Claudius Teske, Landrat des Kreises Steinburg, (links) und Ralf Hoppe, Bürgermeister der Stadt, (3. von links) mit den Verantwortlichen der 400 Mio. Dollar-Investition am Vishay-Standort Itzehoe: Serge Jaunay, Tilo Bormann, COO Jeff Webster und Leif Henningsen, Geschäftsführer in Itzehoe.
© Vishay Siliconix Itzehoe GmbH | Zoom

Made in Germany: Vishay Intertechnology baut die modernste Chipfabrik Norddeutschlands

Der weltweite Halbleiter-Konzern, Vishay Intertechnology nahm heute den symbolischen Spatenstich für eine hochmoderne Chipfabrik in Itzehoe vor. Im Beisein von Vertretern aus Wirtschaft und Politik wurde der Startschuss des Neubaus einer Fabrik für Automotive-MOSFETs auf dem sechs Hektar großen Grundstück im Innovationsraum besiegelt. 400 Mio. Dollar investiert das Unternehmen im ersten Bauabschnitt. Es ist die zweite Produktion Vishays am Standort. Ab Ende 2025 soll die Herstellung in Betrieb genommen werden. Pünktlich zum Frühlingsanfang lud Vishay zum offiziellen Beginn einer neuen Ära ihrer Firmengeschichte: Den Bau einer neuen Wafer-Fabrik. Die erste Phase der Standorterweiterung wird die Produktionskapazitäten der Vishay Siliconix Itzehoe GmbH fast verdoppeln. 150 neue Mitarbeitende für unterschiedliche Qualifikationen werden im Zuge der Expansion benötigt und bereits gesucht.

Chipherstellung in Itzehoe ab 2026


Wenn alles nach Plan verläuft wird noch in diesem Jahr der Rohbau fertig sein. Im nächsten Jahr soll das Herzstück der Fabrik, der hochsensible Reinraum, samt technischer Gebäudeausrüstungen entstehen und spätestens Anfang 2026 die ersten Wafer ausgeliefert werden können. Notwendig wurde die Expansion, da das Unternehmen an die Grenzen seiner Kapazitäten gestoßen ist. Mit der Steigerung der MOSFET-Fertigung leistet es einen wichtigen Beitrag zur Wafer-Versorgungssicherheit. Bereits die erste Stufe der dreistufigen Investition wird die größte in der Geschichte des Unternehmens sein.

Baustellenvorbereitung abgeschlossen

Für das Fundament der neuen Fabrik werden 500 Pfähle benötigt, die jeweils 90 bis 120 Zentimeter im Durchmesser 20 Meter tief ins Erdreich eingebracht werden müssen. Zur Vorbereitung der Baustelle wurde in den vergangenen Monaten eine Bodenplatte entfernt, auf der vor mehr als 20 Jahren bereits eine Chipfabrik entstehen sollte. Aufgrund der Nähe zur direkt angrenzenden 200 mm Fab von Vishay musste sie besonders vorsichtig abgetragen werden, um die Produktion der hochsensiblen Bauelemente nicht zu gefährden.

Kernstück des gewaltigen neuen Gebäudes wird der Reinraum für die 300 mm Wafer-Technologie sein. Im ersten Abschnitt ist der Bau von 2.100 qm Reinraumfläche geplant, später wird die Reinraumfläche auf 4.000 qm erweitert und erreicht damit die Größe eines Fußballfeldes. Neben der Fertigungsstätte werden zusätzlich benötigte Raumkapazitäten geschaffen.

Nach 200 mm nun auch 300 mm Wafer

Als Wafer werden die Siliziumscheiben bezeichnet, auf denen die die Mikrochips hergestellt werden. Die 300 mm Wafer sind weniger als 1 Millimeter dick und es können sich bis zu 400.000 einzelne Bauteile darauf befinden. Sie werden in unserer technologisierten Welt nahezu überall verwendet und in immer größeren Quantitäten gebraucht. Dass ein Teil von Vishay in vielen Autos und in den meisten Smartphones verbaut ist, ist den wenigsten Menschen bekannt. In fünf bis zwölf Wochen durchläuft ein Wafer bis zu 250 Prozess-Schritte im Reinraum. Die Fertigungsprozesse dieser nur Bruchteile eines Mikrometers großen Strukturen sind hochkomplex und bedürfen eines umfassenden technischen Know-hows und einer besonderen Arbeitsumgebung. Dafür wurden am Standort Itzehoe die perfekten Bedingungen geschaffen.

Partner der Automobilindustrie

Vor acht Jahren holte der Vishay Konzern die komplette Automotive-Produktion nach Itzehoe. Die jetzige Investition sichert die Zukunft des Standorts und der Belegschaft für viele weitere Jahre. "Wir sind stolz darauf, dass wir hier in Itzehoe einen Beitrag dazu leisten werden, dass Europa unabhängiger wird von Produzenten in anderen Teilen der Welt und von vulnerablen Lieferketten", kommentiert Leif Henningsen, Geschäftsführer der Vishay Siliconix Itzehoe GmbH, die Expansion. "Wir lassen uns nicht von kurzfristigen Schwankungen auf dem Halbleitermarkt davon abbringen, langfristige Strategien zu verfolgen. Die Automobilindustrie baut auch zukünftig auf unsere Technologien", ergänzt Tilo Bormann, Leiter der Wafer-Herstellung der Transistor-Sparte.

Über Vishay Siliconix Itzehoe GmbH

Die Vishay Siliconix Itzehoe GmbH produziert seit 25 Jahren Power-MOS-Transistoren. Rund 500 Mitarbeitende entwickeln und stellen am Standort Itzehoe Halbleiterbauelemente für den Einsatz in der Automobil-, Industrie- und Unterhaltungselektronik her. Für Kunden aus der Automobilindustrie ist Vishay Itzehoe ein zuverlässiger und wichtiger Partner. Die Itzehoer Produkte werden unter anderem bei Start/Stopp-Generatoren, Systemen zur Motorsteuerung, Entertainment-Systemen und Anti-Blockier-Systemen angewendet.

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