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Die nächste Chance eines offiziellen F1-Nachwuchs-Tests hat Mick übrigens erst genau in einem Jahr in Abu Dhabi!
© Lukas Gorys | Zoom

Formel 1 Test Abu Dhabi: Wo war Mick Schumacher?

Die Formel1 Teams sind auch in der Woche nach dem Saisonfinale in Abu Dhabi geblieben. Zwei Tage Reifentests für Pirelli standen vor der Winterpause auf dem Programm. Die Fahrer sollten bei wunderbarem Sommerwetter in der Wüste noch einmal die für 2020 entwickelten Reifenmischungen unter die Lupe nehmen. Beim ersten (viel zu kühlen Test) in Austin hatten sich viele Fahrer im Oktober negativ über die neuen Mischungen geäußert und es wurde sogar davon gesprochen, in der neuen Saison mit den 2019er Mischungen weiter zu fahren. 

Formel 1 Tests Abu Dhabi

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Pirelli bat die Teams deshalb, beim letzten F1-Test des Jahres ihre Stammpiloten einzusetzen um möglichst realistisches und verwertbares Feedback zu erhalten. Damit schien die Türe versperrt, um Nachwuchsfahrern zum ersten Mal seit Barcelona im Mai eine Chance zu geben, F1-Kilometer abzuspulen. Am ersten Testtag sah man, dass sich einige Teams nicht an die Pirelli-Maxime gehalten haben: Mercedes setzt am Mittwoch George Russell ein, weil Lewis Hamilton „andere Verpflichtungen“ habe. Bei Toro Rosso testete gestern einen halben Tag lang der Schumacher-F2-Teamkollege Sean Gelael (dessen Vater der indonesische Kentucky Fried Chicken gehört). Bei Williams setzt  man den weitgehend unbekannten Roy Nissany zwei halbe Tage ins Auto und Haas lässt am zweiten Tag Testfahrer Pietro Fittipaldi ans Steuer.
 
Und wo ist Mick Schumacher? Diese Frage stellen sich hier in Abu Dhabi einige. Der F2 Fahrer mit dem großen Namen ist sehr wohl in Abu Dhabi, wo er ab Donnerstag Formel2 Tests absolviert. Aber für einen wenigstens halbtägigen F1-Test hat sich kein Cockpit für Mick gefunden. Verlieren die Teams das Interesse an ihm? Fakt ist, dass man in das zweite Cockpit des F2-Prema Teams 2020 neben Mick einen der heissesten Newcomer setzt: Robert Shwartzman! Der 20 jährige hat die F3 Meisterschaft im Rahmen der F1 Wochenenden in seinem ersten Jahr gewonnen und gilt als eines der interessantesten neuen Talente des Motorsports. Dehalb hat ihn Ferrari auch in das Nachwuchsförderprogramm „Young Driver Academy“ aufgenommen. 
 
Shwartzman neben Mick Schumacher i, Prema F2-Team fahren zu lassen, setzt Mick unheimlich unter Druck. Das eine Jahr Erfahrungsvorsprung in der F2 kann er vergessen, denn ab 2020 fährt die Formel2 mit 18 Zoll Felgen und das Reifenmanagement sowie das Setup muss völlig neu erarbeitet werden.  Und die Strecken kennt Shwartzman aus der F3 genau so gut wie Schumacher... Das heisst: Mick muss sich deutlich gegen das russische Ausnahmetalent Shwartzman durchsetzen, um genügend Reputation für einen Aufstieg in die Formel1 aufzubauen. 
 
Die nächste Chance eines offiziellen F1-Nachwuchs-Tests hat Mick übrigens erst genau in einem Jahr in Abu Dhabi! Davor absolviert die Formel1 im März 2020 nur kümmerliche 6 Tage Wintertests, bei denen die Teams in großer Eile ihre 2020er-Wagen abstimmen müssen und während der gesamten Saison 2020 darf dann kein einziger Tag mehr getestet werden! Sollte also Ferrari mit seinen Kundenteams Alfa Romeo und Haas wirklich Interesse daran haben, Mick Schumacher weiter für einen F1-Aufstieg in 2021 vorzubereiten, muss sich im kommenden Jahr eine Gelegenheit finden, Mick zumindest bei einigen Grands Prix im ersten Training am Freitag als Testfahrer einzusetzen.
 
Sein Fehlen beim F1-Test in Abu Dhabi dieser Woche ist auf jeden Fall kein positives Signal...  

Lukas Gorys

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