegen die Disqualifikation beim Rennen in Ungarn führte leider nicht zum Erfolg. Trotzdem hat die Geschichte gezeigt, dass sich ein Protest durchaus lohnen kann. Der Schuss kann aber auch nach hinten losgehen, wie das Beispiel von Eddie Irvine aus dem Jahr 1994 zeigt.

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