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Rolf Stommelen starb 1983 bei einem Sechs-Stunden-Rennen
© AFP/SID/GERARD FOUET | Zoom

Das SID-Kalenderblatt am 24. April: Rolf Stommelen verunglückt tödlich

"Um vier Uhr kam dann der Anruf von Erwin Kremer, der sagte: Der Rolf hatte einen schweren Unfall. Da wusste ich, dass es vorbei ist"

Köln (SID) - Als das Telefon klingelte, ahnte Marlene Stommelen bereits, dass sie eine Witwe ist. "Ich hatte einen Traum und wurde um Mitternacht wach, da war der Rennstart. Um vier Uhr kam dann der Anruf von Erwin Kremer, der sagte: Der Rolf hatte einen schweren Unfall. Da wusste ich, dass es vorbei ist", erinnerte sich die Gattin von Rolf Stommelen an den 24. April 1983.

Die Kölnerin begleitete ihren Mann für gewöhnlich, rund um den Globus und quer durch alle Serien von der Formel 1 über Sportwagenrennen bis hin zu den 24 Stunden von Le Mans. Bei jenem verhängnisvollen Sechs-Stunden-Rennen im kalifornischen Riverside, das der 39-jährige Stommelen als Ersatzmann von Jochen Mass bestritt, blieb Marlene aber daheim. Es war ja nur eine Stippvisite in den USA geplant.

Rolf, das hatte er seiner Frau versprochen, wollte Ende 1983 den Rennsport drangeben. 54 Formel-1-Rennen hatte die rheinische Frohnatur bestritten. In Le Mans wurde der Mann mit dem lockeren Mundwerk ("lieber fünf Runden vorneweg fahren, als fünfzig Runden hinterher") 1979 Gesamtzweiter.

Immer wieder aber musste Stommelen Freunde zu Grabe tragen. Seine eigenen Unfälle verliefen lange glimpflich für ihn. Wie 1975 beim Großen Preis von Spanien auf dem Montjuic, als an seinem Hill der Heckflügel brach und das Auto unkontrolliert in die Zuschauerränge krachte. Fünf Menschen starben, Stommelen wurde schwer verletzt.

Acht Jahre später hatte er keinen Schutzengel mehr, als an seinem Porsche 935 bei Tempo 320 ebenfalls der Heckflügel nachgab und der Rennwagen in eine Betonwand krachte. "Für mich war der Rolf unverwundbar, sonst wäre ich ja verrückt geworden", sagte seine Witwe dem Express 30 Jahre nach der Tragödie von Riverside.

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