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Michele Alboreto (l.) verunglückte bei einer Testfahrt
© AFP/SID/JEFF ROBERTS | Zoom

Das SID-Kalenderblatt am 25. April: Michele Alboreto stirbt am Lausitzring

Es sollten gewöhnliche Testfahrten werden, reine Routine für Michele Alboreto, für die Öffentlichkeit kaum eine Randnotiz wert.

Köln (SID) - Es sollten gewöhnliche Testfahrten werden, reine Routine für Michele Alboreto, für die Öffentlichkeit kaum eine Randnotiz wert. Dann jedoch bohrte sich eine kleine Schraube unbemerkt in den Hinterreifen des Audi R8, der Druck ließ schleichend nach. Und als Alboreto auf dem Lausitz-Ring wieder aufs Gas trat, nahm die Tragödie ihren Lauf. Bei 300 km/h brach das Auto aus, überschlug sich und landete neben der Strecke.

Alboreto hatte keine Chance. Der damals 44-Jährige starb am 25. April 2001 in Brandenburg, der Tod des langjährigen Formel-1-Piloten sorgte für große Bestürzung in der Motorsportwelt. "Michele wird mir in Erinnerung bleiben als einer der größten Rennfahrer der 1980er Jahre", sagte der heutige DTM-Chef und ehemalige Teamkollege Gerhard Berger damals.

Für Ferrari saß der Italiener fünf Jahre lang (1984 bis 1988) in der Formel 1 am Steuer, wurde 1985 Vize-Weltmeister. Auch Maranello reagierte bestürzt: "Michele spielte als Fahrer eine wichtige Rolle in der Geschichte Ferraris", sagte Präsident Luca di Montezemolo einen Tag nach dem Unfall: "Sein Tod war ein harter Schlag und erfüllt mich mit tiefer Traurigkeit."

Für Alboreto war es recht schnell nach oben gegangen. Mit 23 Jahren gewann er die europäische Formel-3-Meisterschaft, bereits ein Jahr später feierte er 1981 für Minardi sein Debüt in der Formel 1. Die Vize-WM 1985 gehörte zu den größten Erfolgen seiner Karriere, nur Alain Prost war in dem Jahr noch stärker - und der Franzose bewies anschließend ja noch, dass er zu den Besten der Historie gehört. Für Alboreto war nach 194 Rennen und fünf Siegen 1994 Schluss in der Königsklasse, aber nicht im Motorsport.

Der Vater zweier Kinder konzentrierte sich nun auf Langstreckenrennen, 1997 ließ er den Gesamtsieg beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans (1997) mit Porsche folgen. Auch im April 2001 sollte es um den Klassiker in Frankreich gehen, um ganz normale Probefahrten. Es wurde ein schwarzer Tag für den Motorsport.

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