In Peking begeistern die humanoiden Roboter durch Höchstleistungen
© World Humanoid Robot Games | Zoom

World Humanoid Robot Games in Peking: Rekorde von Robotern gebrochen

(Aktuelles: World Humanoid Robot Games / Peking 22.-26.8.26)  In China laufen sie allen davon: Die Roboter haben an diesem Wochenende bei den "Humanoid Robot Games" bewiesen, dass sie sich (respektive die Hersteller) entwickelt haben. Es ist erst das zweite Event dieser Art, in der "humanoide Roboter" - also Roboter mit Gliedmassen wie Menschen - von unterschiedlichen Herstellern in mehreren Disziplinen wie Laufen, Tennis und Fussball ihr Können zeigen. Wenn auch manche der Kategorien immer noch im Hintergrund vom Menschen per Joystick ferngesteuert wird, so gibt es daneben auch bereits Roboter, die ihre Aufgabe völlig autonom beherrschen. Allemal ist die Darbietung der humanoiden Roboter einfach faszinierend!

World Humanoid Robot Games in Peking

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Kommen bald die Roboter in der Olympiade?


Die World Humanoid Robot Games in Peking gibt es seit letztem Jahr. 500 humanoide Roboter aus insgesamt 16 Ländern sind damals in mehreren Disziplinen angetreten. In diesem Jahr sind es bereits über 2000 Roboter und mehr als 650 Teams, die die Leistungen ihrer Roboter vorstellen. China ist ein Vorreiter in punkto menschenähnliche Roboter, die im Alltag zu Hause und in Fabriken bereits seit langem eingesetzt werden. Im letzten Jahr hat man bereits weltweite Aufmerksamkeit durch tanzende Roboter errungen.  Im Vergleich haben sich die heutigen eingesetzten Roboter im Wettbewerb deutlich verbessert. 

Der eigentliche Fokus der World Humanoid Robat Games Messe liegt nicht nur in den Sportdisziplinen, sondern auf ganz alltägliche Dinge im Haushalt wie Wäsche oder Sortieren von Paketen neben wichtigen Angelegenheiten wie zum Beispiel die Brandbekämpfung. Es sind Bereiche, in denen die Volksrepublik China hofft ihre Roboter zukünftig wettbewerbsfähig zu machen: Ein Roboter hat jetzt sogar den Rekord von Usain Bolt im 100-m-Sprint gebrochen.

World Humanoid Roboter Games in Peking
© World Humanoid Roboter Games in Peking

Wenn Roboter schneller laufen als der Mensch


9,39 Sekunden – und plötzlich ist Usain Bolt nicht mehr der Schnellste

Es ist ein Moment, der beinahe wie aus einem Science-Fiction-Film wirkt: Ein menschenähnlicher Roboter läuft die 100 Meter und bleibt nach 9,39 Sekunden stehen. Damit ist die Maschine schneller als alles was ein Mensch bisher auf dem 100-Meter-Sprint jemals erreicht hat: Der Weltrekord von Usain Bolt wurde 2009 mit 9,58 Sekunden gesetzt.

Der Rekordlauf ereignete sich am 22. August 2026 bei den World Humanoid Robot Games in Peking. Der Roboter „Tiangong Ultra“ des Beijing Humanoid Robot Innovation Center unterbot dabei die bisherige menschliche Bestmarke um 19 Hundertstelsekunden. Ein weiterer humanoider Roboter namens „Lightning“, entwickelt vom chinesischen Technologiekonzern Honor, kam im Wettbewerb auf 9,47 Sekunden. Bereits bei einem Testlauf vor den Spielen war Lightning sogar mit 9,32 Sekunden gestoppt worden. 

Damit demonstrieren die Maschinen eine Entwicklung, die noch vor wenigen Jahren kaum vorstellbar gewesen wäre. Denn zweibeiniges Laufen gehört zu den technisch anspruchsvollsten Bewegungsformen für einen Roboter. Er muss bei jedem Schritt in Bruchteilen von Millisekunden sein Gleichgewicht neu berechnen, die Bewegungen von Hüfte, Knie und Fuß koordinieren und gleichzeitig auf Veränderungen des Untergrunds reagieren.

Und genau deshalb ist der Blick auf den Zieleinlauf mindestens ebenso interessant wie die Zeit auf der Anzeigetafel.

World Humanoid Roboter Games in Peking
© World Humanoid Roboter Games in Peking


Schnell laufen ist nicht dasselbe wie sicher laufen



Die Roboter erreichen mittlerweile Geschwindigkeiten, die tatsächlich an die Weltspitze der menschlichen Leichtathletik heranreichen oder sie sogar übertreffen. Elegant sieht das allerdings noch nicht unbedingt aus. 

