Von den Arcade-Hallen ab ins Wohnzimmer - Die Entwicklung der Rennspiele war kontinuierlich und rasant!
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Die Wurzeln der Video-Rennspiele gehen bis in die 70er zurück - Geschichte der Rennspiele Teil 1

Arcade-Automaten Bis Forza Horizon: Die Geschichte Der Rennspiele (Teil 1)  Lange vorbei sind die Zeiten, als Kinder und Teenager mit Matchbox Autos im Wohnzimmer auf dem Boden mit ihren Mercedes und Porsche Miniaturen ein Rennen veranstalteten und dabei richtig Spass hatten. Ab den 1970er bis 1980er Jahren starteten die Video-Rennspiele - noch mit klobigen Arcade-Automaten - die die ersten virtuellen Rennstrecken auf den Bildschirm brachten. Titel wie "Gran Trak 10" (1974) und "Night Driver" (1976) setzten die Grundlage mit einfachen, geometrischen Formen und begrenzter Grafikleistung. Es war damals eine völlig neue Art der interaktiven Unterhaltung. Einen regelrechten Boom für die Rennspiele gab es in den 1980er Jahren mit Klassikern wie "Pole Position" (1982) und "Out Run" (1986). Damit wurden gänzlich neue Maßstäbe in Sachen Grafik und Gameplay gesetzt. Die wachsende Popularität der Spielhallen ermöglichte es Entwicklern ihre Kreativität zu entfalten und realistischere Rennerlebnisse zu schaffen. Der Sprung ins Wohnzimmer gelang in den1990ern mit dem Fortschritt der Technologie. Das war das erste Mal, dass die Faszination für Rennspiele auch in die Wohnzimmer der Spieler einzog. Konsolen wie der Sega Mega Drive und der Super Nintendo brachten ikonische Titel wie "Mario Kart" (1992) und "F-Zero" (1990) hervor, die Multiplayer-Erlebnisse und innovative Spielmechaniken einführten. Die Entwicklung von 3D-Grafiken in den späten 1990ern revolutionierte die Spielewelt und ermöglichte realistischere Darstellungen von Fahrzeugen und Strecken. Spiele wie "Gran Turismo" (1997) auf der PlayStation definierten den Standard für Rennsimulationen und ebneten erneut den Weg für eine neue Ära.

Auf der Überholspur der Unterhaltung:
Geschichte der Video-Rennspiele von Arcadespiel-Automaten bis in die 90er Jahre

 
In den wirbelnden Lichtern dunkler Spielhallen begann die faszinierende Reise der Video-Rennspiele. Von den bescheidenen Anfängen an Arcadespielautomaten bis hin zu den bahnbrechenden Entwicklungen der Jahrtausendwende haben sich diese Spiele zu einer fesselnden und technologisch fortschrittlichen Form der Unterhaltung entwickelt. Tauchen wir ein in die Vergangenheit und erkunden wir die evolutionäre Spur, die uns von einfachen Pixelrennen zu hochrealistischen Simulationen geführt hat.
Alte Arcade Spielautomaten
© wikicommons - Alte Arcade Spielautomaten waren die Ursprünge für unsere heutigen Video-Spiele

Von Arcade-Automaten Bis Forza Horizon: Die Geschichte Der Rennspiele (Teil 1)

Rennspiele sind heute fester Teil der Videospielkultur: Ohne die Kulttitel von Forza Horizon, Moto GP, Need for Speed wäre heute die Gaming-Szene einfach komplett anders. Wir werfen in diesem zweiteiligen Artikel einen Blick in die Geschichte des Racing-Genres und die bekanntesten Rennspiele. Im Teil 1 gehen wir auf die Rennspiele von den frühen 70er-Jahren bis zu den 90er-Jahren ein, sowie auf Indianapolis 500, der ersten Autorennen-Simulation für einen PC.

Wie entstand das Racing-Genre?

Ursprünglich entstand dieses Videospielgenre in den Arcade-Hallen, die Ende der siebziger Jahre sehr beliebt wurden. Die waren beliebter als die heutigen Spielbanken und vielleicht auch beliebter als online casino Spielhallen: eine Videospielhalle mit Arcade-Automaten und Rennsimulationen war auch immer ein Treffpunkt für begeisterte Gamer. Speed Race (1974)  und Gran Trak 10 (1974) von Atari gehörten zu den ersten Arcade-Automaten mit Rennsimulation. Jedes von ihnen war ein Wandgerät mit Monitor und Lenkrad für Steuerung (im Prinzip diente dieses modifizierte Lenkrad wie eine heutige Computermaus) und hatte im Inneren eine PCB (auf engl. "printed circuit board") mit Prozessoren.

Das Arcade-Spiel Speed Race  wurde 1974 von Taito entwickelt. Dieser größte bekannte japanische Spieleentwickler hat auf den Markt einen solchen Klassiker der Videospielgeschichte wie Arkanoid gebracht. Vor den ersten Computerspielen entwickelte Taito auch diverse Arcade-Spiele. Im Grunde genommen sah Speed Race ein bisschen wie Arkanoid aus: der Bildschirm stellte eine vertikal scrollende Straße in Schwarzweißgrafik dar. Man sollte unten am Automat Münzen einwerfen und mit einem modifizierten Lenkrad das pixelige Auto durch die Straße navigieren.

