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SID-Kalenderblatt am 31. August: Die Tragödie des Anthoine Hubert

Irgendwann bestätigte der Weltverband FIA, was die gespenstische Stille über den dunklen Ardennenwäldern von Spa-Francorchamps längst verkündet hatte: "Der Fahrer des Wagens Nr. 19, Anthoine Hubert, ist seinen Verletzungen erlegen."

Die große Tragödie hatte den Formel-Sport an jenem 31. August 2019 doch wieder eingeholt. Fünf Jahre nach dem letztlich tödlichen Unfall des Franzosen Jules Bianchi beim Formel-1-Rennen 2014 in Suzuka starb Anthoine Hubert in den Trümmern seines Formel-2-Autos.
 
Hubert, Protege der Renault Drivers Academy und eines der vielversprechendsten Talente des französischen Motorsports, hatte im asphaltierten Auslauf der Eau-Rouge-Senke eingangs der Highspeed-Passage Raidillon die Kontrolle über sein Auto verloren. Beim Versuch, seinem langsamer werdenden Landsmann Giuliano Alesi auszuweichen, geriet er ins Schleudern und löste eine fatale Kettenreaktion aus.
 
Der nachfolgende Juan Manuel Correa (USA) hatte keine Chance, mit weit über 200 km/h schlug er in dem quer zur Fahrbahn stehenden Wrack von Huberts Auto ein, das bei dem fürchterlichen Aufprall in drei Teile gerissen wurde. Die Überlebenszelle des Fahrers wurde an der linken Seite zerfetzt, Hubert mit ungeheurer Wucht in den Trümmern seines Monocoques über die Strecke geschleudert. Um 18.35 Uhr erklärten die Ärzte im Medical Center ihn für tot.
 
Trauer und Bestürzung im Fahrerlager waren groß, und doch brüllten wenige Stunden später wieder die Motoren in Spa. Formel 1, Formel 2 und Formel 3 gedachten des Franzosen in einer Schweigeminute, Aufkleber auf Helmen und Autos erinnerten an ein so furchtbar plötzlich und viel zu früh ausgelöschtes Leben.
 
Dann setzten sich alle wieder in ihre Autos, Huberts Jugendfreund Charles Leclerc holte im Ferrari den ersten Formel-1-Sieg seiner Karriere. Anthoine hätte es so gewollt, haben sie danach alle gesagt. Und vielleicht stimmt das ja sogar.

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