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Laffite fährt 1975 am Nürburgring im FW04 auf Platz zwei
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Formel 1 Exclusiv: 40 Jahre Williams F1 Team - Teil 1

(Speed-Magazin.de / F1 / Horst Bernhardt) Frank Williams gründete den Rennstall „Frank Williams Racing Cars“ bereits 1966. In den ersten Jahren wurden Formel 3 und Formel 2 Fahrzeuge eingesetzt. 1969 stieg Williams mit einem gekauften Brabham-Chassis in den Grand Prix Sport ein. 1970 verünglückte Piers Courage in einem vom Williams eingesetzten De Tomaso Ford beim Grand Prix von Holland tödlich. In den Folgejahren versuchte Williams mit diversen Kundenfahrzeugen sich in der Formel 1 zu behaupten. Beim denkwürdigen Hitze-Rennen am Nürburgring 1975 wurde Jaques Laffite im FW04 zweiter und bescherte Williams den ersten Podestplatz.Mitte der Siebziger-Jahre war die finanzielle Lage desolat.

Frank Williams verkaufte sein Team an den Ölmagnaten Walter Wolf. Frank Williams war bei Walter Wolf Racing als Rennleiter tätig. Ende 1976 verließ Frank Williams das Team und gründete 1977 zusammen mit Patrick Head den Rennstall „Williams Grand Prix Engineering“ im englischen Didcot.

Frank Williams ist seit seinem Unfall 1986 an den Rollstuhl gefesselt
Frank Williams ist seit seinem Unfall 1986 an den Rollstuhl gefesselt
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Im ersten Jahr setzte das Williams-Team noch keine Eigenkostruktion ein, sondern vertraute auf ein March-Chassis mit Cosworth Motor. Als Fahrer wurde der Belgier Patrick Neve verpflichtet, der Sponsoren-Gelder der Brauerei Belle-Vue mitbrachte. Gleichzeitig angelte sich Frank Williams die Fluggesellschaft Saudia als Partner, die das Team in den folgenden Jahren als Hauptsponsor unterstützte.

Mit dem FW06 trat Williams 1978 erstmals mit einer Eigenkonstruktion in der Formel 1 WM an. Als Fahrer wurde der Australier Alan Jones verpflichtet. Williams sprach auch mit Hans-Joachim Stuck, Jochen Mass und Ricardo Patrese, die jedoch nicht bereit waren für Williams ins Lenkrad zu greifen.

Weitere Geldgeber aus dem arabischen Raum konnten gewonnen werden und stellten das junge Team auf eine solide finanzielle Basis. Beim US-Grand Prix in Watkins Glen fuhr Jones als zweiter ins Ziel und bescherte dem Team den ersten Podestplatz. Für 1979 wurde neben Alan Jones der Schweizer Clay Regazzoni verpflichtet. Der Tessiner gewann den Grand Prix von England in Silverstone und damit den ersten Sieg für das Team von Frank Willams. Vier der sechs folgenden Grand-Prix der Saison gewann Alan Jones. Frank Williams verpflichtete für 1980 den Argentinier Carlos Reutemann neben Alan Jones. Der Australier war es auch, der den ersten WM-Titel für Williams holte. Jones gewann im FW07 mit Cosworth-Motor den Fahrertitel mit 67 Punkten vor Nelson Piquet im Brabham. Mit 120 Zählern sicherte sich Williams 1980 auch die Konstrukteurs Meisterschaft.

Nelson Piquet kam 1986 von Brabham zu Williams und gewann 1987 die WM
Nelson Piquet kam 1986 von Brabham zu Williams und gewann 1987 die WM
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Im Folgejahr verteidigte Williams den Konstrukteurs-Titel. Den Fahrer-Titel verlor man durch Teaminterne Querelen zwischen Jones und Reutemann an Nelson Piquet. Jones trat zurück und wurde für 1982 durch Keke Rosberg ersetzt. Williams hatte sich zum Ziel gesetzt den Konstrukteurs-Titel zum dritten mal in Folge zu gewinnen. Dieses Ziel verfehlte man zwar, Keke Rosberg konnte sich jedoch den Fahrer-WM-Titel mit nur einem Grand-Prix-Sieg sichern. Die Formel 1 befand sich im Umbruch und die Erfolgsserie der Turbo-Motoren begann. Rosbergs WM-Erfolg im FW08 war der letzte mit einem Ford-Cosworth Saugmotor erzielte Titel.

Auch bei Williams sah man ein, das man für eine erfolgreiche Zukunft einen neuen Motorenpartner braucht. Das Team entschied sich für Honda und ging ab dem letzten Rennen der Saison 1983 mit den japanischen Tubo-Triebwerken an den Start. Keke Rosberg war es dann auch, der den ersten Erfolg mit dem Honda-Motor im Heck des FW09 feiern konnte. Rosberg gewann 1984 den US-GrandPrix in Dallas. 1985 kam Local-Hero Nigel Mansell ins Team von Frank Williams. Im FW10 mit Kohlefaser-Chassis konnten Rosberg und Mansell überzeugen: Mansell gewann in Brands Hatch und Kyalami, Rosberg in Detroit und Adeleide. Rosberg beendete zum Ende der Saison 1985 seine Formel 1 Karriere, für die Folge-Saison verpflichtete Williams Nelson Piquet. Zu Beginn der Saison 1986 musste das Team einen schweren Schicksalsschlag verkraften: Bei der Rückfahrt von Testfahrten in Le Castellet wurde Frank Williams bei einem Verkehrsunfall schwer verletzt. Die Folgen des Unfalls fesselten den Team-Besitzer für immer an den Rollstuhl. Frank Williams Kampfgeist blieb jedoch erhalten und er führte sein Team trotz des Handicaps erfolgreich weiter. Mit dem überlegenen FW11 gewann Williams zum dritten Mal die Konstrukteurs-Meisterschaft. Mansell wurde Vize-Weltmeister.

Alan Jones wird 1980 Weltmeister im FW07
Alan Jones wird 1980 Weltmeister im FW07
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1987 war die Überlegenheit des FW11B noch gravierender. Piquet wurde Fahrer-Weltmeister vor seinem Teamkollegen Mansell und der Konstrukteurs-Titel ging ein weiteres mal an Williams. Die Saison 1988 war gekennzeichnet von vielen Veränderungen im Williams-F1-Team. Honda stand nicht mehr als Motorenpartner nicht mehr zur Verfügung da man nur noch Mc Laren und Lotus belieferte.

Das Ende der Turbo-Ära zeichnete sich ab und Williams trat mit dem 3,5 Liter Judd-Saugmotor an. Piquet war zu Lotus übergelaufen und wurde durch Riccardo Patrese ersetzt. Die Saison verlief wenig erfolgreich und Mansell verließ das Team Ende 1988 und ging zu Ferrari. Bei Williams war man überzeugt das man für eine erfolgreiche Zukunft einen starken Motorenpartner braucht. Im Sommer wurde der Deal mit Renault geschlossen und die Franzosen arbeiteten ab 1989 exclusiv für die nächsten drei Jahre mit Williams zusammen.

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Horst Bernhardt