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Hamilton gewinnt in Monaco vor Vettel und Bottas
© Lukas Gorys | Zoom

Formel 1: Lukas Gorys Insider Report aus Monaco - Jammern und Leiden am Sonntag Nachmittag

(Speed-Magazin.de) Auch am Renntag war der verstorbene Niki Lauda in Monaco das beherrschende Thema. Die Fahrer traten bei der Fahrerparade mit roten „Niki“ Kappen auf und in der Startaufstellung gab es eine Schweigeminute zu Ehren des dreimaligen F1-Weltmeisters. Lewis Hamilton startete ebenso wie Sebastian Vettel mit einem roten Helm in Lauda-Design. Erinnerte Vettels Lauda-Helm an die frühen Ferrari-Jahre des Österreichers, so war das Design von Hamilton Laudas Helm dem Ende seiner Karriere gewidmet. 

Die Geschichte des Rennens ist relativ schnell erzählt

Hamilton gewann den Start, dahinter reihten sich Bottas, Verstappen und Vettel ein. Erstaunlich schnell wurde der Abstand zwischen diesen vier Piloten und der „zweiten Liga“ der Formel1 größer. Bis Max Verstappen bei den Boxenstopps durch eine Unsafe Release mit

Start zum Grossen Preis von Monaco 2019
Start zum Grossen Preis von Monaco 2019
© Lukas Gorys
Bottas kollidierte und beim Finnen einen Reifenschaden verursachte. Hamilton schickte die Mercedes Box beim Stopp in Runde 11 mit Medium-Reifen auf die Piste und erkannte sofort, dass dies ein Fehler war, denn Ferrari und Red Bull wechselten auf die harte Mischung, mit der das Rennen ohne weiteren Stop zu Ende zu fahren war. Bottas erhielt bei seinem zweiten Reifenwechsel (ausgelöst durch den Plattfuß) ebenfalls die harten Reifen und kam entsprechend gut durchs Rennen. Aber Hamilton stellte bald fest, dass die Medium Reifen abbauten und er in Schwierigkeiten steckte. Er wurde den hinter ihm drückenden Verstappen nicht los und auch Vettel lag im weiteren Verlauf immer in Schlagdistanz.

Ein Wechsel auf harte Reifen..

...hätte die Silberpfeile den Sieg gekostet und so musste Hamilton in den sauren Apfel beissen und mit den nachlassenden Reifen das Rennen zu Ende fahren. Am Funk jammerte Hamilton mehrfach über den Zustand seiner Reifen. Es war klar, dass das letzte Renndrittel

Emotionale Gedenkminute für Lauda vor Monaco-Rennen
Emotionale Gedenkminute für Lauda vor Monaco-Rennen
© Lukas Gorys
hart für ihn sein würde. Speziell wenn man einen unangenehmen Gegner wie Verstappen formatfüllend im Rückspiegel sieht. Dabei war Verstappen wegen seiner 5 Sekundenstrafe eigentlich kein Problem für Hamilton. Aber vorbeilassen konnte er den Holländer natürlich auch nicht. Max wäre nicht Max wenn er es nicht 2 Runden vor Schluss in der Hafenschikane versuchte hätte, sich an Hamilton vorbeizupressen. Das geht in Monaco immer schief, denn wenn der Vordermann nicht mitspielt, kann man im Fürstentum einfach nicht überholen - auch wenn man Max Verstappen heißt! Der Holländer berührte Hamiltons rechtes Hinterrad und die beiden hatten Glück, dass sie ihr Rennen zu Ende fahren konnten.

War es ein Wunder, dass Hamilton mit seinen „toten“ Mediumreifen das Rennen gewann?

Nullnummer für Leclerc heute in Monte Carlo
Nullnummer für Leclerc heute in Monte Carlo
© Lukas Gorys
Nein, es lag an der Strecke, auf der heute Nachmittag gefahren wurde. Der Stadtkurs von Monaco ist so eng, dass man auch mit deutlich schnelleren Reifen nicht vorbeikommt. Das musste schon Nigel Mansell 1992 einsehen, als er Senna die letzten fünf Runden mit neuen Reifen um den Kurs hetzte und keine Chance hatte vorbei zu kommen.

Hamilton widmete seinen Sieg natürlich Niki Lauda. Der Österreicher wäre mit der Leistung seines Fahrers zufrieden gewesen. Nicht allerdings mit der falschen Entscheidung seiner Renningenieure...

Formel 1 GP Monaco 2019 Ergebnisse
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Lukas Gorys

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