Ist Kernfusion mit ITER die Zukunfts Energiequelle - Energie wie sie die Sonne erzeugt?
(ITER-Projekt der Europäischen Union) Ein Projekt für die Zukunft - gebaut von sieben Staaten, wider jeglicher politischer Differenzen - mitten in der EU. In Cardache (Frankreich) soll Ende 2025 die erste Betriebsphase beginnen. #iterpro#Atomenergie#tokamak#fusionsforschung#co2neutral#Kernfusion#euprojekt#co2reduktion#klimaschutz
Das ITER Kernfusionsprojekt bringt 7 Staaten an einen Tisch
Eigentlich ist es der beste Beweis dafür, dass man gemeinsam etwas Grosses erschaffen kann, wenn man eben "gemeinsam" an einem Strang zieht. Die 7 Staaten, die im Rahmen des einzigarten Projekts ITER an einem Tisch sitzen, sind in der politischen Welt mittlerweile zum Teil erbitterte Gegner, manche kämpfen sogar gegeneinander:
Die EU ist bei ITER an vorderster Front für die Fusionsenergie
Das ITER-Projekt, ein wegweisendes Vorhaben zur Errichtung der weltweit größten Fusionsanlage, nimmt Fahrt auf und verspricht eine neue Ära sauberer Energiegewinnung einzuläuten. Seit 2007 wird auf dem 42 Hektar großen Gelände in Cadarache an der Verwirklichung dieses ehrgeizigen Projekts gearbeitet. Ziel ist es, durch die Förderung von Innovation und internationaler Zusammenarbeit nicht nur Wirtschaftswachstum und Arbeitsplätze zu schaffen, sondern auch der EU eine führende Rolle in der globalen Fusionsforschung zu sichern.
Das ITER-Abkommen, das 2006 von China, Euratom (vertreten durch die Europäische Kommission), Indien, Japan, Südkorea, Russland und den USA unterzeichnet wurde, bildet die Grundlage für diese wegweisende Zusammenarbeit. Gemeinsam leiten sie die ITER-Organisation, die den Bau und die Verwaltung des Projekts verantwortet.
Der nächste Meilenstein steht bevor: Bis 2025 soll das erste überhitzte Plasma erzeugt werden. Dies markiert einen entscheidenden Schritt auf dem Weg zur Realisierung des Ziels von ITER: die Erzeugung einer zehnmal höheren Fusionsenergie als die zugeführte Heizleistung. Zusätzlich zu den Fortschritten in Europa wird später in diesem Jahr von der EU gemeinsam mit Japan der Fusionsreaktor JT-60SA im japanischen Naka eingeweiht. Dieser wird bis zur Inbetriebnahme von ITER der größte in Betrieb befindliche Tokamak (= eine riesengroße Vakuumkammer, um das Plasma einzudämmen) sein und maßgeblich zur Zukunft der Fusionsenergie beitragen. Der JT-60SA hat mit seiner besonderen Fähigkeit langpulsige Plasmen zu erzeugen die Aufgabe den Betrieb von ITER zu unterstützen und wurde darüberhinaus auch für die Mitwirkung der nächsten Generation Fusionsreaktor der EU (DEMO) gebaut.
Mit DEMO als nächstem Schritt nach ITER rückt die Vision einer kommerziellen Nutzung von Fusionsenergie näher. Dieses Demonstrationskraftwerk soll ab 2050 nahezu unbegrenzte kohlenstofffreie Energie produzieren und damit einen bedeutenden Beitrag zum Klimaschutz leisten.
Das EU-Klimagesetz beinhaltet die Verpflichtung der Klimaneutralität bis 2050. Mittlerweile gibt es international Bewegung im Hinblick auf dieses Ziel, und mehrere Länder haben sich ähnliche Ziele gesteckt. Möglicherweise ist dieses ITER-Projekt ein Baustein um die Klimaneutralität mit fossilfreier Energie zu erreichen.
Die Zukunft der Energiegewinnung ist greifbar nahe - wir sind die Generation, die live den Wandel hin zu einer nachhaltigen Energieversorgung erlebt.
Fusionsgeschichte: Die Entwicklung der Kernfusion in Europa
Von den Anfängen im frühen 20. Jahrhundert bis zu den bahnbrechenden Errungenschaften der Gegenwart hat die Fusionsforschung einen beeindruckenden Weg zurückgelegt. Die Entwicklung der Fusionsforschung in Europa wurde 1957 durch die Unterzeichnung des Euratom-Vertrags beschleunigt, der die Grundlage für eine europäische Atomgemeinschaft legte. Seitdem wurden bedeutende Meilensteine erreicht, darunter die Genehmigung des Joint European Torus (JET) im Jahr 1977. Diese Fusionsforschungsanlage mit Tokamak-Design hat seit ihrer Fertigstellung im Jahr 1983 kontinuierlich daran gearbeitet mehr Energie aus dem Fusionsprozess zu gewinnen, als für seine Aufrechterhaltung benötigt wird.
Der nächste Schritt in der Evolution der Kernfusion ist nun der Internationale Thermonukleare Experimentalreaktor (ITER), dessen Ziel es ist, den heiligen Gral des Nettoenergiegewinns zu erreichen. Durch die Zusammenarbeit von Ländern auf der ganzen Welt soll ITER dazu beitragen, die Zukunft der Energieerzeugung neu zu definieren.