Ergebnis Superbike WM Most: Wird es eine Ducati Meisterschaft?
(Ergebnis World SBK Czech Round - Superbike-Weltmeisterschaft Runde 5 Most / Tschechien / Hartmut Reuschel) Am letzten Wochenende fanden sich dieschnellsten Superbikes der Welt in Most ein, um die 5.Runde der WorldSBK Meisterschaft (Motorrad-Weltmeisterschaft der Superbike-Kategorie) auszutragen. Genau genommen ist es die Königsklasse im Serienmotorrad-Rennsport. Die Bikes basieren auf Serienmodellen, modifiziert werden lediglich ausgewählte Komponenten wie Stoßdämpfer, Motorteile, Auspuff. In der Motorrad-Rennserie sind Ducati, BMW, Kawasaki, Yamaha und Honda vertreten. Austragungsorte wie Phillip Island, Assen, Donington Park oder Catalunya sind legendär. Hier fahren die besten Superbike-Piloten der Welt.
Wird die Superbike WM zum Ducati Markenpokal ?
Im tschechischen Most traf sich die Superbike Gemeinde zur 5. Runde im Rahmen der Weltmeisterschaft 2026. Nachdem die Dominanz von Ducati, insbesondere vom Werksteam mit den beiden Piloten Nicolo Bulega und Iker Lecuona bislang erdrückend war, stellte sich im Vorfeld natürlich nur eine Frage: Wer kann die Panigale V4R stoppen ?
BMW kam da zunächst weniger in Frage. Miguel Oliveira, der immerhin schon 4 Podestplätze in dieser Saison erobern konnte, musste verletzungsbedingt absagen und wurde von Michael van der Mark ersetzt. Der war im vergangenen Jahr noch Stammfahrer für BMW in der Superbike-WM, stand aber klar im Schatten von Weltmeister Razgatlioglu. Teamkollege Danilo Petrucci dagegen war bisher noch nicht in der Lage das volle Potenzial der M1000RR abzurufen. So ruhten die Hoffnungen in erster Linie auf Bimota und Alex Lowes, da weder Kawasaki mit Garrett Gerloff noch Yamaha mit Locatelli oder Gardner allzu große Erfolge gegen die Ducatis einfahren konnten.
Freitagstraining: Garrett Gerloff sorgt für die große Überraschung
Am Freitag wartete man also auf den Piloten, der die Ducatis - endlich einmal - hinter sich lassen konnte. Tatsächlich war es dann zur Überraschung vieler der Texaner Garrett Gerloff, der mit seiner schon etwas betagten Kawasaki ZX-10RR die Zeitenliste anführte.
Auf Platz 2 Vizeweltmeister Nicolo Bulega, der am Freitagnachmittag einen seiner seltenen Stürze hinnehmen musste und somit die Zeit Gerloffs nicht mehr kontern konnte. Sam Lowes sicherte sich Platz 3 vor der Werksducati von Iker Lecuona. Alex Lowes landete mit der Bimota auf P6 vor der schnellsten BMW mit Danilo Petrucci. Teamkollege van der Mark zeigte sich bei seinem ersten Einsatz als Ersatzpilot stark und stellte die zweite BMW auf Platz 10.
Enttäuschung dagegen bei Yamaha, die beste YZF R1 landete mit Xavi Vierge ausserhalb der Top Ten auf Rang 11.
Samstag: Alles wie gehabt – Bulega gewinnt vor Lecuona
Der Samstag begann denkbar schlecht. Im 3. Freien Training hatte Alvaro Bautista einen heftigen Sturz, bei dem er sich am rechten Sprunggelenk und Mittelfuß so schwere Verletzungen zuzog, dass er zu einer längeren Pause gezwungen ist.
Im anschließenden Qualifikationstraining zeigte dann Ducati die gewohnt starke Vorstellung. Nicolo Bulega und Iker Lecuona belegten mit ihren V4R Panigale die Plätze 1 und 3, eine weitere Ducati V4R mit Yari Montella klemmte sich zwischen die beiden Werkspiloten auf die 2.
Danilo Petrucci / BMW schaffte mit P9 wenigstens noch einen Top Ten Platz, während Teamkollege van der Mark auf P12 einlief und zudem von der Rennleitung noch eine Rückversetzung im Grid erhielt. Er überholte unter gelben Flaggen.
Stark zeigte sich Privatfahrer Alberto Surra, der die Ducati vom Motocorsa Racing Team auf Startplatz 5 stellen konnte. Rennen 1 musste dann bereits in der 1. Runde mit der roten Flagge abgebrochen werden, da Danilo Petrucci zu Sturz kam und erst versorgt werden musste. Den Re-Start - ohne Petrucci - gewann dann Nicolo Bulega.
Zusammen mit Teamkollege Lecuona machte sich der WM-Führende dann aus dem Staub. 14 Runden führte der Seriensieger, dann durfte für 4 Runden Lecuona Führungsluft schnuppern, bevor Bulega wieder das Kommando übernahm und Sieg Nummer 13 im 13. Rennen der Saison einfuhr.
Yari Montella gesellte sich auf dem Podium zu den beiden Markenkollegen als Dritter und sorgte damit für das bislang 7. komplette Ducati-Podium in der Superbike-WM 2026. Einen brenzligen Moment musste Sam Lowes überstehen, der in Runde 4 nach einer Berührung mit Surra zu Sturz kam - jedoch glücklicherweise von keinem der nachfolgenden Piloten getroffen wurde.
Sonntag: Die Konkurrenz kann Ducati nichts entgegensetzen
Zum Superpole Race über 10 Runden blieben – wie auch später in Rennen 2 – im Grid 2 Startplätze frei. Alvaro Bautista und Danilo Petrucci mussten aufgrund ihrer Sturzverletzungen vom Vortag passen.
Ansonsten lief das Superpole Race so wie es derzeit nicht anders zu erwarten ist: Das Ducati-Duo Bulega und Lecuona fuhr vorneweg, während Yari Montella. Lorenzo Baldassarri und Alberto Surra um Platz 3 kämpften.
Dass alle 5 Piloten eine Ducati pilotierten sagt viel über die aktuelle Situation in der Superbike-WM aus. Die Konkurrenz von Bimota, BMW, Honda, Kawasaki und Yamaha kann den V4 Raketen aus Bologna nicht das Wasser reichen. Zudem sitzen auf den beiden Werksducatis mit Bulega und Lecuona die wohl aktuell schnellsten Racer bei den Superbikes.
Daran änderte sich dann auch im 2. Hauptrennen am Sonntag nicht viel. Wie schon in Rennen 1 und dem Superpole Race standen nach 22 Runden wieder die drei Ducatisti Bulega (1.), Lecuona (2.) und Montella (3.) auf dem Siegerpodest. Als Fünfter brachte Garrett Gerloff ein wenig Abwechslung in die Ducati Monotonie, er platzierte seine Kawasaki als 5. zwischen dem Vierten – Baldassarri – und dem Sechsten – Surra – beide auf Ducati.
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Hartmut Reuschel