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Die F1 tritt zum 3. Mal in Folge auf einem nicht-permanenten Rennkurs an
© Jackie Weiss | Zoom

Formel 1 GP Europa 2012: Renault Sport F1 Vorschau auf das Rennen in Valencia

(Speed Magazin) Beim Großen Preis von Europa im spanischen Valencia tritt die Formel 1 zum dritten Mal in Folge auf einem nicht-permanenten Renn¬kurs an. Doch der Valencia Street Circuit hat mit den Schauplätzen der vergangenen beiden Rennen in Monte Carlo und Montreal nur das maritime Ambiente gemein: Die Strecke führt durch den historischen Hafen der Mittel¬meerstadt sowie entlang der Ausfahrt des Yachthafens, der für den America’s Cup 2007 neu errichtet wurde. 

Der Große Preis von Europa im Überblick

Die Strecke führt durch den historischen Hafen der Mittelmeerstadt
Die Strecke führt durch den historischen Hafen der Mittelmeerstadt
© Jackie Weiss
Auch wenn mit Monte Carlo, Montreal und Valencia drei Straßenkurse auf¬ein¬ander folgen, könnten die drei Strecken kaum unterschiedlicher sein. Der Circuit de Monaco ist extrem eng und winklig, die Durchschnitts¬geschwin¬digkeit ist die langsamste der Saison. Der Kurs in Kanada besteht aus einer Abfolge von Highspeed-Geraden, engen Haarnadeln und Schikanen – dort kam es vor allem auf hohe Endgeschwindigkeit an. Das Durchschnittstempo von Valencia wiederum liegt mit rund 200 km/h relativ hoch. Außerdem ist die Fahrbahn verglichen mit Monaco und Montreal sehr viel ebener und weist weniger Bodenwellen auf.

Der schnelle Rundenschnitt geht auf die langen Geraden zurück. Gleich¬zeitig besitzt der Valencia Street Circuit jedoch die meisten Kurven aller aktuellen Formel 1-Strecken – 25. Davon werden zehn im ersten, zweiten oder dritten Gang mit relativ niedrigem Tempo gefahren. Die Motoren müssen also einerseits eine hohe Endgeschwindigkeit erlauben und andererseits beim Gasgeben in den Kurven sensibel ansprechen, ohne Unruhe ins Auto zu bringen. Durch den Stop-and-go-Charakter verbrauchen die Motoren hier überdurch¬schnittlich viel Kraftstoff. Das bedeutet, dass die Rennwagen am Start in Valencia vollgetankt schwerer sind als auf den meisten anderen Strecken.

Durchschnittstempo von Valencia liegt mit rund 200km/h relativ hoch
Durchschnittstempo von Valencia liegt mit rund 200km/h relativ hoch
© Jackie Weiss
Ungewöhnlich ist auch die erste Biegung nach dem Start. Statt einer klaren Kurve – wie auf fast allen anderen Kursen – folgt nur ein leichter Rechts¬knick. Deshalb beschleunigen die Fahrer bis Turn 2 durch und erreichen die erste „echte“ Kurve mit rund 300 km/h. In der Startphase werden viele Piloten den gesamten Zusatzschub des Energierückgewinnungs-Systems KERS auf dieser Passage nutzen, um Gegner zu überholen oder Angriffe abzuwehren. Es könnte taktisch aber auch sinnvoll sein, die Extra-Power für die nächste Gerade aufzusparen, um Fahrer anzugreifen, die ihre erlaubten 400 kJ pro Runde schon verbraucht haben. Das Abwägen dieser beiden Optionen ist für die Startrunden sehr wichtig, da das Drag Reduction System DRS – der verstellbare Heckflügel – frühestens in Umlauf 3 freigegeben wird.

Der zweite Sektor ist auf der Stoppuhr der längste, besteht jedoch haupt¬sächlich aus der langen Verbindungsgeraden zwischen den Turns 10 und 12. Sektor drei enthält mit den Turns 17 und 25 zwei der langsamsten Kurven der Strecke, ist aber trotzdem sehr flüssig zu fahren. Ab Kurve 17 nehmen die Piloten kontinuierlich Tempo auf und durchfahren die folgenden schnellen Ecken mit rund 280 km/h. Erst vor der letzten Kurve, der Turn 25 genannten Haarnadel, bremsen sie von etwa 295 km/h auf 65 km/h herunter. Die Bremszonen der langsamsten Turns sind ideal geeignet, die KERS-Batterien wieder aufzuladen, um für die folgende Startgerade wieder den kompletten Extra-Schub nutzen zu können.

Renault / J Patric

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