Bei den Läufen in Peking hatten einige Maschinen erhebliche Schwierigkeiten damit ihre Geschwindigkeit am Ende der Strecke wieder abzubauen. Statt kontrolliert durch das Ziel zu laufen, stürzten Roboter teilweise in die bereitstehenden Schutzpolster. Das zeigt eine entscheidende Schwäche der derzeitigen Technologie: Einen Roboter möglichst schnell vorwärts zu bewegen ist nur eine der Aufgaben – ihn anschließend zuverlässig abzubremsen, das Gleichgewicht zu halten und auf unvorhergesehene Situationen zu reagieren, ist eine andere. 

Das macht den Sprint zu einem faszinierenden Prüfstand für humanoide Robotik. Denn die Entwickler müssen nicht nur leistungsfähige Motoren und leichte Materialien miteinander kombinieren. Sie benötigen auch eine Steuerung, die innerhalb von Sekundenbruchteilen entscheidet, wie der Roboter seinen Körper bewegt.

Vom 21-Sekunden-Lauf zum Weltrekord



Wie rasant und spannend sich die Technik entwickelt zeigt ein Vergleich mit dem Vorjahr.

Bei den ersten World Humanoid Robot Games 2025 gewann Tiangong Ultra den 100-Meter-Wettbewerb mit einer Zeit von 21,50 Sekunden. Ein Jahr später benötigte eine weiterentwickelte Version desselben Robotertyps nur noch 9,39 Sekunden. Das entspricht einer Verbesserung um mehr als zwölf Sekunden beziehungsweise rund 56 Prozent gegenüber dem damaligen Wettkampfwert. 

Dabei sollte man allerdings nicht den Fehler machen diese Zeiten unmittelbar wie Ergebnisse aus einem Leichtathletikstadion zu behandeln. Die Wettbewerbsbedingungen, die technische Ausstattung, die Startprozedur und die Art der Zeitmessung sind nicht identisch mit den Standards der menschlichen Leichtathletik. Die 9,39 Sekunden sind deshalb vor allem ein spektakulärer Leistungswert innerhalb des Robotersports – und kein neuer offizieller Leichtathletik-Weltrekord.

Die Aussage bleibt trotzdem bemerkenswert: Eine zweibeinige Maschine kann inzwischen eine Geschwindigkeit erreichen, die schneller ist als der bisher schnellste Mensch.

Auch über 400 Meter sind die Maschinen schneller

Der Sprint ist dabei längst nicht die einzige Disziplin, in der die Roboter für Aufsehen sorgten. Bei den Spielen in Peking wurde auch über 400 Meter eine Zeit von 39,70 Sekunden erreicht. Zum Vergleich: Der menschliche Weltrekord 2016 von Wayde van Niekerk liegt bei 43,03 Sekunden. 

Noch erstaunlicher ist der Blick auf die Entwicklung der vergangenen Jahre. Die Roboter werden nicht einfach nur schneller. Sie werden gleichzeitig in immer mehr Bewegungsformen eingesetzt: Sie sprinten, springen, spielen Fußball und Tischtennis, treten in Kampfsportarten gegeneinander an und müssen teilweise komplexe Bewegungsabläufe miteinander koordinieren.

Bei den diesjährigen World Humanoid Robot Games treten mehr als 2.000 Roboter aus 16 Ländern in 51 Wettbewerben gegeneinander an. Damit sind die Spiele weit mehr als eine kuriose Technikshow. Sie sollen zeigen, wie weit die Entwicklung humanoider Maschinen inzwischen vorangeschritten ist. 

Ein Roboter überspringt sogar die menschliche Bestmarke



Auch beim Hochsprung sorgten die Maschinen für einen weiteren Paukenschlag. Ein humanoider Roboter erreichte in Peking nun im Stand eine Sprunghöhe von 2,88 Metern. Der menschliche Weltrekord im Hochsprung liegt bei 2,45 Metern und wird seit 1993 vom Kubaner Javier Sotomayor gehalten. 

Allerdings wird auch hier der Vergleich zwischen Mensch und Maschine schnell kompliziert. Ein Roboter besitzt andere physikalische Voraussetzungen als ein menschlicher Sportler. Seine Konstruktion kann speziell auf maximale Sprunghöhe ausgelegt werden. Außerdem muss eine Maschine keine Rücksicht auf Muskeln, Gelenke oder Verletzungsrisiken nehmen, wie sie für einen menschlichen Athleten gelten.

Die eigentliche Bedeutung solcher Rekorde liegt deshalb weniger darin dass Maschinen nun „bessere Sportler“ wären. Viel interessanter ist die Frage, was ein humanoider Roboter können muss, um überhaupt so schnell laufen oder so hoch springen zu können.

Denn hinter jedem dieser Rekorde steckt eine Kombination aus Motoren, Sensoren, Batterien, künstlicher Intelligenz, Bewegungsplanung und enorm schneller Regelungstechnik.

Und genau dort beginnt die Geschichte, die weit über den Sport hinausgeht.

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sw

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