ER hat es wieder getan - Marc Marquez gewinnt zum 10. Mal am Sachsenring in der MotoGP
© moto-foto Hartmut Reuschel | Zoom

Ergebnis MotoGP Sachsenring: Marc Marquez geht als Doppelsieger in die Sommerpause

(Bericht von Hartmut Reuschel - MotoGP Sachsenring Ergebnis)  Vor der Sommerpause hat sich Marc Marquez gleich zweimal feiern lassen - er holte sich am Wochenende einen Doppelsieg. Gestartet hat das Grand Prix Wochenende allerdings anders als sonst - mit einer Gedenkfeier für den Mäzen, Sponsor und Teameigner Marc van der Straten, der in der Schweiz mit 78 Jahren verstorben ist. Diese Emotionen haben manch einen der MotoGP Piloten anscheinend auch zu schaffen gemacht - Der Pechvogel Marco Bezzecchi hatt einen so heftigen Sturz im Qualifying, dass er ins Krankenhaus gebracht wurde - er hatte sich das Schlüsselbein gebrochen. Den MotoGP Sprint hat Ducati für sich entschieden - mit Marc Marquez vor Bruder Alex, sowie Di Giannantonio. Dahinter lagen im Sprint Ergebnis 3 Maschinen von Aprilia. Marc Marquez hat dann am Sonntag auch noch den 10.Grand Prix Sieg eingeheimst, was ihn zufrieden in die Sommerpause gehen lässt. 

261.000 Zuschauer erleben einen Doppelsieg von Marc Marquez


In den zwei Wochen zwischen den Rennen in Assen und dem Sachsenring drehte sich das Fahrerkarussel der MotoGP-Piloten in Höchstgeschwindigkeit. Nachdem Ducati bereits in Assen den Anfang machte und die Trennung vom 2fachen MotoGP Weltmeister Francesco Bagnaia zu Gunsten von Pedro Acosta - bisher KTM - machte, zogen in den Tagen darauf mehrere Teams nach.

Alex Marquez, amtierender MotoGP Vizeweltmeister, gab bekannt sich zu Ende der Saison von Gresini Racing zu verabschieden um bei KTM Factory Team anzudocken. Kaum war die Meldung über die sozialen Medien verbreitet, zog KTM nach und begrüßte für die kommende Saison neben Alex Marquez auch den derzeitigen WM-Dritten, Fabio Di Giannantonio. 
Damit sind die Österreicher für die MotoGP Saison 2027 mit einer der stärksten Fahrerpaarungen in der WM vertreten.

Yamaha bestätigte endgültig die Trennung von Fabio Quartararo, nachdem Teamkollege Alex Rins bereits vor einigen Wochen seine Kündigung erhalten hatte. Mit Jorge Martin und Ai Ogura holten die sich Japaner zwei (noch)-Apriliafahrer ins Team, wodurch sich natürlich die Frage stellt ob sich Yamaha neben den fahrerischen Qualitäten der beiden auch einen Technologietransfer verspricht. Ist doch Aprilia in dieser Saison bislang das Maß der Dinge, während Yamaha regelmäßig nur auf den hinteren Plätzen im Klassement auftaucht.

Joan Mir wechselt für das nächste Jahr von HRC Honda zu Gresini Racing, er bekommt Daniel Holgado als Rookie aus der Moto 2 an seine Seite.

Francesco Bagnaia wird bei Aprilia als Teamkollege von Marco Bezzecchi für das Werksteam ab 2027 starten, während Alex Rins derzeit noch ohne Vertrag ist.

Gedenkfeier zu Beginn des Rennwochenendes für Marc van der Straten



Gedenkfeier für den Mäzen, Sponsor und Teameigner Marc van der Straten
© moto-foto Hartmut Reuschel / Gedenkfeier für den Mäzen, Sponsor und Teameigner Marc van der Straten


Das Grand Prix Wochenende begann am Donnerstag Nachmittag in Gedenken an Marc van der Straten, der am 5. Juli in der Schweiz 78jährig verstorben ist. Der millionenschwere Unternehmer aus der belgischen Artois-Bierbrauer-Dynastie war in der Szene als Sponsor, Mäzen, Teameigner und großer Motorsportfan fest verankert und feierte u. a. mit Jack Miller, Franco Morbidelli, Alex Marquez und Tito Rabat Grand-Prix Siege und 3 WM-Titel in der Moto2.

