Bis 2030 soll die THG-Quote schrittweise auf 25% erhöht werden; für 2023 sind 8% eingesetzt
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So kann man als E-Auto Besitzer von der THG Quote 2023 profitieren

(Thema Treibhausgasminderungsquote = THG-Quote für alle Elektroauto sowie elektrische Leichtkrafträder und Motorräder). In diesem Jahr wurde die THG-Quote auf acht Prozent festgelegt - bis 2030 werden es bereits 25 Prozent sein. Mit der THG-Quote werden Mineralölunternehmen dazu verpflichtet, den verursachten CO₂-Ausstoß jährlich immer mehr zu senken.Wie aber kann man nun als Elektroauto-Besitzer von dieser THG-Quote profitieren? Die Aufklärung darüber hier im Speed-Magazin: Wie können sich Fahrer von E-Autos Dank der THG-Quote einen attraktiven jährlichen Zuverdienst sichern? Wie funktioniert der Emissionshandel?

So kann man als Besitzer eines E-Autos die THG-Prämie kassieren


Dass sich aus E-Autos einiges herausholen lässt, hat sich unter Freunden schneller Flitzer herumgesprochen. Vor allem in puncto Beschleunigung können die umweltfreundlichen Vehikel beeindrucken, da das Drehmoment anders als bei Autos mit Verbrennermotor sofort zur Verfügung steht. Selbst eingefleischte Liebhaber traditioneller Motoren ziehen beispielsweise bei der Leistung eines RimacNevera ihren Hut, der in nur 1,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h und bei einer Reichweite von 550 Kilometern auf eine Höchstgeschwindigkeit von 412 km/h kommt. Ein anderes Argument den Umstieg auf E-Autos zu wagen, ist der finanzielle Anreiz in Form der THG-Prämie. Hier lässt sich aus E-Autos ebenfallseiniges herausholen.

Wofür gibt es die THG-Prämie?

Voraussetzung für den Erhalt der THG-Prämie ist der Nachweis ein E-Auto zu besitzen. Dafür genügt eine Kopie des Fahrzeugscheins. Wer eine Ladesäule öffentlich zugänglich macht, wird ebenso mit einer Gutschrift belohnt. Während sich Betreiber von Ladesäulen den Anteil der im Kalenderjahr weitergegebenen Elektroenergie verrechnen lassen dürfen, wird die THG-Prämie pauschalisiert.

Für jeden Fahrzeugtyp wird der zu erwartende Umwelteffekt durch Zurückhaltung von Treibhausgasemissionen geschätzt und an die Fahrzeughalter weitergegeben. Die Erstattung, d.h. die Abwicklung erfolgt über Zwischenhändler. Auf diesem Infoportal erfahren Sie mehr über den Emissionshandel: https://www.homeandsmart.de/thg-quote-vergleich

THG-Quote Vorbild ist das Kyoto-Abkommen

Die Treibhausgasminderungsquote, wie die THG-Quote offiziell heisst, wurde in der EU 2007 eingeführt. Bis 2015 wurde in diesem Zusammenhang von der Biokraftstoffquote gesprochen. Vorbild des umweltpolitischen Ordnungsinstruments ist das Kyoto-Abkommen während der Weltklimakonferenz in Japan 1997. Beschlossen wurde in diesem historischen Umweltgipfel der Emissionshandel zur Eindämmung von Treibhausgasemissionen, die für die anthropogene globale Erwärmung verantwortlich sind.

Bemerkenswert sind die marktwirtschaftlichen Mechanismen des Gesetzes, die zu diesem Ziel beitragen sollen. Jeder Teilnehmerstaat erhält eine festgelegte Anzahl an Emissionsrechten, die jedes Jahr verringert werden. Staaten, die weniger Emissionen freisetzen als sie dürfen haben die Möglichkeit ihre nicht genutzten Emissionsrechte an andere Staaten zu verkaufen. Diese vermeiden im Gegenzug die Strafzahlungen, welche die UN für die Staaten verhängen, die mehr Treibhausgase in die Atmosphäre schleudern als zulässig. Nach diesem Prinzip funktioniert auch die THG-Quote.

So funktioniert der Emissionshandel in der EU 

Während sich der Emissionshandel der Vereinten Nationen auf einzelne Staaten bezieht, die untereinander mit ihren Emissionsrechten Handel treiben, sind es innerhalb der EU Unternehmen, die hohe Mengen an Treibhausgasen emittieren. In erster Linie denkt man hier an die Mineralölkonzerne. Doch auch andere Unternehmen, zum Beispiel aus den Branchen Papier, Stahl, Baustoffe und Keramik, gehören zu den Betroffenen. Wie die 191 Staaten, die sich inzwischen dem Kyoto-Abkommen angeschlossen haben, dürfen auch sie nur bestimmte Mengen an Treibhausgasen freisetzen. Auch bei ihnen sinkt die zulässige Menge beziehungsweise die Quotevon Jahr zu Jahr.

