Marc Marquez hatte ein starkes Wochenende in Ungarn. Pole Position, Sieg im Sprintrennen
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MotoGP Ergebnis Ungarn: Marc Marquez holt Pole und Sieg im Sprintrennen

(Hartmut Reuschel / Ergebnis MotoGP Italien Mugello)  In Ungarn holte sich Marc Marquez den 100. MotoGP Sieg, und krönte damit seine Karriere als einer der wenigen, die das geschafft haben.  4075 Meter Asphaltband, 17 Kurven - 10 Links und 7 Rechts -  und 2 Meter Höhenunterschied waren die technisch nüchternen Voraussetzungen, auf die die MotoGP-Piloten beim Ungarn Grand Prix auf den Balaton Park Circuit trafen. 

Aprilia stellt sich selbst ein Bein - Marc Marquez gewinnt beide Rennen 



4075 Meter Asphaltband, 17 Kurven - 10 Links und 7 Rechts -  und 2 Meter Höhenunterschied, das waren die technisch nüchternen Voraussetzungen auf die die MotoGP-Piloten beim Ungarn Grand Prix auf den Balaton Park Circuit trafen.

Emotional teilten sich dabei die Fahrer in 2 Gruppen. Da sind die, die mit der Strecke gut klar kommen und den Stop and Go Rythmus lieben, das harte Anbremsen und die zahlreichen Rythmuswechsel von schnell - langsam - schnell.
Yamaha-Pilot Toprak Razgatlioglu oder auch Enea Bastianini von KTM  gehören zu den Befürwortern der Strecke. Besonders "El Turco" Razgatlioglu hat eine enge Bindung zu der Strecke, gewann er doch 2025 alle 3 Rennen im Rahmen der Superbike-WM.

Es gibt aber auch die Fahrer, die den Park Ring verächtlich als Micky Mouse Kurs betiteln, die dem winkeligen Kurs ohne richtige Vollgaspassage und mit wenigen Stellen an denen ein Ausbremsmanöver gesetzt werden kann, nichts abgewinnen können. Aprilia-Pilot Jorge Martin und Pedro Acosta vom KTM Factory Team gehören u. a. zu dieser Fraktion.

Marc Marquez hielt sich im Vorfeld des Rennens bedeckt. Der MotoGP Weltmeister gewann im vergangenen Jahr bei der MotoGP Premiere der neuen Strecke sowohl das Sprintrennen als auch den Grand Prix, gilt aber im Fahrelager als absolutes Vollgastier und hat damit 2025 viele mit seinen Siegen überrascht. 

Fabio Di Giannantoiio musste in Ungran zurückstecken - kein Podium für den Ducati Pilot
© moto-foto / Hartmut Reuschel - Fabio Di Giannantonio musste in Ungran zurückstecken - kein Podium für den Ducati Pilot

MotoGP Freitagtraining:
Ducati am Balaton Park Circuit auf Augenhöhe mit Aprilia



Die Trainingssitzungen am Freitag brachten dann doch die eine oder andere neue Erkenntnis in Ungarn. So konnte das bislang so dominant aufgetretene Aprilia Werks-Duo Bezzecchi und Martin nicht ganz vorne mithalten. Die beiden hielten sich meist in der 2. Hälfte der Top-Ten Piloten auf.

An der Spitze tummelten sich auffällig viele Ducatis, die mit ihrer Speerspitze, Marc Marquez / Lenovo Ducati sowie Fermin Aldegeur / Team Gresini Ducati und Fabio Di Giannantoinio / Pertaminia Enduro VR 46 Ducati  die Pace bestimmten.

Auch Francesco Bagnaia, Teamkollege von Marquez im Ducati Werksteam, sowie Pedro  Acosta /  KTM tauchten immer wieder auf den vorderen Plätzen des Klassements auf.

Als dann am Nachmittag die schnellsten 10 Piloten gesucht wurden, die direkt ins Q2 einziehen, setzte Pedro Acosta die erste Duftmarke und verwies den Rest der Elite auf die Plätze. Mit 1.36,827 Minuten war er der einzige Pilot, der unter 1.37 Minuten blieb. Damit erhob er natürlich  ernste  Ansprüche auf die Pole Position und Podestplätze in Sprint und Grand Prix.

