Anzeige

Nur knappe drei Tage Testfahrten vor den 23 geplanten Formel 1 Rennen in Bahrain stellen Fahrer und Teams vor enorme Herausforderungen
© Red Bull Content Pool | Zoom

Formel 1 Testtag 1: F1 Insider Lukas Gorys live aus Bahrain

(Lukas Gorys live aus Sakhir zum 1.F1 Testtag 2021) Unser langjähriger F1 Fotograf und Live-Reporter Gorys schwitzt in Bahrain bei satten 35 Grad im Schatten. Seine ersten Eindrücke zur diesjährigen Formel 1 Saison sind gemischt: Mick Schumacher konnte wegen Getriebeschaden im nagelneuen Auto nicht wirklich was liefern, der neue Teamkollege von Sebastian Vettel ist möglicherweise schneller als der Heppenheimer und Ferrari hat eventuell mit Carlos Sainz die gleiche Konstellation: Ist er schneller als Charles Leclerc? Immerhin war direkt ersichtlich dass McLaren Mercedes direkt vorne an der Spitze mitspielt. Liegt sicherlich nicht nur an Daniel Ricciardo, sondern auch am Mercedes Motor - meint Gorys. Zudem gabs direkt am ersten Testtag der Formel 1 auch noch einen sauberen Sandsturm über der Strecke, fast so, als wenn man die wenigen Fotografen und Journalisten vor Ort in Sakhir testen wollte ob sie auch sandsturm-proofed sind...

Formel-1-Testfahrten Bahrain

Zur Galerie >

Die F1 Saisonvorbereitung wird zum Vabanquespiel

Drei Tage Testfahrten vor 23 geplanten Formel 1 Rennen sind mehr als dürftig. Das bedeutet, dass jeder F1 Pilot genau 12 Stunden im Auto sitzt, bevor die Saison 2021 in 14 Tagen mit dem ersten Training hier in Bahrain beginnt.

12 Stunden - das ist gar nichts, wenn zum Beispiel etwas schiefgeht so wie heute bei Valtteri Bottas, als das Getriebe streikte. Seine ersten vier Stunden konnte der Finne damit fast komplett vergessen. Ebenso Mick Schumacher, der auch einen Getriebeschaden bei seinem ersten halben Tag in seinem neuen Haas Boliden erlitt.

Mick Schumacher ereilte ein Getriebeschaden bei seinem ersten halben Tag im neuen Haas Boliden
©  Lukas Gorys

 

Dazu kommen die wechselnden Wetter-Bedingungen. Bahrain ist im März eigentlich für stabiles Sommerwetter bekannt. Das schliesst jedoch einen zünftigen Sandsturm nicht aus, der heute gegen Mittag über dem Wüstenkurs von Sakhir tobte. Mit dem Sand kam auch sofort die Hitze. Auf einmal stieg die Temperatur in die Regionen eines Umluft-Backofens. Und der Sand auf der Piste machte die Bedingungen auch nicht vergleichbar mit dem Vormittag (wo auf der Piste noch der Gummi fehlte).

Wie soll man also Fahrer und Wagen vergleichen? Ist Lance Stroll schneller als sein neuer Aston-Martin Teamkollege Sebastian Vettel? Ist Carlos Sainz schneller als Charles Leclerc? Selten waren Testzeiten so wenig aussagefähig wie heute. Ein paar Dinge sind aber auffällig: McLaren-Mercedes ist sofort vorne mit dabei. Der Umstieg auf den Mercedes-Motor ist offenbar gelungen und mit Daniel Ricciardo ist jetzt ein Fahrer an Bord, der Lando Norris ans Limit pusht.

Unser langjähriger F1 Fotograf und Live-Reporter Lukas Gorys schwitzt in Bahrain bei satten 35 Grad im Schatten. Seine ersten Eindrücke zur diesjährigen Formel 1 Saison sind gemischt
Unser langjähriger F1 Fotograf und Live-Reporter Lukas Gorys schwitzt in Bahrain bei satten 35 Grad im Schatten. Seine ersten Eindrücke zur diesjährigen Formel 1 Saison sind gemischt
© Lukas Gorys

Red Bull mit Max Verstappen und Honda Motor zeigen Flüüügel

Max Verstappen und Red Bull sind heute ebenso richtig schnell. Der neue Honda-Motor (in den die Japaner vor ihrem Abschied schon Dinge eingebaut haben, die erst für 2022 geplant waren) läuft wie ein Uhrwerk.
Das zeigen auch die anständigen Zeiten von Alpha Tauri. Der neue Mercedes ist im Motorbereich so eng gepackt, dass man sich schon fragen muss, wie dieser Motor eigentlich überhaupt gekühlt wird. Wie gut der Wagen ist, hat das Weltmeister-Team noch nicht gezeigt - wie man das ja schon aus den Vorjahren gewöhnt ist. Erstaunlich schnell ist der Alpine. Das gibt eine gute Basis für das Comeback von Fernando Alonso.

Unspektakulär ist heute in Bahrain noch der Haas. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Lackierung zwar geändert, doch gleichzeitig will man den Wagen die ganze Saison über unverändert lassen. Das sind keine guten Aussichten für Mick Schumacher und Nikita Mazepin, die sich wohl ein Privatduell um die letzten Plätze liefern werden.

Williams hat den ersten von drei Formel-1 Testtagen in Sakhir an den Israeli Roy Nissany verkauft und lässt damit Zweifel an der seriösen Saisonvorbereitung aufkommen. Für George Russell wird es langsam Zeit, dieses Team zu verlassen. Alfa Romeo schlägt sich bisher besser als im Vorjahr. Der spannendste Newcomer ist Yuki Tsunoda. Der Japaner zog sich bei seinem ersten Einsatz bislang achtbar aus der Affäre.



Wenig spektakulär war heute am ersten Testtag der Auftritt von Aston Martin. Sowohl die Farbe des Wagens als auch der Teamkleidung sind gewöhnungsbedürftig. Über Geschmack lässt sich natürlich immer trefflich streiten. Aber mein fotografisches Auge fragt sich schon was das eigentlich für eine Farbe ist? Grau? Grün? Graugrün?

Lukas Gorys

| Bildergalerie