Die THG-Quote bis 2024


Nach der Novellierung der Biokraftstoffquote im Jahr 2015 sind die Unternehmen dazu verpflichtet ihren jährlichen CO2-Ausstoss um die folgenden Werte zu reduzieren:


● 2015: 3,5 % 
● 2016: 3,5 %
● 2017: 4 %
● 2018: 4 %
● 2019: 4 %
● 2020: 6 %
● 2021: 6%
● 2022: 7 %
● 2023: 8 %
● 2024: 9,25 %
● 2025: 10,5 %
● 2026: 12 %
● 2027: 14,5 %
● 2028: 17,5 %
● 2029: 21 %
● 2030: 25 %

Zu erkennen ist, dass die Startphase des neuen Gesetzes moderat verlief, um den Akteuren genügend Zeit zur Umstellung zu geben. Inzwischen geht die Treibhausgasminderungsquote allmählich in den Zustand der exponentiellen Steigerung über, was den Druck auf die Akteure entsprechend erhöht.

Wie die Staaten, die das Kyoto-Protokoll ratifiziert haben, verfügen die Unternehmen in der EU über festgelegte Kontingente an Emissionsrechten, die CO₂-Zertifikate genannt werden. Unternehmen, die weniger verbrauchen, können ihre Zertifikate auf dem freien Markt an Unternehmen verkaufen, die Schwierigkeiten damit haben die THG-Quote zu erfüllen. Diese Akteure umgehen auf diese Weise Sanktionen, die bei einem Übertreten der Reduktionsschwelle verhängt werden und derzeit bei 600 Euro pro Tonne CO₂ liegen.

Was Autofahrer mit dem Emissionshandel zu tun haben


Erst seit dem 1. Januar 2022 haben Privatpersonen die Möglichkeit, sich am THG-Handel zu beteiligen. Die Gruppe der Teilnahmeberechtigten haben wir in Form der Besitzer von E-Fahrzeugen und Ladesäulen schon kennengelernt. Da es sich für die Mineralölkonzerne und andere Käufer von CO₂-Zertifikaten nicht lohnen würde diese von Privatpersonen einzeln aufzukaufen, kommen Vermittler ins Spiel. Diese erwerben die CO₂-Zertifikate von Privatpersonen und verkaufen sie in gebündelter Form an interessierte Abnehmer.

Wie ist die Höhe der THG-Prämie für 2023?


Den Preis für die CO₂-Zertifikate regelt der Markt nach dem üblichen Gesetz von Angebot und Nachfrage. In Deutschland ist der Umschlagplatz die Energiehandelsbehörde in Leipzig EEX und die Überwachung leistet das Hauptzollamt. Börsianer, die sich für die boomende E-Auto-Branche interessieren, können sogar in CO₂-Zertifikate investieren; allerdings ist die Volatilität dieser Handelsklasse erheblich.

Aktuell ist der Preis für CO₂-Zertifikate im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken. Während sich Fahrer von E-Autos im letzten Jahr noch Hoffnungen auf eine THG-Prämie von etwa 400 Euro machen konnten, orientiert man sich in diesem Jahr eher am Wert von 300 Euro.

Wichtige Tipps für den Anbietervergleich


Die Anzahl von Zwischenhändlern, die CO₂-Zertifikate von Privatpersonen erwerben um diese an Unternehmen weiter zu verkaufen, ist gewaltig. Fahrer von E-Autos haben beim Anbietervergleich die Qual der Wahl. Wichtige Kriterien sind neben der Höhe der THG-Prämie natürlich auch die Provision für den Vermittler und die Auszahlungsgeschwindigkeit. Allerdings heisst auch in diesem Fall: Schneller ist nicht unbedingt besser, denn die THG-Broker, die mit einer Express-Auszahlung werben, lassen sich diesen Service mit einer geringeren THG-Prämie vergüten, da sie das Zertifikat vom Umweltbundesamt noch nicht erhalten haben.

Mindestens genauso wichtig wie Schnelligkeit ist die Auszahlungsgarantie. Zwar ist die Nachfrage nach CO₂-Zertifikaten hoch, doch gehen Kunden ein gewisses Risiko ein, wenn sie dem Intermediär insofern vertrauen dass es ihm gelingt das CO₂-Zertifikat zu verkaufen. Weiterhin ist in diesem Fall die Wartezeit länger. Kunden haben die Wahl zwischen einer Fix- oder eine Flexprämie.

Die Flexprämie richtet sich an den aktuellen Marktpreis der CO₂-Emissionsrechte, sodass es sich bei der Entscheidung für das Prämienmodell lohnt die Marktlage im Blick zu behalten. Für die Seriosität des Vermittlers bürgen eine Lizenzierung, Zertifikate, Transparenz bei den Auszahlungsbedingungen und ein kompetenter Kundenservice.

Mit dem finanziellen Anreiz ist die Bahn frei für die Verkehrswende


 Als finanzielles Anreizsystem für die Entscheidung sich in Zukunft ein Elektroauto anstatt eines Verbrenners zu kaufen, ist die THG-Prämie ein weiteres Argument für die private Verkehrswende.

Die rund 300 bis 400 Euro, die jedes Jahr für den Besitz eines E-Autos winken, können je nach Einkommenssituation spürbar ins Gewicht fallen. Fahrer haben darüerhinaus die Möglichkeit die Höhe der THG-Prämie positiv zu beeinflussen, indem sie sich Zeit für den Anbietervergleich nehmen und sich für den Vermittler entscheiden, der für sie die attraktivsten Konditionen bietet.

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