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Klaus Wohlfahrt will den realen und virtuellen Motorsport verknüpfen
© Ralf Ääro | Zoom

RaceRoom virtual Motorsport: Klaus Wohlfahrt "Wollen realen und virtuellen Motorsport verknüpfen"

(Speed-Magazin) Im Interview mit ´Speed-Magazin.de´ spricht der KW-Automotive und SimBin Chef Klaus Wohlfahrt von seiner ersten Erfahrung im Bereich virtuellen Motorsport und was man mit dem RaceRoom bezwecken will.

Herr Wohlfahrt, was fasziniert sich generell am Motorsport?
Klaus Wohlfahrt: "Am Motorsport hat mich zuerst die Technologie ziemlich fasziniert, letztendlich ist es dann aber doch schon der Wettbewerb der den Motorsport ausmacht", sagte der KW-Chef Klaus Wohlfahrt im Gespräch mit ´Speed-Magazin.de´. "Das Kämpfen um die Position, oder um Zehntelsekunden gegen Gleichgesinnte auf der Strecke ist schon klasse."

Sie fasziniert der Motorsport so sehr, dass sie sich nun auch den virtuellen Motorsport angenommen haben. Wie kam es dazu?
KW: "Ich habe natürlich einen großen Bezug zum Rennsport, bin früher selbst gefahren als Hobbypilot. Habe dann irgendwann mit ´KW-Automotive´ ein Unternehmen aufgebaut, welches sehr stark im Motorsport involviert ist, weshalb wir auch mit sehr vielen Rennfahrern in Kontakt gekommen sind. Dann haben wir auch den Gründer der Firma SimBin Henrik Roos kennengelernt und so kam es, dass ich quasi als Business-Angel die Firma von Anfang an mit finanziert habe. Immer der Investor hinter der Firma war."

"Vor drei Jahren, Ende 2009 bin ich dann erstmals selbst mit dem Sim-Racing in Kontakt gekommen. Dabei habe ich dann festgestellt, dass es sich hierbei nicht nur um ein klassisches Spiel handelt, sondern tatsächlich um Duell, um Wettbewerbe auf einer virtuellen Strecke, die dem Original fast in nichts nachsteht. In mir hat das Emotionen geweckt, die ich sonst nur aus dem echten Motorsport kannte. Das war für mich so ein Schlüsselmoment, wo ich mir zum Ziel gesetzt habe, den virtuellen Motorsport und den realen Motorsport stärker zu verknüpfen und damit allen Motorsport-Fans den Bezug zur Faszination Motorsport in Form eines Virtuellen Mediums näher zu bringen."

Wieviel KW-Automotive steckt im neuen RaceRoom Racing Experience und woraus darf sich der Sim-Racing Fan freuen?
KW: "Das ist natürlich schwer, hier schon detaillierte Auskünfte zu geben. Unser Ziel war es für die Sim-Racing-Community eine interessante Software zu liefern, wobei uns wichtig war die Basis der Simracer breiter aufzustellen. Meine Zielsetzung ist es mit RaceRoom die Faszination des Motorsports durch eine Virtuelle Möglichkeit einer möglichst breiten Basis zu liefern. RaceRoom Racing Experience ist natürlich eine Möglichkeit um Motorsport zu erleben, einmal spielerisch durch die Software zudem ganz einfach für den Einsteiger, dann aber natürlich auch wieder in der Realitätsnähe die man von SimBin-Software gewohnt ist."

"Damit wollten wir eine Plattform bieten für die Einsteiger, wie auch für die Profis. Zudem ist es uns natürlich wichtig den echten mit dem virtuellen Motorsport zu verknüpfen. Ich sehe es so, dass wir nicht an einem Computerspiel arbeiten, sondern eher an einem sozialen Netzwerk für Motorsportbegeisterte Menschen, wobei das Simracing eine große Rolle spielt."

In Asien füllen Simracing-Events ganze Stadien, in Deutschland wird das noch eher stiefmütterlich behandelt. Wäre sowas in Deutschland mit den richtigen Produkten auch denkbar?
KW: "Es ist eine Frage der Akzeptanz und eine Frage der Menge an Menschen die solch einen Motorsport betreiben. Wir sind mit SimBin schon seit vielen Jahren Partner von Eurosport, womit man sicherlich alle medialen Möglichkeiten hätte das virtuelle Racing zu verbreiten. Letztendlich muss man einfach sagen, dass die Menge an Simracern die sich damit identifizieren zu klein ist. Verglichen mit dem Fussball was jeder spielen kann, wo die Voraussetzung relativ einfach sind und irgendwo immer ein Ball und ein Bolzplatz ist, muss für das Simracing schon etwas mehr Voraussetzung gegeben sein."

"Wenn ich heute jemanden erzähle wir machen RaceRoom und Simracing, schaut er mich mit großen Augen an und hat keine Ahnung wovon ich rede. Wenn ich dann von Gaming spreche, habe ich die Leute auf einen ganz falschen Fuss erwischt, weil Simracing das natürlich nicht darstellt. Demnach denke ich, dass wir von RaceRoom hier eine kleine Pionierfunktion haben, wobei wir die Masse erreichen wollen. Man sollte das als Chance sehen, seinen Motorsport zu dem man einen großen Bezug hat weiter zu verbreiten. Ich denke schon, dass Simracing in Europa mehr mediale Akzeptanz haben könnte wie das momentan der Fall ist."

Stephan Carls und Stefan Gottschalk