Anzeige

Valencia sticht aus den aktuellen GP-Strecken heraus
© Lukas Gorys | Zoom

Formel 1 GP Europa 2012: Der Valencia Street Circuit aus der Sicht von Kovalainen und Taffin

(Speed Magazin) Der 5,419 Kilometer lange Straßenkurs sticht aus den aktuellen Grand Prix-Strecken in fast jeder Hinsicht heraus. Er weist einen sehr ebenen Asphalt¬belag auf und ermöglicht schnelle Durchschnittsgeschwindigkeiten bei einem hohen Anteil an Volllast-Passagen. Dabei werden die Highspeed-Abschnitte immer wieder von Kurven unterbrochen, die relativ langsam und mit niedrigen Drehzahlen gefahren werden. Diese Charakteristik stellt sowohl die Chassis- als auch die Motoren-Ingenieure vor einige Heraus¬forderungen.

Der Valencia Street Circuit aus der Sicht des Fahrers:

Kovalainen:
Kovalainen: "Der Stadtkurs von Valencia hat zwei Gesichter"
© mspb
Heikki Kovalainen, Caterham F1 Team
„Der Stadtkurs von Valencia hat zwei Gesichter: die langen Geraden und die meist langsamen Kurven dazwischen. Du brauchst ein gesundes Gleichgewicht zwischen hohem Topspeed und stabilem Bremsverhalten – und bei so vielen Kurven und Bremszonen muss diese Balance wirklich perfekt stimmen. Eine der Stärken unseres Renault Motors ist die gute Fahrbarkeit bei niedrigen Drehzahlen. Das ist hier extrem wichtig, gerade auch wegen des geringen Grips auf diesem Straßenkurs.“

Der Valencia Street Circuit aus der Sicht des Motoren-Ingenieurs:
Rémi Taffin, Leiter des Renault Sport F1 Einsatzteams
„Das optimale Motoren-Mapping für diesen Kurs zu entwickeln, ist eine ziemlich knifflige Aufgabe. Die ersten zehn Kurven werden alle im ersten, zweiten oder dritten Gang – also bei niedrigem Tempo – gefahren. Viele dieser langsamen Kurven – genauer gesagt die Turns 2, 4, 5, 8, 10, 12, 17 und 25 – sind sich sehr ähnlich. Wenn du für eine davon das falsche Setup hast, wirst du auch auf dem Rest der Runde Probleme bekommen.

Der Valencia Street Circuit
Der Valencia Street Circuit
© Jackie Weiss
Der Stop-and-go-Charakter von Valencia wirkt sich natürlich auch auf den Kraftstoffverbrauch aus. Der liegt hier sehr hoch, fast auf dem Niveau von Melbourne. Da es in Spanien im Sommer aber wärmer ist als im Herbst in Australien, verbrauchen wir etwas weniger Sprit als dort.

Trotz der wahrscheinlich hohen Lufttemperaturen stellt die Motorkühlung in Valencia keine besonderen Ansprüche. Auf den langen Geraden kommt genügend Frischluft in die Seitenkästen und den Luftkreislauf, damit das Kühlsystem durchatmen kann.

Wir sind für Valencia recht zuversichtlich, weil die gute Fahrbarkeit bei geringem Gaspedaleinsatz und mittleren Drehzahlen zu den Stärken unseres RS27-V8 gehört. Unsere Ingenieure haben in dieser Saison schon oft bewiesen, dass sie die Motorsteuerung exakt so einstellen können, dass die Kraft sanft einsetzt. Auf diese Weise drehen die Räder beim Beschleu¬nigen nicht zu stark durch und der Reifenverschleiß hält sich in den vorge¬se¬henen Grenzen. Wir möchten unbedingt unsere starke Performance der vergangenen Jahre fortsetzen: Seit 68 Rennen haben wir immer mindes¬tens ein Auto mit Renault Motor in die Punkteränge gebracht!“

Renault / J Patric

Europa - Valencia: News & Ergebnisse