Marc Marquez hatte nach dem Rennen gut lachen – er machte im WM-Gesamtklassement auf Bezzecchi am Wochenende 32 Punkte gut
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MotoGP Brno Ergebnis: Marc Marquez holt Sieg in Tschechien mit Ducati

(Hartmut Reuschel / Ergebnis MotoGP Tschechien 2026 in Brünn) Marc Marquez hat beim letzten Monster Energy Grand Prix von Tschechien am Sonntag erneut die Erwartungen erfüllt. Mit seiner Ducati vom Ducati Lenovo Team siegte Marc Márquez vor dem Zweitplatzierten Fabio Di Giannantonio (Pertamina Enduro VR46 Racing Team) und seinem Ducati Teamkollegen Francesco Bagnaia. Das Gesamtergebnis hier im speed-magazin.de

Grosser Preis von Tschechien in Brünn


Die Woche vor dem Großen Preis der Tschechischen Republik war wegweisend für die Zukunft der MotoGP.
Dabei ging es nicht - wie man zunächst vermuten könnte - um Fahrer oder Sponsorenverträge für das nächste Jahr, es ging um viel mehr. Im Prinzip ging es um die Ausrichtung der MotoGP für die nächsten Jahre.

Nach langwierigen und wohl nicht allzu leichten Verhandlungen haben die fünf in der MotoGP beteiligten Hersteller - Aprilia, Ducati, Honda, KTM und Yamaha - zusammen mit dem Rechteinhaber, der MotoGP Sports Entertainment Group, einen Vertrag bis 2031 ausgehandelt. Die Unterzeichnung regelt sowohl die sportliche als auch die kommerzielle Zukunft der schnellsten Motorrad-Rennserie der Welt.

Dabei standen wichtige Eckpunkte wie die finanzielle Beteiligung der Werke, technische Regularien, Form, Darstellung und Auftreten der MotoGP sowie die Anzahl der zur vergebenden Startplätze - derzeit 22 - zur Verhandlung an. Durch die Einigung ist gesichert, dass es bis 2031 mit den 5 genannten Herstellern weitergehen wird, zu den genannten Eckpunkten ist jedoch bislang noch nicht viel nach außen gedrungen. Der MotoGP Rechteinhaber läuft unter der Regie von Liberty Media läuft, die auch die Formel 1 Rechte besitzen. Somit ist fast sicher dass sich nächster Zukunft insbesondere bei der Darstellung und dem Auftreten der MotoGP Dinge ändern werden. Liberty Media wollen mehr Zuschauer und höhere Einschaltquoten für die Serie generieren. Bei der Formel 1 hat das weltweit gesehen bereits gut geklappt - und nun ist das das erklärte Ziel für der MotoGP. 

Marco Bezzecchio war am Samstag der böse Bube in der MotoGP Quelle: moto - foto
© moto - foto  / Hartmut Reuschel - Marco Bezzecchio war am Samstag der böse Bube in der MotoGP  

 

MotoGP Freitag: Alle 4 Aprilia in den Top Ten


Neben all den Vertragsverhandlungen wurde in Tschechien natürlich auch noch Motorrad gefahren. Dabei konnte mit Alex Marquez auch wieder ein Rückkehrer im Starterfeld begrüßt werden. 4 Wochen nach seinem Horrorcrash in Barcelona saß der Vizeweltmeister wieder im Sattel seiner Gresini Ducati GP26 und lieferte mit Rang 15 eine solide Leistung ab, wenngleich Teamkollege Aldeguer mit Platz 9 den direkten Einzug ins Q2 schaffte -  was Alex Marquez verwehrt blieb.

Der schnellste Mann am Freitag saß auf einer Kundenmaschine: Ai Ogura setzte sich am Ende mit seiner Trackhouse Aprilia gegen die Konkurrenz durch und führte die Zeitentabelle am Abend vor Markenkollege Marco Bezzecchi an. Auch die beiden letzten Top Ten Plätze gingen mit Raul Fernandez und Jorge Martin an RS-GP-Fahrer, womit Aprilia alle 4 Maschinen in die Top Ten bringen konnte. Dazwischen platzierten sich mit Di Giannantonio (3.), Bagnaia (4.), M.Marquez (5.), Acosta (6.), Moreira (7.) und Aldeguer(8.) vier Ducatis, eine KTM und eine Honda.     

