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Marcel Schrötter möchte vor heimischen Fans wieder aufs Podium
© ADAC Motorsport | Zoom

Marcel Schrötter: „Der Sachsenring ist einmalig im MotoGP-Kalender“

Der Moto2-Pilot Marcel Schrötter ist neben Stefan Bradl, der den verletzten Marc Marquez am Sachsenring in der Königsklasse MotoGP ersetzt, der zweite Lokalmatador beim LIQUI MOLY Motorrad Grand Prix Deutschland (17. – 19. Juni) und steht bei den Fans hoch im Kurs. Der 29 Jahre alte Bayer fuhr 2019 im Rahmen des deutschen Moto-GP-Rennens auf das Podium und erlebte einen seiner bisherigen Karrierehöhepunkte. Im Interview berichtet der Vilgertshofener über seine Ziele, woran er arbeitet und die Einmaligkeit des Sachsenrings.

Der LIQUI MOLY Motorrad Grand Prix Deutschland ist Ihr Heimrennen. Mit welchen Erwartungen gehen Sie in das Rennen am Sachsenring?
Marcel Schrötter: „Natürlich will ich wieder ganz vorn mitmischen. Das hat in den vergangenen Jahren am Sachsenring gut geklappt. Mein Traum und Wunsch ist es, um das Podium oder den Sieg zu kämpfen. Das Rennen in Barcelona hat uns sehr viel Selbstvertrauen gegeben. Der Sachsenring ist jedoch eine schwierige Strecke. Ich hoffe, dass ich von Anfang an ein gutes Gefühl habe und das Motorrad gut funktioniert.“
 
Was macht den Sachsenring als Strecke aus?
Marcel Schrötter: „Dass es sehr eng ist und so gut wie nie geradeaus geht, abgesehen von der Start-Ziel-Geraden. Es gibt noch zwei Mini-Geraden, einmal den Berg runter und einmal bei der Anfahrt zur letzten Kurve. Sonst fährt man nur in Schräglage. Das macht den Sachsenring einmalig im MotoGP-Kalender.“
 
2019 standen Sie als Dritter schon einmal auf dem Siegertreppchen. Ist das Ihre schönste Sachsenring-Erinnerung?
Marcel Schrötter: „Ja, auf jeden Fall! Es gab zwar vorher schon andere Highlights, wie mein Wildcard-Einsatz im Jahr 2009, als ich noch gar kein WM-Fahrer war. Da stand ich auch in der ersten Startreihe. Aber ein Rennen vor heimischem Publikum zu bestreiten, um das Podium zu kämpfen und dann auf dem Siegertreppchen oben zu stehen, das ist schon ein Wahnsinnsgefühl. Das würde ich gerne wiederholen.“
 
In diesem Jahr stehen Sie dank vier Top-5-Resultaten auf Platz sieben in der Gesamtwertung. Wie ist das bisherige Saisonfazit?
Marcel Schrötter: „Es könnte natürlich besser sein. Ich bin nicht ganz zufrieden, weil wir am Saisonanfang hinter den Erwartungen zurückgeblieben sind. Wir haben leider zu spät entdeckt, dass am Chassis des Motorrads ein kleines Problem vorlag. Als wir das abstellten, ging es etwas vorwärts, auch wenn nicht sofort die Ergebnisse kamen. Das Qualifying war das Problem, die Rennen waren alle sehr gut. Wir arbeiten weiter sehr hart und holen Stück für Stück auf.“
 
Ihr bisheriges Saisonhighlight im Jahr 2022?
Marcel Schrötter: „Das Rennen in Jerez. Da bin ich von Startplatz 18 bis auf Rang fünf nach vorn gefahren. Wir wurden davor zweimal Vierter. Beim Rennen in Portimão hatte ich wirklich Glück, dass ich nicht gestürzt bin und es nach einem Massencrash zum Abbruch kam. Es war ganz wichtig, diese Ergebnisse zu bestätigen. In Jerez nach vorn zu fahren und das mit der Pace des späteren Rennsiegers, machte es zu einem meiner besten Rennen überhaupt.“
 
Was gilt es zu verbessern?
Marcel Schrötter: „Das Qualifying! Wir arbeiten viel an der Rennpace, aber wir müssen auf dieser einen Runde einfach schneller werden. Das geht mir noch nicht ganz natürlich von der Hand. Vor ein paar Jahren habe ich das schon mal hinbekommen, da bin ich mehrmals auf die Pole-Position gefahren. Aber das Fahren hat sich in den vergangenen Jahren ein wenig verändert. Ich fahre zu kontrolliert und denke zu viel nach. Mir fällt es schwer, auf einer Runde alles zu optimieren, beziehungsweise rein instinktiv zu fahren. Wir versuchen, uns da zu verbessern und auch in den Trainings den Fokus mehr auf die eine schnelle Runde zu legen. Wir wissen, dass meine Rennpace in diesem Jahr wirklich gut ist.“

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