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Massa crasht in Hockenheim 2014
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Formel 1 Exclusiv: 40 Jahre Williams F1 Team - Teil 3

(Speed-Magazin.de / F1 / Horst Bernhardt) Mit BMW hatte Williams ab 2000 wieder einen potenten Motorenpartner an seiner Seite und es stellten sich in der Folge auch wieder Erfolge ein. In den ersten beiden Jahren der Zusammenarbeit mit BMW konnte jeweils Platz drei im Konstrukteurs-Championat erreicht werden. Juan-Pablo Montoya ersetzte Zanardi und fuhr neben Ralf Schumacher. Schumacher gewann 2001 die Grand Prix von San Marino, Kanada und den deutschen Grand-Prix in Hockenheim und wurde vierter der Fahrer WM. Montoya gewann in Monza. Mit den gleichen Fahrern bestritt Williams auch die Saison 2002.

Ralf Schumacher holte seine 6 GP Siege mit Williams BMW
Ralf Schumacher holte seine 6 GP Siege mit Williams BMW
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Platz zwei in der Teamwertung hinter Ferrari und die Plätze drei und vier für Montoya und Schumacher in der Fahrer-WM standen Ende der Saison zu Buche. Die Saison 2003 sollte die erfolgreichste werden in der Partnerschaft mit BMW. Montoya gewann in Monaco. Doppelsiege durch Ralf Schumacher und Montoya beim Europa GP am Nürburgring und in Frankreich. Der Kolumbianer gewann den Grand Prix in Hockenheim und war am Ende dritter in der Fahrerwertung. Ralf Schumacher beendete die Saison auf den fünften Platz. In der Team-Wertung behauptete sich Williams abermals auf Platz zwei. Es folgte eine schwierige Saison mit nur einem Sieg von Montoya beim Finale in Brasilien. Tiefpunkte der Saison waren die Disqualifikation beider Autos in Kanada wegen zu großer Bremsbelüftungen und der schwere Unfall von Ralf Schumacher in Amerika. Ein gebrochener Halswirbel sorgte dafür das Ralf sechs Rennen pausieren musste. Er wechselte für die neue Saison zu Toyota, Montoya verabschiedete sich zu Mc Laren. Für 2005 entschied sich Williams für Mark Webber und Jenson Button. Die Verpflichtung des Engländers platzte jedoch, da er einen gültigen Vertrag mit BAR-Honda hatte. BMW pochte auf einen deutschen Fahrer und Nick Heidfeld bekam den Sitz im Williams. Heidfeld bedankte sich mit zwei zweiten Plätzen in Monaco und am Nürburgring. Im laufe der Saison verschlechterte sich die Beziehung zwischen BMW und Williams zusehends. Am Ende der Saison folgte die Scheidung und BMW übernahm das Sauber-Team und nahm Nick Heidfeld als Nr. 1 Fahrer mit.

Toyota Kundenteam
Nach der Trennung von BMW begann für Williams eine schwierige Zeit mit wenig Erfolgserlebnissen. Das ehemalige Spitzenteam rutschte in die mittelmäßigkeit ab. 2007 hatte man mit Toyota wieder einen Motorenpartner mit Werks-Know-How an seiner Seite, aber die Erfolge blieben aus. Nico Rosberg und Alex Wurz konnten insgesamt 33 WM Punkte einfahren, was für Williams zu Platz vier im Konstrukteurs-Championat reichte. Nico Rosberg fuhr in den kommenden zwei Jahren noch dreimal in die Punkteränge. Das einstmalige Weltmeister-Team rutschte immer weiter nach hinten in der Team Hirarchie der Formel1.

F3 Europameister Lance Stroll fährt 2017 bei Williams seine erste Formel 1 Saison
F3 Europameister Lance Stroll fährt 2017 bei Williams seine erste Formel 1 Saison
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Cosworth Kundenteam
2010 und 2011 hatten die Williams Renner wieder Cosworth Motoren im Heck. Rubens Barichello und Nico Hülkenberg erzielten im ersten Jahr 69 WM-Punkte. Für 2011 holte man Pastor Maldonade ins Team nachdem man sich von Hülkenberg getrennt hatte. Ganze fünf Punkte konnten Barichello und Maldonado einfahren. Der FW33 war unzuverlässig und zu langsam. Der technische Leiter Sam Michael übernahm die Verantwortung für die verkorkste Saison und verließ das Team am Ende der Saison.