1974 hat der US-amerikanischer Spieleentwickler Atari den schwarzweißen Top-Down-Racer Gran Trak 10 auf den Markt der Arcade-Spiele gebracht. Der Nachfolger, Arcade-Spiel Night Driver (1976) war ein Durchbruch in der Geschichte der Rennspiele: optisch sah das Spiel immer noch simpel aus, aber diesmal war es ein Rennspiel mit  einer bis dato nie dagewesenen Perspektive: Man sass praktisch hinter-dem-Auto. Es war auch die erste kommerzielle 3D-Rennsimulation. Später wird diese Perspektive zu der Egoperspektive entwickelt, die noch später zur Standardansicht für moderne Rennspiele wurde. Ihm folgten Le Mans (1976) und  Sprint 2 (1976) mit den ersten KI-Gegnern auf der Strecke, Nürburgring 1 (1976),  F-1(1976) und Super Bug (1977).

Nürburgring 1 ist das aus Deutschland stammende Arcade-Spiel und gilt als weltweit erstes First-Person- Autorennspiel. Das Spiel Super Bug von Atari mit Vogelperspektive-Ansicht sah grafisch simpel aus, aber brachte eine wichtige technische Innovation mit sich: man konnte die Strecke und das Auto in alle Himmelsrichtungen scrollen. Der Arcade-Automat Turbo (1981) von SEGA bildete quasi eine echte Cockpit-Kabine mit einem Autositz und war eine Rennsimulation in der Third-Person-Perspektive. Im Unterschied zu früheren Spielen hatte das Gameplay einige Neuheiten wie wechselnde Tageszeiten und Hügel, Bäume auf und an der Strecke.

1982 erschien die weitere Arcade-Rennsimulation mit hinter-dem-Auto-Perspektive, Pole Position von Namco. Die Steuerung mit Lenkrad / Pedal am Gerät, Nachbildung einer real existierenden Strecke, zwei Gänge und kompetitives Gameplay machten Pole Position im Jahr 1983 zum erfolgreichsten Spiel des Jahres. Es gab zwei Varianten des Arcade-Automaten: man konnte entweder stehend oder sitzend spielen.  Die zwei nächsten großen  Entwicklungs-Sprünge waren Arcademaschinen Hang-On (1985) und Out Run (1986) von SEGA. Hang-On war eine Rennsimulation mit der Third Person Perspektive, präziser Bewegungssteuerung und man musste nicht ein grafisches Auto, sondern ein grafisches Motorrad navigieren.

Grundsätzlich waren die 1980er eine Ära vieler bekannter Rennspiele und Rennsimulationen wie Rally-X (1980), Spy Hunter (1983), Chase H.Q. (1988) und Rad Racer (1987). Rally X war das erste Rennspiel mit Soundeffekten, und das war eine wichtige technische Innovation. Seit Mitte der 80er Jahre hat die Entwicklung der Heimkonsole Nintendo die Arcade-Automaten aber allmählich abgelöst.

 Im Jahr 1985 kam die Spielkonsole Nintendo Entertainment System auf den europäischen und amerikanischen Markt. Das im Jahr 1987 für Nintendo entwickelte Rennspiel Rad Racer in der Egoperspektive hatte nicht nur acht verschiedene Level und zwei Autos zur Auswahl, sondern auch eine 3D-Brille im Lieferumfang.

Super Mario Kart (1992) von Nintendo war ein absoluter Hit und wurde zu einer Kulttitel in der Geschichte der Rennspiele. Weitere bekannte Spiele der 1990er waren Ridge Racer (1993) von Namco, Virtua Racing (1992) von SEG, Need for Speed (1994) von Electronic Arts und Gran Turismo (1997) von Polyphony Digital.

Als Großväter der Rennspiele bezeichnen einige Wipeout (1995). Es war die erste, noch rudimentäre Simulation eines Rennens im Weltraum: man musste das Fluggerät navigieren. Interessant ist, dass diese Thematik auch bereits früher  beim Arcade-Automaten Space Race (1973) von Atari verwendet wurde: man musste im Wettkampf gegen einen anderen ein Raumschiff navigieren und konnte sich dabei ein bisschen wie  Luke Skywalker in einem der "Star Wars"-Filme fühlen, der vier Jahre später erschien. Ein weiterer Techniktrend der die Rennspiele beeinflusst hat, war die Entwicklung des Heimcomputers und MS-DOS Betriebssystems.

Als wichtiger Meilenstein in der Geschichte der Rennspiele kann dabei Indianapolis 500 (1989) gelten. Das war bereits für die MS-DOS von Papyrus Design Group entwickelte Rennsimulation mit 3D-Grafik und Egoperspektive, die schon an moderne Rennspiele von heute und nicht mehr den die Arcade-Rennsimulationen ähnelt. Das Spiel hatte komplexe Physik, realistisches Gameplay, ausgezeichnete Farbgrafik, Schadensmodellierung, Garageneinrichtung und drei verschiedene Fahrzeuge zur Auswahl. Die Entwickler des Spiels haben versucht, komplexe Telemetrie zu simulieren und Strecke realistisch zu kreieren. Auch wenn das Schadensmodell und die Garageneinrichtung nicht perfekt waren, war es ein mächtiger Schritt nach vorne. Im selben Jahr begannen die Spieleentwickler, 3D-Polygongrafiken in den Spielen zu verwenden. Mehr zu der Geschichte der Rennspiele ab den 90er-Jahren und bis heute erfährt ihr in dem zweiten Teil des Artikels.

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ri / iak