Di Giannantonio, bei beiden Trackhouse-Aprilias mit R. Fernandez (3.) und Ai Ogura (5.) sowie Aldeguer (4.) stellten die Top-Five. Erst dahinter folgte das Establishment mit dem WM-Leader Marco Bezzecchi, Weltmeister Marc Marquez und Jorge Martin auf P9. Martin musste sich allerdings etwas überraschend dem Rookie Diogo Moreira auf der LCR-Honda geschlagen geben. Jack Miller sorgte für etwas entspanntere Mienen beim arg gebeutelten Yamaha Team mit Platz 10. 

Starker Auftritt von Pedro Acosta vom KTM Factory Team in Ungarn
© moto-foto / Hartmut Reuschel - Starker Auftritt von Pedro Acosta vom KTM Factory Team in Ungarn

MotoGP Samstag: Marc Marquez stellt Aprilia in den Schatten



Am Samstag machte Marc Marquez dann von Anfang an klar wer an diesem Tag das Sagen hatte. Mit der schnellsten Runde im Q2 holte sich der spanische Multiweltmeister die Pole Position vor den erneut starken Acosta und Aldeguer.

Mit den Plätzen 6 für Bezzecchi und 8 für Martin wurde klar, dass Aprilia in Schwierigkeiten steckte - denn so  weit entfernt von der Startreihe 1 war das Werksteam in diesem Jahr noch nicht.

Und beim Sprintrennen setzten sich diese Schwierigkeiten für Aprilia dann fort. Marco Bezzecchi gelang zwar ein Superstart, der ihn noch in der ersten Kurve auf Platz 3 brachte, doch damit war es mit der Aprilia-Herrlichkeit an diesem Tag dann auch schon vorbei. Der WM-Leader steckte auf P3 fest und hatte alle Hände voll zu tun diesen Platz gegen einen tapfer kämpfenden Fermin Aldeguer zu verteidigen. 

Teamkollege Jorge Martin lag nach der Startrunde auf P7 und für den Weltmeister von 2023 ging zunächst nichts nach vorn. Acosta versuchte in den beiden Anfangsrunden die Führung von Marc Marquez zu übernehmen, ab Runde 3 konnte sich aber die Werksducati von der Factory-KTM Meter um Meter absetzen so dass  zu Rennmitte des 13 Runden-Sprints die Positionen klar bezogen waren.

Das Führungstrio Marc Marquez, Acosta und Bezzecchi  lag mit Vorsprung vor dem Feld. Dahinter raufte Aldeguer mit R.Fernandez um Platz 4, den sich Trackhouse-Pilot Fernandez dann auch sichern konnte. Währenddessen konnte der WM-Zweite im Gesamtklassement Jorge Martin etwas Schadenbegrenzung betreiben und auf Platz 6 ins Ziel kommen. Bemerkenswerter Platz 7 für Moreira - dem Rookie war es vergönnt der beste Hondafahrer im Ziel zu sein. Beste Yamaha wurde die M1 V4 mit der Startnummer 7 - das ist die vom MotoGP-Neuling und amtierenden Superbike Weltmeister, Toprak Razgatlioglu.

Da war noch alles in Ordnung - das Feld fliegt auf die erste Kurve zu !
© moto-foto / Hartmut Reuschel - Da war noch alles in Ordnung - das Feld fliegt auf die erste Kurve zu !

MotoGP Sonntag: Marquez tritt dem 100-er Klub bei


Der Grand Prix war keine 10 Sekunden alt, als die Entscheidung über Sieg und Niederlage im Prinzip schon gefallen war. In der Absicht möglichst viele Positionen beim Start gut zu machen setzte Jorge Martin einen sehr späten Bremspunkt. Dabei verlor er die Kontrolle über seine RS-GP. Bei seinem Sturz räumte er direkt 4 Fahrer mit ab -  zwei Aprilia Markenkollegen mit Bezzecchi und R. Fernandez sowie zwei Ducatis mit Aldeguer und Di Giannantonio.

Mit dem Durcheinander, das dieser Crash mit sich brachte zogen an der Spitze Marquez und Acosta auf und davon, Francesco Bagnaia lag einsam auf Platz 3. Während sich Di Giannantonio als einziger der gestürzten Fahrer wieder aufrappelte und dem Feld hinterher hetzte, zogen Bezzecchi, Martin, Aldeguer und Fernandez frustriert Richtung Box ab.

