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F1 Insider Lukas Gorys: "Es ist klar, wir hätten nicht nach Melbourne fliegen sollen"
© Lukas Gorys | Zoom

Formel 1 Insider Lukas Gorys: Australien endgültig abgesagt

Nun wurde der F1-Saisonauftakt in Melbourne doch abgesagt. Nachdem bekannt wurde, dass ein McLaren-Teammitglied positiv auf das Corona-Virus getestet wurde, überschlugen sich in Australien die Ereignisse: McLaren zog sich vom GP zurück und offiziell wollten nur Red Bull und Alpha Tauri heute am Training teilnehmen. Die Teammitglieder von Ferrari ließen sich heute morgen erst gar nicht an der Strecke blicken. Die nicht informierten Zuschauer warteten ab 8 Uhr an den Eingangstoren, wurden aber nach Hause geschickt, denn am Ende hat das australische Gesundheitsamt das Event heute Morgen untersagt.

Formel 1 Großer Preis von Australien 2020

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Das hätte man einfacher haben können... 

F1-Chef Chase Carey bezog sich bei seiner Erklärung der Absage darauf, dass die Situation sich ständig verändert habe. Er sagte heute zur Überraschung vieler auch nicht den GP Bahrain ab. Fragt sich, wer dort fahren soll, denn die Teams haben in den letzten Stunden ihre Flüge umgebucht und kehren nun nach Europa zurück. Kimi Raikkoenen und Sebastian Vettel z.B. flogen schon heute morgen aus Melbourne ab. Für die beiden war klar: hier findet kein Rennen statt. Sollte wirklich der GP in Bahrain ausgetragen werden sollen, dann ohne die meisten F1-Leute, denn viele Flüge aus Europa nach Bahrain sind mittlerweile gestrichen. 
 
Pessimisten wie Red Bull Motorsportchef Dr. Helmut Marko sprachen heute morgen davon, dass die F1-Saison 2020 womöglich erst am 7. Juni in Baku starten könnte. Bis dahin müsse man mit Absagen rechnen. Die Teams wollen ihre vierwöchige Sommerpause, die für August vorgesehen ist, jetzt in den April vorziehen um dann im August möglichst viele der bis dahin ausgefallenen Rennen nachzuholen. Nach Australien wird man aber in diesem Jahr nicht mehr zurückkehren.

Kein Formel 1 Saisonauftakt in Melbourne..
© Lukas Gorys

Enttäuschte Fans, ein Haufen Essen und viel Frust bei allen Beteiligten

Im Nachhinein ist klar dass die F1 von vorneherein nicht nach Melbourne hätte fliegen sollen. Aber laut Chase Carey war zu der Zeit als er die Entscheidung zu treffen hatte „die Lage hier in Melbourne noch völlig normal und es fanden auch andere Events statt“. 

Ungefähr 1500 Leute sind nun vergeblich aus Europa um die Welt geflogen, um nun so schnell es geht wieder zurückzufliegen. Vor Ort bleiben zahlreiche enttäuschte Fans, Berge von Lebensmitteln, die hier verbraucht werden sollten, ein aufgebauter Stadtkurs im Albert Park  und viel Frust bei allen Beteiligten  zurück. Die Absage hat aber eines deutlich gemacht: die Formel1, die ja gerne in ihrer eigenen Realitätsblase lebt, für die es eigene Regeln zu geben scheint und die sich über viele Realitäten einfach hinwegsetzt, wurde von dem unsichtbaren  Corona-Virus in die Realität zurück gebeamt. Die Welt und die Menschen haben derzeit leider ganz andere Sorgen und Probleme, als die F1-Oberen im Paddock wahrhaben wollten. 
Hoffentlich werden die Zeiten bald wieder so glücklich, dass wir es uns leisten können Formel1-Rennen auszutragen.

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