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Ferrari Pilot Sebastian Vettel kam auf P2 im GP Japan ins Ziel
© Lukas Gorys | Zoom

Formel 1 Insider Lukas Gorys zum F1 GP Japan: Nach 300 Metern hatte sich der Ferrari-Sieg erledigt

Wer beide Autos in der ersten Startreihe stehen hat, sollte zumindest um den Sieg kämpfen. Ferrari schaffte es in Suzuka rund 300 Meter nach dem Start jede Hoffnung auf einen Sieg begraben zu können. Zunächst verstolperte Pole-Halter Sebastian Vettel den Start und hatte dabei großes Glück, dass man ihn nicht wegen Frühstart bestrafte. 

Großer Preis von Japan 2019

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„Das war mein Fehler. Die Ampeln waren lange an und ich habe bei dem schlechten Start den ganzen Schwung verloren."  Hinter Vettel gelang Valtteri Bottas gleichzeitig ein Superstart und der finnische Mercedes-Pilot ging schon vor der ersten Kurve in Führung. Vettels Ferrari-Teamkollege Leclerc -auf Platz zwei gestartet- kam auch nicht besonders gut weg und wurde in Kurve eins von Max Verstappen angegriffen. Leclerc gegen Verstappen – da gibt keiner der beiden nach und es kam zur Berührung. Verstappen flog ins Gras, bei Leclerc wurde der Frontflügel beschädigt. „Das war kein hartes Racing, das war einfach nur dumm“ fluchte Verstappen nach seinem Ausfall.
 
Der Start zum GP Japan 2019
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Trotz  dieses Schadens fuhr Leclerc zunächst auf P3 weiter und behinderte dabei den hinter ihm fahrenden Lewis Hamilton. In der zweiten Runde löste sich das Leitblech des Frontflügels und flog bei ca. 300 km/h Hamilton um die Ohren. Die Trümmerteile rissen den rechten Rückspiegel am Silberpfeil ab und Leclerc hatte damit trotz seines Defektes sowohl Vettel als auch Bottas einen Dienst erwiesen, denn er hatte Hamilton in der Anfangsphase einige Sekunden gekostet. 
 
Danach war das Rennen nüchtern betrachtet gelaufen. Bottas war ungefährdet an der Spitze, Vettel fuhr dahinter im Respektsabstand auf P 2 und Hamilton konnte machen, was er wollte, die beiden vor ihm konnte er heute nicht schlagen. „Sagt mir, was ich tun soll, um dieses Rennen noch zu gewinnen“ funkte Hamilton zu seiner Box. Eine Antwort kam von dort nicht. Denn heute ging es für Mercedes vor allem um eines: genügend Punkte zu sammeln, um den Konstrukteurs-Titel sicherzustellen. 
In Führung 338 WM Punkte für Lewis Hamilton
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Red Bull Pilot Albon verpasst knapp das Poidum

Mann des Rennens -zumindest aus japanischer Sicht- war heute Alexander Albon, der auf seinem Red Bull Platz 4 eroberte und damit der bestplatzierte Honda-Fahrer war. Verstappens Kollision und sein Ausfall danach war für den japanischen Hersteller eine Enttäuschung. Mindestens ebenso enttäuschend ist allerdings die dritte Startreihe der beiden Red Bull. Da hatte man sich bei den Bullen und Honda mehr versprochen.  
 
Carlos Sainz auf Platz fünf fuhr erneut ein glänzendes Rennen im Kampf gegen die Renault, die heute allerdings beide punkten konnten: Ricciardo auf Platz sieben, Hülkenberg auf P10.  
 
Durch den Bottas-Sieg (das Rennen wurde am Ende eine Runde zu früh abgewunken) gelang Mercedes heute der sechste Konstrukteurs-Titel in Folge. Seit die Formel1 2014 mit den Hybrid-Motoren fährt, gewinnt Mercedes den Titel. Eine derartige Überlegenheit hat es letztmals 1999 bis 2004 gegeben. Damals siegte Ferrari sechs Mal in Folge. 

Mercedes vorzeitig Teamweltmeister

Mercedes-Teamchef Toto Wolff vergass bei aller Freude nicht, einen der Architekten dieses Dauererfolges zu erwähnen: „Das „Kapperl“ fehlt uns natürlich heute ganz besonders.“ Gemeint war Niki Lauda, der heute seine berühmte rote Kappe sicherlich wieder vor der Leistung seines Teams gezogen hätte. 12 Siege in bislang 17 Saisonrennen zeigen, dass Mercedes noch immer das überlegene Team des Jahres ist, auch wenn seit fünf Rennen ein Ferrari auf der Pole Position steht. „Wir dürfen uns niemals zurücklehnen und uns auf den Lorbeeren ausruhen, um die Konkurrenz auch weiterhin in Schach zu halten“, mahnte Wolff sein Team nach dem Triumph. Genau das hätte Niki Lauda heute ebenfalls gesagt...

Formel 1 WM-Punktestand

Lukas Gorys

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