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Wegen dem Thema Menschenrechte wird die Formel 1 zukünftig Katar nicht mehr in den Kalender aufnehmen
© Red Bull Racing | Zoom

Formel 1: Auch in den kommenden Jahren kein GP in Deutschland

Deutsche Formel 1 Fans mussten in diesem Jahr Verzicht üben. Und auch in der nächsten Saison wird es kein Rennen in Deutschland geben, weder auf dem Nürburgring, noch auf dem Hockenheimring. Das kündigte Formel 1 Chef Stefano Domenicali bereits Ende September in einem Interview an. Domenicalli, 56, war früher Teamchef bei Ferrari. Der Grund für Deutschlands Formel 1-Abstinenz ist nicht etwa dass man auf Seiten der Formel 1-Verantwortlichen kein Interesse gehabt hätte wenigstens ein Rennen nach Deutschland zu vergeben. Ganz im Gegenteil: in der 2020er Saison wurde kurzfristig ein Rennen auf dem Nürburgring als Corona-Ersatz organisiert. Das Rennen wurde als Grosser Preis der Eifel ausgetragen. Die Formel 1 Bosse sind auch für die vergangene Saison auf die deutschen Streckenbetreiber zugekommen; allerdings konnte keine Einigung erzielt werden.

GP Abu Dhabi Ergebnis: Max Verstappen Formel 1 Weltmeister 2021! Mercedes Lewis Hamilton P2; Carlos Sainz Ferrari P3

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Für 2022 sind 23 Rennen geplant

 Die diskutierte Erhöhung der Zahl der Rennen auf 25 ist für  das nächste Jahr vom Tisch. Es wird, soweit Corona  und die jeweiligen Bestimmungen in den einzelnen Ländern,  es zulassen, insgesamt 23 Rennen geben, wovon rund ein Drittel in Europa ausgetragen werden sollen. Der Saisonauftakt wird am 20. März 2022 in Bahrein stattfinden. Eine Woche später, am 27. März geht es dann ins Nachbarland Saudi-Arabien nach Dschidda. Zum Saisonende am 20. November wird es dann noch ein Rennen im arabischen Raum in den Vereinigten Arabischen Emiraten in Abu Dhabi geben. Nach Europa kommt die Formel 1 erstmals im April: Am 24. April 2022 findet das Rennen im italienischen Imola statt. Weitere europäische Stationen sind Barcelona am 22. Mai, Monte Carlo am 29. Mai, Baku, am 12. Juni, Silverstone am 3. Juli, Spielberg in Österreich am 10. Juli, Le Castellet am 24. Juli, Budapest am 31. Juli, Spa am 28. August, Zandvoort am 4. September, Monza am 11. September und Sotchi am 25. September. Weitere Stationen sind Melbourne, Miami, Montreal, Singapur, Austin, Mexico Stadt und Sao Paulo.

F1 Weltmeister 2021 Max Verstappen fährt ab sofort mit der Nr.1 zur Titelverteidigung in 2022
© Lukas Gorys - F1 Weltmeister 2021 Max Verstappen fährt ab sofort mit der Nr.1 zur Titelverteidigung in 2022

Ob  die Formel 1 in Deutschland fährt oder nicht, Fakt ist, dass es auch in 2022 wieder ein umfangreiches Wettprogramm geben wird, bei dem Wetten auf Sieger, Weltmeister, Head-to-Head-Resultate und vieles mehr abgegeben werden können. Wer die Wetten mit einem Bonus ohne Umsatzbedingungen in 2022 kombiniert, kann sich erhebliche Startvorteile, also quasi eine „Pole-Position“ verschaffen und mit etwas Glück noch höhere Wettgewinne einfahren. Live-Wetten während eines laufenden Rennens sind ebenfalls möglich.