Ihm wurde in einer kleinen Zeremonie auf der Start und Zielgeraden im Beisein vieler ehemaliger Weggefährten, Fahrer und Techniker sowie Vertretern der Veranstalter gedacht.

MotoGP Freitag: Bestzeit für Marc Marquez


Als es dann am Freitag zu den Trainings auf die 3,671 KM lange Piste mit ihren 13 Kurven  - 10 Links und 3 Rechts - ging, nahmen 21 MotoGP-Piloten die Arbeit auf. Fermin Aldeguer musste verletzungsbedingt passen und sein Team Gresini Racing verzichtete auf die Nennung von einem Ersatzfahrer.

Wie sehr der Sachsenring Ducati Star Marc Marquez liegt wurde im Zeittraining am Freitag nachmittag deutlich. Der Spanier, der bereits 9 MotoGP Siege hier herausfahren konnte, sicherte sich die beste Zeit und damit den direkten Einzug ins Q2, dem Abschlusstraining der 12 schnellsten Fahrer. Trotz Sturz am Vormittag dominierte Marquez die Session und verwies den schnellsten Apriliapiloten Raul Fernandez auf P2.

Auch die 3 restlichen Aprilias von Ogura (6.), Bezzecchi (7.) und Martin (8.) fanden den direkten Weg ins Q2. Dazu gesellten sich noch Fabio die Giannantonio als Dritter vor Alex Marquez (4.).

Jack Miller überraschte mit Platz 5 im Zeittraining am Freitag Nachmittag.
© moto-foto / Hartmut Reuschel - Jack Miller überraschte mit Platz 5 im Zeittraining am Freitag Nachmittag.


Jack Miller überraschte mit Rang 5, wobei er zum Sachsenring eine besondere Beziehung hat. In seiner Zeit als Fahrer vom Racing Team Germany 2013 lebte der Australier einige Zeit in unmittelbarer Nähe zur Strecke, 2014 gewann er für KTM in der Moto3 Klasse hier den Grand Prix von Deutschland.

KTM Pilot Pedro Acosta (9.) und Franco Morbidelli (10.) vervollständigten die Top Ten.

MotoGP Samstag: Sprintsieg von Marc Marquez
- Bezzecchi muss verletzt aufgeben


Das Qualifying wurde dann eine Familienangelegenheit der Marquez Brüder. Nur durch 6/100 Sekunden voneinander getrennt umrundete Marc der Ältere die Strecke schneller als sein jüngerer Bruder Alex und sicherte sich damit die Pole Position.

Auch in der Ducati-Familie durfte man sich freuen. Neben den zwei GP26 der Marquez Brüder stellte Fabio Di Giannantonio eine dritte Ducati in die erste Startreihe.

Aprilia wurde dagegen wieder einmal vom Kundenteam Trackhouse besser vertreten als durch das Werksteam selbst. Während die beiden Werksfahrer auf den Plätzen 8 für Bezzecchi und 9 für Martin landeten, stellten Raul Fernandez ( 4.) und Ai Ogura (5.) ihre RS-GP in die zweite Startreihe, in der auch noch Fabio Quartararo mit der schnellsten Yamaha M1V4 den 6. Platz herausfahren konnte.

Fabio Quartararo lieferte mit Startplatz 6 eine starke Quali ab
© moto-foto / Hartmut Reuschel - Fabio Quartararo lieferte mit Startplatz 6 eine starke Quali ab


Zu den beiden Aprilias in Reihe drei gesellte sich noch Franco Morbidelli mit einer weiteren Ducati, die damit genauso wie Konkurrent Aprilia 4 Maschinen in den Top Ten platzieren konnten. Dazu kommt noch die Yamaha von Quartararo und auf P10 die KTM von Pedro Acosta.

Eine schlechte Nachricht gab es bereits, als das Feld zum Sprintrennen in die Startaufstellung rollte.

Marco Bezzecchi, im Qualifikationstraining heftig gestürzt und danach im Krankenwagen weggebracht, saß nicht auf seiner Aprilia mit der #72. Der Italiener hatte sich beim Sturz das Schlüsselbein gebrochen und fiel damit für beide Rennen am Sachsenring, Sprint und Grand Prix, aus!

