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Der Motoren Freeze wurde von den F1 Teams einstimmig beschlossen
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Motoren Freeze ist beschlossen: Red Bull plant für die Zukunft

Bei der gestrigen Sitzung der Formel1 Kommission wurde das einfrieren der Formel1-Motoren von 2022 bis 2024 einstimmig beschlossen. Aufatmen bei Red Bull Racing. Das war die Voraussetzung dafür, die Honda-Antriebseinheiten, auch nach dem werksseitigen Ausstieg von Honda Ende 2021, in Eigenregie weiter verwenden zu können. Nach der Entscheidung von Honda, die Formel1 Ende 2021 zu verlassen, war man bei Red Bull gezwungen, eine Alternative zu finden. Eine Rückkehr zu Renault war beim Energy-Drink-Hersteller keine wirkliche Option, Mercedes schloss eine Lieferung von Motoren aus. Deshalb war es das Ziel, mit dem Honda-Antrieb weiter zu machen. Daher bedurfte es aber den Entwicklungsstopp nach 2021! Die extrem teuren und hochkomplexen Antriebseinheiten konnte Red Bull nicht in Eigenregie weiterentwickeln. Nun werden die Motoren Anfang 2022 homologiert und dürfen bis zur Einführung des neuen Motoren-Reglements zum Jahr 2025 nicht weiterentwickelt werden werden.

Deal eingefädelt. Motorenentwicklung ab 2022 eingefroren
Deal eingefädelt. Motorenentwicklung ab 2022 eingefroren
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Das wurde gestern von den Teams einstimmig beschlossen. „Das ist nicht nur für Red Bull eine großartige Nachricht, sondern für die gesamte Formel1. Damit wird ein erheblicher Kostenfaktor reduziert“, kommentiert Red Bull Motorsport Berater Dr. Helmut Marko den Beschluss. „Jetzt haben wir einen Motor, der mit unseren Fahrzeug-Ingenieuren abgestimmt wurde. Dabei kommt das Optimum von beiden Seiten zum tragen. Wenn wir einen anderen Motor bekommen hätten, wären wir gezwungen gewesen, Chassis, Kühler und das ganze Umfeld neu konstruieren zu müssen.“ Trotzdem werden für Red Bull die Kosten erst einmal in die Höhe schießen. Am Teamstandort in Milton Keynes errichtet man eine neue Abteilung, wo man die Revision der Motoren durchführen wird. „Es ist ein bestehendes Gebäude, das wir in einen Motorenshop umbauen werden“, erklärt Dr. Marko.

Das besondere an diesem Plan ist: Dieser „Motorenshop“ soll so ausgelegt werden, das man eine Power-Unit für die Zeit ab 2025 selbst entwickeln könnte. Das neue Motoren-Reglement sieht vor, das die Aggregate technisch einfacher und günstiger werden sollen. Dies könnte dann der erste Schritt für Red Bull zum reinen Werksteam sein. Daher sieht man die Investition auch nicht für die Übergangszeit von 2022 bis 2024, sondern eher für danach. Ein Zeichen also, das Red Bull für ein langfristige Formel1 Zukunft plant.
 

Horst Bernhardt