Nicht nur James Bond 007 setzt auf die britische Tradition - Aston Martin vermeldet für 2023 volle Auftragsbücher
© Aston Martin | Zoom

Aston Martin macht 79 Millionen Euro Verlust, doch die Aktionäre freuen sich

Dass man sich bei einem Verlustjahr trotzdem freut klingt auf den ersten Blick seltsam, doch die Investoren hatten mit deutlich höheren Verlusten gerechnet. Die Zahlen von Aston Martin betreffen das zweite Quartal 2023 und zeigen dass der britische Sportwagenbauer noch lange nicht aus der Krise gekommen ist. Doch der hohe Verlust hatte keine Auswirkung auf den Aktienkurs des Unternehmens, ganz im Gegenteil: Die Börse war erleichtert dass die Zahlen besser ausgefallen sind als befürchtet, somit stieg der Kurs der Aston Martin Aktie nach Bekanntgabe der Ergebnisse. Wirft man einen Blick auf die Details des Geschäftsberichts, dann zeigt sich dass die Briten mehr Autos verkaufen konnten - und noch dazu zu höheren Preisen. Doch im Vergleich zum Vorjahresergebnis ist eindeutig ein Aufwärtstrend zu bemerken. Einerseits hat sich der Fehlbetrag mehr als halbiert, andererseits stieg der Umsatz um fast ein Viertel auf fast 382 Millionen Pfund an. Verantwortlich dafür war die hohe Nachfrage nach den DBX-Modellen von Aston Martin.

Aston Martin - Traumautos

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Aston Martin hat volle Auftragsbücher für 2023


Das Traditionsunternehmen von der Insel steckt inmitten eines umfassenden Umbaus seiner Struktur und hat bereits mehrere Kapitalerhöhungen hinter sich. Mittlerweile ist nicht nur der chinesische Autobauer Geely sondern auch der Staatsfonds von Saudi-Arabien bei Aston Martin eingestiegen. Aus deutscher Sicht ist die Beteiligung von Mercedes-Benz bemerkenswert, denn der Autobauer aus Stuttgart beliefert Aston Martin auch mit Antrieben und anderen Fahrzeugkomponenten. 

Obwohl die Kosten für die Herstellung der Autos, die Logistik und die Verwaltung weiter angestiegen sind, sieht die Unternehmensführung ihre Ziele für das laufende Jahr nicht in Gefahr. Das würden zahlreiche Kennziffern im Tagesgeschäft beweisen. Für 2023 möchte man 7.000 Autos verkaufen, die Marge soll dabei auf 20 Prozent ansteigen. Doch bis dahin ist noch ein weiter Weg zurückzulegen, schließlich brachte das Unternehmen im ersten Halbjahr lediglich 3.000 Aston Martin an die betuchte Käuferschicht.
Aston Martin hat ein gutes zweites Quartal - das neue DB12 Coupe und die GT-Sportreihe sind für 2023 bereits ausverkauft
© Aston Martin

Doch schon das zweite Quartal lief besser als erwartet, für die Zukunft sind die Auftragsbücher voll. Das zeigt sich auch am neuen DB12 Coupe. Dieses war erst im Mai dieses Jahres gestartet und ist für 2023 bereits ausverkauft. Ähnliches gilt für die GT-Sportreihe, auch diese Fahrzeuge sind für 2023 nicht mehr zu haben, die Käufer müssen sich also gedulden.

110 Jahre Aston Martin Sportwagengeschichte


Die britische Kultmarke hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Sie wurde bereits 1913 in London gegründet und gilt als Inbegriff von britischer Eleganz und Luxus.  Tuningliebhaber haben Aston Martin vom Start weg bevorzugt.  Doch im Konkurrenzkampf gegen zahlreiche andere Luxushersteller geriet Aston Martin zunehmend unter die Räder. Seit dem Vorjahr versucht das Unternehmen mit großen Anstrengungen aus der Krise zu kommen und den Hersteller wieder profitabel zu machen.

007 James Bond setzt wieder auf britische Tradition


Für den legendären Ruf des Autobauers waren zwei Faktoren besonders wichtig. Einerseits eroberten die Fahrzeuge die Kinoleinwand, verantwortlich dafür war ein Agent im Dienste ihrer Majestät: James Bond höchstpersönlich setzte auf Aston Martin und rückte die eleganten Flitzer ins beste Licht. Genau wie im Film „Skyfall“ soll die Marke jetzt auch auf den Märkten ein großes Comeback feiern. Im besten Daniel-Craig-Bond kehrte der legendäre Aston Martin DB5 auf die große Kinoleinwand zurück und verdrängte damit beispielsweise zahlreiche BMWs, die noch unter Pierce Brosnan als rasantes Transportmittel für den Geheimagenten gedient hatten.

Vom Formel-1-Sponsor zum F1 Teambesitzer


Doch nach mittlerweile sieben Insolvenzen hat der britische Hersteller bewiesen, dass er nicht kleinzukriegen ist. Das zeigt sich auch im Engagement in der Königsklasse des Motorsports. Seit 2021 ist Aston Martin in der Formel 1 nach langer Pause wieder mit einem eigenen Team aktiv. Von 2016 bis 2020 beschränkte man sich lediglich auf ein Sponsoring für das aktuelle Weltmeister-Team von Red Bull, doch das reichte den Verantwortlichen für die Formel 1 Saison 2022 nicht mehr.

Mit dem Engagement von Fernando Alonso ist Aston Martin in der laufenden Saison ein echter Coup gelungen. Der Formel 1 Weltmeister beweist seither, dass Erfahrung ein wichtiger Baustein für den Erfolg ist. Alonso ist bis auf Platz vier der Zwischenwertung vorgerückt und duelliert sich mit dem 7fachen Mercedes F1 Weltmeister Lewis Hamilton um einen Platz auf dem Treppchen.

Fernando Alonso fährt für das Aston Martin F1 Team in der Königsklasse


Die eigentlich unerwartet schnellen Erfolge des Formel 1 Teams haben auch die Sportwetten-Industrie belebt. Während so gut wie fast jeder Formel-1 Fan und Experte davon ausgeht dass auch in dieser Formel 1 Saison Max Verstappen nicht zu bezwingen ist, hat Aston Martin mit dem spanischen Top-Star frischen Wind in die Szene gebracht. Die zahlreichen Sportwetten Anbieter im Ausland gehen davon aus, dass Fernando Alonso Platz vier in der Endabrechnung der Formel-1-Weltmeisterschaft belegen wird.
Fernando Alonso und Lance Stroll sind die Formel 1 Fahrer für Aston Martin
© Aston Martin Formel 1 Team mit Fernando Alonso und Lance Stroll 
In der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft rechnen die Buchmacher mit Platz fünf. Damit wäre Aston Martin zu den Top-Teams von Red Bull, Mercedes, Ferrari und McLaren aufgerückt und könnte zukünftig von seinem Imagegewinn profitieren. Das sollte Aston Martin dabei helfen verlorenes Terrain zurückzugewinnen und das Unternehmen in die Gewinnzone zu führen.

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an / zs

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