Die Pechsträhne von Marco Bezzecchi hält an - heftiger Sturz in der Qualifikation
© moto-foto Hartmut Reuschel - Die Pechsträhne von Marco Bezzecchi hält an - heftiger Sturz in der Qualifikation



MotoGP Sprint: Ducati mit Ansage


Das inzwischen auf 20 Fahrer geschrumpfte Starterfeld wurde pünktlich um 15:00 Uhr auf die 15 Runden geschickt, die eine klare Angelegenheit von Ducati wurden. Mit den Marquez Brüdern - Marc vor Alex - und Di Giannantonio führten 3 Maschinen der italienischen Motorradschmiede aus Bologna, dahinter folgten mit Ogura, Fernandez und Martin 3 Maschinen von Aprilia.

Auf den ersten sechs Plätzen gab es nur in den ersten beiden Runden Bewegung als sich Jorge Martin von seinem Startplatz 8 an die sechste Position vorfahren konnte. Danach waren die Positionen eingefroren und die Piloten managten ihre weichen Hinterradreifen, um ohne Probleme die 15 Runden zu überstehen.

Francesco Bagnaia machte im Rennen 4 Plätze gut und sicherte sich Platz 7. Yamahapilot Quartararo verlor hingegen 3 Plätze und musste sich mit dem letzten WM-Punkt für Rang 9 zufrieden geben, nachdem er gegen Pedro Acosta den Kürzeren zog und dem KTM-Piloten Platz 8 überlassen musste. Die WM hat sich durch dieses Ergebnis zu einem Fünfkampf entwickelt. Mit Martin (197), Bezzecchi (186), Di Giannantonio (184), Ogura (174) und M.Marquez (165) liegen 5 Piloten nur 32 Punkte auseinander - wobei bei einem Grand Prix Wochenende 34 Punkte vergeben werden.     

MotoGP Sonntag: Marc Marquez gewinnt zum 10. Mal den GP Deutschland



Der Rennsonntag begann mit einem Sturz von Fabio di Giannantonio, den er zwar unverletzt überstand, der jedoch an seinem Selbstvertrauen nagte. Dies wurde spürbar als nur etwas mehr als 4 Stunden später der Italiener mit seiner Ducati erneut zu Fall kam und somit keine weiteren Punkte auf den WM-Leader Jorge Martin gutmachen konnte.

Jorge Martin kämpfte auf Rang 5 liegend fast über die gesamte Renndistanz von 30 Runden mit Francesco Bagnaia, den er im Ziel knapp hinter sich halten konnte.

Von all dem bekam der Mann an der Spitze nichts mit.

Nachdem sich sein Bruder Alex mitsamt seiner Gresini Ducati nach rund einem Renndrittel nach einem Sturz im Kiesbett wiederfand und aufgeben musste, fuhr Marc Marquez ein einsames Rennen. Hinter dem Multiweltmeister kämpfte das Trackhouse Aprilia-Duo Fernandez und Ogura um den zweiten Platz, den der Japaner mit einem Überholmanöver in der vorletzten Runde für sich entscheiden konnte.

Guter Vierter wurde Pedro Acosta, der weder zu den Aprilias vor ihm mit Fernandez und Ogura aufschließen konnte, noch in der Gefahr war von der Aprilia von Martin hinter ihm angegriffen zu werden.

Bester Yamahapilot wurde Fabio Quartararo auf P7 vor der schnellsten Honda mit Luca Marini.

Die Top Ten wurden von KTM mit Bastianini auf Platz 9 vor Brad BInder auf P10 komplettiert.

WM-Tippspiel der Piloten. Die Spanier Marquez und Martin tippen für ihr Heimatland, Di Giannantonio aus Italien glaubt an Argentinien,  der Japaner Ogura kann mit Fussball scheinbar wenig  anfangen
© moto-foto Hartmut Reuschel / WM-Tippspiel der Piloten: Die Spanier Marquez und Martin tippen für ihr Heimatland, Di Giannantonio aus Italien glaubt an Argentinien,  der Japaner Ogura kann mit Fussball scheinbar wenig  anfangen


Die MotoGP geht jetzt in die Sommerpause und  kehrt am 7. August 2026 in Silverstone wieder auf die Rennstrecke zurück. 
 

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Hartmut Reuschel