WSBK Superbike Magny Cours: Ducati zielt auf 3 WM Titel
(Hartmut Reuschel über die WSBK Superbike Magny Cours) Mit dem Rennwochenende im französischen Magny-Cours biegen die Superbiker auf die Zielgerade der diesjährigen Weltmeisterschaft ein und beginnen das letzte Saisondrittel. Nach dem Rennen in Zentralfrankreich folgen noch Cremona / Italien und Estoril / Portugal, ehe am 18.Oktober im spanischen Jerez de la Frontera das letzte der insgesamt 36 Rennen stattfinden wird.Ducati fährt 3 WM-Titeln entgegen
In der langen Sommerpause seit dem Rennen in England Mitte Juli hat sich, ähnlich wie bei den Kollegen der MotoGP, der Fahrermarkt für die kommende Saison weiter sortiert. Stand heute werden die Fans mit Alvaro Bautista und Danilo Petrucci - zwei der beliebtesten Fahrer - nicht mehr im Starterfeld für 2027 sehen können.
Petrucchi und BMW gaben im Vorfeld des letzten Wochenendes bekannt ihre Zusammenarbeit in der WSBK zu beenden, was für den Italiener aufgrund fehlender Alternativen dem Karriereende bei den Superbikes gleichkommt.
Dem zweifachen Superbike-Champion Alvaro Bautista gehen ebenfalls die Alternativen aus, nachdem sein Team Barni Ducati dem Spanier keinen neuen Vertrag für 2027 im Aussicht stellte und sich dagegen um Xavie Vierge vom Yamaha Werksteam bemüht.
Doch die WSBK bekommt dafür reichlich prominenten Zuwachs aus der MotoGP.
Mit Brad Binder, der zu BMW an die Seite von Miguel Oliveira wechselt und Franco Morbidelli, der im Ducati Werksteam anstelle von Nicolo Bulega fahren wird, kommen 2 ehemalige Grand Prix Sieger in die Superbike Szene, der sich auch noch MotoGP-Publikumsliebling Jack Miller anschließen möchte. Er wird mit dem Yamaha Werksteam in Verbindung gebracht. Mit Alex Rins gibt es zudem einen vierten ehemaligen Grand Prix Sieger aus der MotoGP der seine Karriere gerne mit einem Superbike fortsetzen möchte, so dass bis zum Saisonfinale noch die eine oder andere Personalentscheidung fallen wird.
Das Starterfeld schrumpft im Freitagstraining auf 20 Piloten
Als die WSBK Piloten pünktlich am Freitagmorgen um 10:20 Uhr zum ersten freien Training auf die Strecke gingen, blieb die Box vom deutsch-britischen MGM Optical Express Team verschlossen. Tarran Mackenzie hatte nach seinen Sturzverletzungen aus dem letzten Rennen in England noch Einschränkungen, die dazu führten dass der Rennarzt dem Briten keine Starterlaubnis für das Wochenende erteilte.
So waren es dann schließlich 21 Fahrer, die den 4411 Meter langen Circuit de Nevers Magny-Cours unter die Räder nahmen.
Keine große Überraschung war, dass nach dem Ende der Session Nicolo Bulega (wieder einmal) als Schnellster ganz oben auf der Zeitenliste stand. Dies änderte sich auch am Nachmittag nicht, als das 2. freie Training bei brütender Hitze abgehalten wurde. Der Dominator der diesjährigen Superbike Saison war der einzige Pilot, der mit seiner Werksducati unter der 1.36 Minuten Schallmauer blieb.
Mit Yari Montella / Barni Spark Racing, Sam Lowes / Elf Marc VDS, Lorenzo Baldassarri / Team Go Eleven und Iker Lecuona / Aruba Racing zeigten sich gleich 4 weitere Ducatisti auf den Plätzen 2 bis 5. Das demonstriert die Überlegenheit des italienischen Herstellers aus Bologna in der Superbike-WM.
Einen bitteren Moment musste Yamahafahrer Bahattin Sofuoglu wegstecken. Er kam im FP2 zu Sturz und wurde für den Rest des Wochenendes vom Rennarzt gesperrt. Damit war das Starterfeld für die Rennen auf 20 Piloten dezimiert.
Bulega siegt nach Rennabruch und Neustart
Bis Runde 7 schieden bereits mit M.Oliveira / BMW, S.Chantra / Honda, M.Rato / Yamaha, R.Gardner / Yamaha und S. Manzi / Yamaha direkt 5 Piloten durch Sturz aus. In der 8. Runde erwischte es dann noch Thomas Bridewell mit seiner Ducati: Der Brite krachte in die Airfence der Streckenabsicherung, beschädigte sie so sehr, dass die Rennleitung sich gezwungen sah den Lauf mit der roten Flagge abzubrechen.
Nach 20 minütiger Reparaturpause wurde dann neu gestartet, die Renndistanz wurde auf 12 Runden verkürzt. Wieder jagten die beiden Ducatis mit Bulega und Lecuona vorneweg. Unter den Lowes Brüdern Sam und Alex sowie Montella und Baldassarri wurde dahinter um die Positionen gekämpft.
4 Runden wurde zwischen den beiden Ducati Werkspiloten an der Spitze erstaunlich hart und mit allen Bandagen gekämpft, dann konnte sich Seriensieger Nicolo Bulega absetzen und seinem Saisonsieg Nummer 24 (!) entgegenfahren. Teamkollege Iker Lecuona kam auf seinem Stammplatz als Zweiter ins Ziel, Sam Lowes holte sich einen weiteren Podestplatz mit Rang 3.
Ducati siegt weiter, BMW und Honda versinken im Niemandsland
Das Superpole Race verlief nach gleichem Muster wie Lauf 1. Bulega und Lecuona waren für 3 Runden im Infight, wobei insbesondere der Spanier aggressiv zu Werke ging und mehrmals seinen Teamkollegen hart attackierte.
Nicolo Bulega setzte diesem Treiben in Runde 4 ein Ende, indem er zwei schnelle Runden in den Asphalt brannte und sich damit sofort vom Feld absetzen konnte.
Nach weiteren 5 Runden überquerte die Ducati mit der #11 wieder einmal als erste den Zielstrich. Teamkollege Lecuona holte sich seinen 2. Platz ab, den er vor dem Dritten, Yari Montella, souverän ins Ziel brachte.
Sam Lowes warf diesen 3. Platz 2 Runden vor Schluss mit einem Sturz weg, sein Bruder Alex wurde auf der Bimota hinter Alberto Surra guter Fünfter und gleichzeitig erster Fahrer, der nicht auf einer Ducati saß.
Lauf 2 lieferte dann ein perfektes Spiegelbild für den Verlauf der WSBK-Saison 2026 ab.
Ducati feierte in der Reihenfolge Bulega - Lecuona - Montella einen erneuten Dreifacherfolg. Damit steuert Ducati in allen 3 Kategorien - Fahrer, Hersteller, Team - die WM-Titel an.
In einem dichtgedrängten Mittelfeld tummeln sich Kawasaki von Gerrit Gerloff mit Platz 7, Yamaha auf P 8 mit Xavie Vierge und Bimota, für die diesmal Axel Bassani die Kastanien mit P 9 aus dem Feuer holte. Titelverteidiger BMW hat dagegen die Performance aus den Vorjahren eingebüßt und findet nach wie vor keinen Anschluss an die Spitze. Petrucci platzierte die beste M1000RR nur auf P12, knapp vor der Honda von Somkiat Chantra auf Platz 14.
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Hartmut Reuschel