Zurück zu Renault
2012 und 2013 vertraute Williams wieder auf Triebwerke von Renault. Pastor Maldonado stellte den FW34 beim Spanien Grand-Prix 2012 auf Startplatz zwei. Pole Sitter Hamilton wurde nach dem Qualifying disqualifiziert. Maldonado startete von Position eins und gewann den Grand-Prix vor Fernando Alonso und bescherte dem Team den ersten Sieg seit 2004. Das aktuelle Auto war zuverlässig und für Punkteränge gut, Maldonados Sieg blieb jedoch der einzige Podestplatz. Claire Williams übernahm das Ruder von ihrem Vater und konnte 2013 den Absturz auf Platz neun in der Team-Wertung nicht verhindern. Lediglich Marussia und Caterham waren im Endklassement hinter dem Traditions-Team angesiedelt.

Williams-Mercedes
Mit der Saison 2014 trat ein neues Motorenreglement in Kraft und in der Formel 1 setzte auf 1,6 Liter Turbo-Hybrid-Aggregate. Williams konnte Mercedes als Motorenpartner gewinnen. Pat Symonds konstruierte den FW36 der von Valtteri Bottas und Felipe Massa gefahren wurde. Mit Martini war ein neuer Hauptsponsor an Bord was die finanzielle Situation auf eine solide Basis stellen sollte. Bottas erzielte mit zwei 2. und vier 3. Plätzen sowie neun weiteren Punkterängen 186 Zähler und wurde vierter in der Fahrerwertung. Massa wurde einmal 2. und zweimal 3. und beendete die Saison auf Gesamtrang sieben. In der Team-Wertung kam Williams auf den dritten Platz hinter Mercedes und Red Bull-Racing. Massa und Bottas bildeten auch in 2015 und 2016 das Piloten-Duo bei Williams Mercedes. Im zweiten Jahr der neuen Partnerschaft reichte es allerdings nur zu vier Podestplätzen. Massa und Bottas kamen jeweils zweimal als dritte ins Ziel. Der Finne belegte am Saisonende Platz fünf, Massa wurde sechster.


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Im Team-Championat kam Williams wie im Vorjahr auf den dritten Rang.
Der Abwärtstrend hielt auch in der Saison 2016 an. Lediglich Bottas konnte mit Platz drei in Kanada einmal auf das Podest fahren. Am Jahresende hatte er 85 Punkte auf seinem Konto und Platz acht im Endklassement. Massa kam mit 53 Punkten lediglich auf den elften Platz. Im Team-Championat beendete Williams die Saison auf Platz fünf. Die Partnerschaft mit Mercedes wird auch in der neuen Saison fortgeführt. Masse erhielt für 2017 keine Vertragsverlängerung und gab beim Brasilien GrandPrix seinen Rücktritt aus der Formel 1 bekannt. Seinen Platz übernimmt der Kanadier Lance Stroll der 2016 überlegen die Formel 3-Europameisterschaft gewonnen hat. Aber wie so oft im Leben entwickelte sich die Situation auf dem Fahrermarkt anders wie man es geplant hatte. Nico Rosberg trat nach seinem Titelgewinn völlig unerwartet zurück. Mercedes brauchte einen gleichwertigen Ersatz und lotste Bottas ins Weltmeister-Team. Nun brauchte Williams einen erfahrenen Mann neben Rookie Stroll. Claire Williams flirtete daraufhin wieder mit Felipe Massa, der dann seinen Rücktritt vom Rücktritt bekanntgab um 2017 wieder für Williams am Start zu stehen.

Williams gewann in der 40jährigen Team-Historie neun mal das Konstrukteurs-Championat, sieben Fahrer-WM-Titel, nahm an 657 Grand-Prix teil und fuhr 114 Siege ein. 128 mal standen Williams Autos auf der Pole-Position und fuhren 133 schnellste Rennrunden.

Formel 1 Exclusiv: 40 Jahre Williams F1 Team - Teil 1
Formel 1 Exclusiv: 40 Jahre Williams F1 Team - Teil 2  

Horst Bernhardt / JM