Gewann das Sprintrennen am Samstag – Francesco Bagnaia/Ducati
© moto-foto / Hartmut Reuschel - Gewann das Sprintrennen am Samstag – Francesco Bagnaia/Ducati

 

MotoGP Samstag: Francesco Bagnaia sichert sich den Sprintsieg


Beim Q2 Qualifying am Samstag war es wieder Ai Ogura der die Konkurrenz düpierte und mit einem Kundenbike die Pole Position eroberte. Die erste Startreihe teilte sich der Japaner mit Di Giannantonio und Bagnaia. Dahinter platzierten sich Bezzecchi, Marc Marquez und der schnelle Rookie Diogo Moreira.

Fernandez, Acosta und Morbidelli stellte ihre Motorräder in Startreihe 3 bevor der Zweite im WM-Gesamtklassement, Jorge Martin, auf Startplatz 10 auftauchte. Das Sprintrennen war dann eines der Spezial Sorte  von Francesco Bagnaia. Fast immer, wenn der Weltmeister der Jahre 2022 und 2023 vom Start weg in Führung geht und über die ersten Runden das Tempo bestimmen kann, sind es Rennen, die für den Turiner gut ausgehen.

So auch das Sprintrennen von Tschechien. Vom Start weg von 3 auf 1 setzte sich die Werksducati an der Spitze fest und gab diese mit konstant schnellen Rundenzeiten nicht mehr ab.  Auch Ai Ogura übernahm nach dem Start sofort P2 und verteidigte diesen Platz bis zum Zielstrich. Rennaction gab es im Mittelfeld zwischen Bezzecchi, Acosta und Martin, die um die Plätze rauften.

Dabei übertrieb es zunächst KTM-Pilot Acosta, der in Runde 6 ein gutes Ergebnis im Kiesbett versenkte. WM-Leader Bezzecchi kam in Runde 9 unbedrängt ebenfalls zu Fall und verschenkte damit - wieder einmal - wichtige Punkte im Gesamtklassement. Teamkollege Martin rückte dadurch auf P5 vor, die vor ihm fahrenden Marc Marquez (3.) und Di Giannantonio (4.) konnte der „Martinator“ aber nicht mehr einholen. 

 

MotoGP Sonntag: WM-Leader Bezzecchi erhält Startverbot!


Für das Werksteam von Aprilia war der Grand-Prix gelaufen bevor er überhaupt begonnen hatte. Jorge Martin erhielt für seine ungestüme Aktion vor einer Woche, als er beim Start direkt 3 Kollegen durch einen Sturz mit zu Boden riss, für das Rennen eine Double Long Lap Penalty als Strafe, die ihm jegliche Siegchance nahm.

Am Samstag Abend um 19:52 verhängten dann die MotoGP Stewards ein Startverbot gegen den WM-Führenden, Marco Bezzecchi. Was war geschehen?

Bezzecchi wurde vorgeworfen dass er nach seinem Sturz im Sprintrennen in Runde 9 einen Streckenposten, der mit der Bergung seiner Aprilia RS-GP beschäftigt war, zweimal ohrfeigte. Dies belegten auch Bilder, die später auf verschiedenen Social Media Kanälen auftauchten.

Der Grund für den Ausraster des Italieners ist nicht ganz klar. Ob es aus Frust geschah, weil mit dem Sturz wieder wichtige WM-Punkte verloren gingen oder wegen des Streckenpostens, der bei der Bergung des Motorrads versehentlich am Gasgriff der noch laufenden Aprilia drehte und dabei die Drehzahl hochjagte, worüber sich Bezzecchi echauffierte - dazu gab es im Nachgang widersprüchliche Aussagen.

Tatsache ist, dass dieser in der MotoGP bislang einzigartige Vorfall dafür sorgte dass beim Grand-Prix nur 20 Piloten mit ihren Maschinen im Grid standen - denn auch Alex Marquez musste passen. Nach seiner Verletzungspause hatte er noch nicht die Kondition einen Grand Prix durchzustehen.

