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Three-wide: Das Feld in Turn 1
© DTM Media | Zoom

DTM Esports Championship: Mit zwei Siegen auf dem Lausitzring verkürzt Titelverteidiger Moritz Löhner den Rückstand auf Tabellenführer Kevin Siggy

Eindrucksvolle Performance von Titelverteidiger Moritz Löhner und seinem Team Dörr Esports auf dem DEKRA Lausitzring: Löhner und Teamkollege Florian Hasse sorgten im Sprint- wie im Langstreckenrennen für einem BMW-Doppelsieg beim dritten Lauf zur DTM Esports Championship powered by MediaMarkt. Mit geschickter Teamarbeit eroberte Dörr Esports in beiden Qualifyings die ersten drei Plätze, einmal mit Hasse auf Pole-Position vor Löhner und Leonard Krippner, das andere Mal mit Löhner vor Krippner und Hasse. Der als überlegener Tabellenführer gestartete Slowene Kevin Siggy (Team Redline) war der einzige Ferrari-Fahrer, der die Pace der Dörr-BMW mitgehen konnte und letztlich mit zwei dritten Plätzen Schadensbegrenzung betrieb.

Nur sehr wenig Zeit bleibt den Sim-Racern zur Vorbereitung auf das nächste Rennen, das am Sonntag (10. April) auf dem belgischen Formel-1-Kurs von Spa-Francorchamps ausgetragen wird – wie immer ab 19:05 Uhr MESZ live auf YouTube und grid.DTM.com. „Die kurze Vorbereitungszeit ist eine Herausforderung für alle“, deutete Hasse ein stressiges Wochenende an. Die anspruchsvolle Berg- und Talbahn in Belgien ist der vierte von sechs Läufen zur DTM Esports Championship. Zur Halbzeit liegt der 23 Jahre alte Sim-Racing-Profi Kevin Siggy, der zuletzt am Norisring dominiert hatte, mit 220 Punkte weiterhin klar in Front, doch Löhner (175) konnte am virtuellen Lausitzring seinen Rückstand von 70 auf 45 Punkte verkürzen. Teamkollege Hasse rückte mit 155 Zählern auf den dritten Tabellenrang vor. Auf den Plätzen vier und fünf folgt das italienische Ferrari-Duo mit Alessandro Ottaviani (R8G Esports/149) und Gianmarco Fiduci (Team Fordzilla/130). Die ersten fünf Plätze sind in der Endabrechnung besonders begehrt, denn die fünf besten Fahrer nehmen an einem Lizenz-Lehrgang teil und der Beste darf sich auf eine Saison im realen Motorsport in der Talentschmiede DTM Trophy 2023 freuen.
 
„Es lief einfach perfekt“, konnte der amtierende DTM-Esports-Champion Moritz Löhner die Erleichterung nicht verbergen. „Zwei Siege und eine Pole-Position – das war auch das Ergebnis perfekter Zusammenarbeit in unserem Team. Schade, dass es keine Team-Meisterschaft gibt.“ Der 23-Jährige aus München freut sich schon auf Spa-Francorchamps: „Die schnellen Kurven sollten unserem BMW noch besser liegen als der Lausitzring.“ Wie herausfordernd Esports ist, zeigte Löhner, der fast 150 Puls erreichte. „Das ist mehr, als ich am Montag bei den Testfahrten der DTM Trophy im BMW M4 im realen Motorsport erreicht habe.“
 
Dörr Esports legte in beiden Qualifikationen über jeweils zehn Minuten auf dem viereinhalb Kilometer langen Lausitzring, der wie bei der DTM inklusiv der 300 Meter langen und überhöhten ersten Kurve gefahren wurde, den Grundstein zum Triumph. Gemeinsam gingen Löhner, Hasse und Krippner auf die Strecke und gaben sich gegenseitig einen perfekten Windschatten. Siggy war im Ferrari stärker als erwartet, mehr als zwei vierte Startplätze waren aber nicht drin. Im 15-minütigen Sprintrennen überrumpelte Siggy Krippner schon in der Startrunde, aber am Dörr-Duo Hasse/Löhner biss er sich die Zähne aus. Schließlich startete Löhner einen gekonnten Angriff auf Hasse und holte sich die vollen Punkte für den Sieg. Ähnlich war das Bild im Langstreckenrennen über 60 Minuten, nur dass das Dörr-Trio inklusiv Krippner über einen Großteil des Rennens dominant die ersten drei Plätze belegte. Den Zweikampf des Tages lieferten sich dabei Krippner und Siggy. Stoßstange an Stoßstange jagten der blau-schwarze BMW M4 und der rot-schwarze Ferrari 488 um den Kurs, immer wieder zeigte sich Siggy formatfüllend links und rechts im Rückspiegel von Krippner. Für Krippner bedeuteten die Attacken von Siggy permanenten Stress, dem er bis zum Pflichtboxenstopp nach 35 Minuten standhielt. Dann übernahm Siggy Rang drei, das Spitzenduo Löhner und Hasse konnte er aber bis zur Zielflagge nicht mehr gefährden, Löhner siegte souverän mit fast sieben Sekunden Vorsprung.



Es war ein herzerfrischendes, kurzweiliges 60-Minuten-Rennen mit zahlreichen Positionskämpfen im gesamten Feld. Letztlich gab es nur einen Crash, als Axel Vermeylen (BEL/Virtualdrivers by TX3) und der drängelnde Marko Pejic (GER/Veloce Esports) am Ende der Gegengeraden aneinandergerieten und in die Mauer krachten. Während BMW abräumte, war die Ferrari-Macht weitgehend gebrochen. Jack Keithley (GBR) aus dem Formel-1-Ableger Williams Esports erkämpfte im Mercedes immerhin den fünften Rang vor Ottaviani und dem vierten Dörr-Piloten, Michael Rächl. Das Langstreckenrennen nahmen nicht wie üblich 29 Fahrer in Angriff. Marc Gassner (GER/MRS Esports) musste aus persönlichen Gründen passen, sein Teamkollege Tim Jarschel (GER) wurde nach dem Norisringrennen wegen zu vieler Verwarnungen von der Meisterschaft ausgeschlossen, und ein Verstoß gegen das Speedlimit in der Boxengasse führte zum Ausschluss von Adam Princzes (HUN/Arnage Competition) für das Endurance-Rennen.
 
Bester der drei Teilnehmer, die sich über den DTM Esports Cup von DTM-Partner MediaMarkt für die Meisterschaft qualifiziert hatten, war im Sprintrennen einmal mehr Florian Bodin (GER/Deutsches Payment Esports) und im Hauptrennen erstmals Alex Mosin (GER/Ballas Esports).
 
DTM Esports ist eine von fünf Säulen der DTM-Plattform neben der weltberühmten DTM, der Talentschmiede DTM Trophy, der DTM Classic und der künftigen DTM Electric. Die drei realen Motorsport-Serien DTM, DTM Trophy und DTM Classic absolvierten in dieser Woche den ersten offiziellen Test in Hockenheim. Die DTM startet vom 29. April bis 1. Mai in Portimão (POR) mit 29 GT-Rennwagen und Fahrern aus 15 Nationen in die 16 Sprintrennen umfassende 36. Saison der Traditionsserie. 

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