Kopfschütteln bei Aprilia wegen dieser Aktion und Aufbruchstimmung bei Ducati, sah doch Marc Marquez die Chance dem WM-Leader Marco Bezzecchi im Gesamtklassement 25 Punkte abzunehmen.

Dazu musste er aber erst einmal Pedro Acosta wieder einfangen, der in Runde 2 die Führung übernommen hatte und mittlerweile mit 1,6 Sekunden Vorsprung führte. Bis Runde 14 brauchte der Weltmeister,  bis er an Acosta´s Hinterrad war. Dann tauschten die beiden Spanier in Runde 15 mehrere Male mit knallharten Überholmanövern die Positionen, ehe Marquez letztendlich ein finales Ausbremsmanöver setzen konnte und sich damit die Führung zurückholte.

Auch um P4 wurde wild gerauft, zwischenzeitlich gab es eine Gruppe mit bis zu 7 PIloten, die in einem Pulk lagen und den sensationell auf P4 liegenden Yamahapiloten Jack Miller jagten. Ai Ogura (4.), Luca Marini (5.) und Diogo Moreira (6.) schafften das nach 26 Runden, bevor Miller ein sehr gutes Yamaha Ergebnis mit P7 nach Hause bringen konnte.

Vorne trug sich mit seinem 100. Grand Prix Sieg Marc Marquez in die sehr elitäre Liste der Piloten ein, die in ihrer Karriere 100 Grand Prix und mehr gewinnen konnten. Bis zum Ungarn Grand Prix mit Giacomo Agostini (122) und Valentino Rossi (114) gelang das nur 2 Fahrern!

Acosta wurde ( wieder ) guter Zweiter, Bagnaia landete auf P3. Da Ducati durch den Sieg von Marquez auch den 100. Sieg in der MotoGP seit dem Einstieg im Jahr 2003 feierte, herrschte Partylaune bei den Roten.

Wenige Meter weiter unten in der Boxengasse war es dagegen in der Aprilia - Box eher still. Zwar führen Bezzecchi und Martin die WM-Gesamtwertung noch an, doch zum Einen verloren sie allein in Ungarn 30 Punkte auf Marquez und zum Anderen herrscht zwischen den beiden Piloten derzeit Funkstille.       

Gesamtergebnis MotoGP Ungarn 2026



Pos   Zeit Pkte  
1
M. Márquez
0:42:55.325
25
 
Ducati #93
2
P. Acosta
+1.343s
20
 
 
Red Bull KTM Factory Racing #37
3
F. Bagnaia
+11.632s
16
 
 
Ducati #63

4
A. Ogura
+15.539s
13
 
 
Trackhouse #79
5
L. Marini
+18.669s
11
 
 
Honda #10
6
D. Moreira
+21.794s
10
 
 
LCR Team  #11
7
I. Lecuona
+22.815s
9
 
 
Gresini Racing
8
J. Miller
+23.283s
8
 
 
Pramac Racing  #43
9
E. Bastianini
+24.491s
7
 
 
Tech 3
#23
10
B. Binder
+24.601s
6
 
 
Red Bull KTM Factory Racing  #33
11
T. Razgatlioglu
+25.135s
5
 
 
Pramac Racing  #7
12
F. Di Giannantonio
+28.386s
4
 
 
VR46 Racing Team  #49
13
Á. Rins
+29.207s
3
 
 
Yamaha  #42
14
F. Morbidelli
+31.333s
2
 
 
VR46 Racing Team  #21
15
M. Viñales
+32.536s
1
 
 
Tech 3  #12
16
C. Crutchlow
+54.604s
0
 
 
LCR Team  #35
17
F. Quartararo
DNF
0
 
 
Yamaha   #20
18
J. Mir
DNF
0
 
 
Honda  #36
19
F. Aldeguer
DNF
0
 
 
Gresini Racing  #54
20
M. Bezzecchi
DNF
0
 
 
Aprilia  #72
21
R. Fernández
DNF
0
 
 
Trackhouse  #25
22
J. Martín
DNF
0
 
 
Aprilia  #89

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Hartmut Reuschel