Ai Ogura/Trackhouse Aprilia wurde in Tschechien in beiden Rennen jeweils Zweiter
© MotoGP - Ai Ogura/Trackhouse Aprilia wurde in Tschechien in beiden Rennen jeweils Zweiter



Das Rennen auf dem 5,4 Km langen Autodromo Brünn zeigte dann relativ wenige Überholmanöver, trotzdem war es sehr spannend. Diese Spannung war Francesco Bagnaia, Marc Marquez und Ai Ogura zu verdanken. Die hatten sofort nach dem Start ein Führungstrio gebildet. Über die 21 Rundendistanz lagen sie immer nur um wenige Zehntel Sekunden auseinander, sodass jederzeit mit einer Attacke auf den Führenden gerechnet werden musste.

Der Führende hieß 15 Runden lang Bagnaia, dann zog Teamkollege Marquez unwiderstehlich an der Ducati mit der Nummer 63 mit einem fairen Manöver vorbei. Zwei Runden später war es dann auch Ogura der die Ducati ebenfalls sauber im mittleren Streckenabschnitt überholte. Das war der Zeitpunkt wo das Podest auch schon feststand, da das Trio seine Positionen bis ins Ziel verteidigte.

Fabio Di Giannantonio hatte ab Runde 13, in der er Pedro Acosta auf der KTM überholen konnte, keinen Gegner der ihn um P4 herausforderte. Guter Fünfter wurde Joan Mir als bester Hondapilot, nachdem die KTM von Acosta in der letzten Runde mit Defekt ausrollte. Jorge Martin holte nach seinen zwei Double Long Lap Penalties noch Platz 9, beste Yamaha wurde Rookie Toprak Razgatlioglu auf P14.

 

Bild 4: Marco Bezzecchio war am Samstag der böse Bube in der MotoGP Quelle: moto - foto  

Ergebnis MotoGP Tschechien Brno 2026




Pos. Nr.  Fahrer Team time / gap Pkt.

1
 
 
Ducati Lenovo Team 39:51.297 25
93 Marc  Marquez
 
 

2
 
 
SuperFile Trackhouse MotoGP Team +0.421 20
79 Ai  Ogura
 
 

3
 
 
Ducati Lenovo Team 2.255 16
63 Francesco Bagnaia
 
 

4
 
 
Pertamina Enduro VR46 Racing Team 2.424 13
49 Fabio Di Giannantonio
 
 

5
 
 
Honda HRC Castrol 12.810 11
36 Joan  Mir
 
 

6
 
 
BK8 Gresini Racing MotoGP 14.874 10
54 Fermin Aldeguer
 
 

7
 
 
SuperFile Trackhouse MotoGP Team 18.657 9
25 Raul  Fernandez
 
 

8
 
 
Honda HRC Castrol 21.265 8
10 Luca  Marini
 
 

9
 
 
Aprilia Racing 21.401 7
89 Jorge  Martin
 
 

10
 
 
Red Bull KTM Tech3 22.273 6
23 Enea Bastianini
 
 

11
 
 
Pro Honda LCR 22.881 5
11 Diogo Moreira
 
 

12
 
 
Red Bull KTM Factory Racing 22.942 4
33 Brad Binder
 
 

13
 
 
Pertamina Enduro VR46 Racing Team 25.003 3
21 Franco Morbidelli
 
 

14
 
 
Prima Pramac Yamaha MotoGP 25.806 2
7 Topak  Razgatlioglu
 
 

15
 
 
Red Bull KTM Tech3 26.360 1
12 Maverick Viñales
 
 

16
 
 
Prima Pramac Yamaha MotoGP 33.121  
43 Jack Miller
 
 

17
 
 
Castrol Honda LCR 44.784  
35 Cal Crutchlow
 
 
Nicht klassifiziert

 
 
 
Red Bull KTM Factory Racing 20 Runden  
37 Pedro Acosta
 
 

 
 
 
Monster Energy Yamaha MotoGP Team 17 Runden  
42 Alex Rins
 
 

 
 
 
Monster Energy Yamaha MotoGP Team 1 Runden  
20 Fabio Quartararo
 
 

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Hartmut Reuschel