Deutschland GP: Es geht ums Geld

Die Begründung für die mangelnde Einigung fällt seitens der Formel 1 und den Verantwortlichen der Betreibergesellschaften unterschiedlich aus, wenngleich klar ist, dass es ums Geld geht. Formel 1 Boss Domenicali sagte gegenüber Bild: "Ich habe das Gefühl, dass sich die Veranstalter nicht richtig trauen einen Grand Prix auszutragen", ein finanzielles Risiko dürfte es eigentlich nicht geben. Er betonte in diesem Zusammenhang, dass das Rennen in Zandvoort in Holland bereits für die nächsten drei Jahre ausgebucht ist und das Rennen in Miami ebenfalls schnell ausverkauft sein werde.  

Der Geschäftsführer am Hockenheimring,Jorn Teske, betonte dagegen, dass man nicht sicher sein kann, dass ein Rennen in Deutschland vor mehr als 500 Zuschauer ausgetragen werden kann.  Vor allem aber dürfte das von der Formel 1 üblicherweise geforderte Antrittsgeld für die Austragung eines Rennens entscheidend gewesen sein, dass man aus deutscher Sicht offensichtlich nicht bezahlen will. Eher das Gegenteil ist da der Fall, dass man eventuell noch Miete von der Formel 1 hätte haben wollen. Die genauen Zahlen sind zwar nicht bekannt, aber in 2021 flossen aus Katar und Saudi-Arabien jeweils zweistellige Millionenbeträge, um die Formel 1 ins Land zu holen. Bei diesen maximal weit auseinander liegenden Vorstellungen gibt es auch 2023 kein Rennen in Deutschland, sollte nicht eine der beiden Seiten von ihrem Standpunkt abrücken.

Der Formel 1 geht es wirtschaftlich blendend

Die Saison 2021 war für die Formel 1 trotz der skandalösen Vorfälle zum Ende, wirtschaftlich gesehen ein sehr erfolgreiches Jahr. Wie die Verantwortlichen betonen, wolle man den Hype aus 2021 mit ins Jahr 2022 nehmen, wenngleich es angesichts der Klimadiskussionen auch vermehrt kritische Stimmen gibt.

Die kommende Saison wird für die Formel 1 auch wieder einige Regeländerungen mit sich bringen. In 2022 bekommen die Teams einen Kostendeckel von 140 Millionen Euro auferlegt und damit noch einmal weniger als in 2021. In 2023 sollen es dann nur noch 135 Millionen Euro sein. Der Budget Cap wurde erstmals in 2020 eingeführt, gegen den Widerstand der Großen, die wie Ferrari regelmäßig versuchten, sich Siege durch einen besonders hohen finanziellen Einsatz zu erkaufen.

Weitere Regeländerungen

Weitere Regeländerungen betreffen die Aerodynamik. So soll der Spielraum für den sogenannten Ground-Effekt wieder vergrößert werden, um das Hinterherfahren und Überholen zu erleichtern. Im nächsten Jahr wird außerdem auf 18-Zoll-Reifen gefahren, was die Fahrbarkeit verbessern soll. Ziel der neuen Regeln und Maßnahmen ist es, dass alle Teams zumindest theoretisch die gleiche Chance haben zu gewinnen. Man erinnere sich an das Jahr 2009, als das Brawn-Team dank des Doppel-Diffusors allen davonfuhr.

Solche „Spielereien“ sind zukünftig aber nicht erlaubt. Ab 2026 soll es einen von Volkswagen gelieferten Motor geben, der weniger komplex sein soll. Ob jedoch ein Verbrennungsmotor in 2026 noch zeitgemäß ist, sei dahingestellt. Erst ab 2030 ist die Einführung eines vollsynthetischen Kraftstoffes vorgesehen, der Klimaneutralität schaffen soll. Der Kraftstoff soll auch im normalen Straßenverkehr einsetzbar sein.

Neue strategische Ausrichtung

Neben den Regeländerungen soll es auch eine veränderte strategische Ausrichtung geben. Die Verantwortlichen betonen, dass es gerade seitens der Jüngeren ein (wieder) wachsendes Interesse an der Formel 1 gibt. Daher soll die Formel 1 digitaler und die Jugend so noch besser abgeholt werden. Man ist sich im Grunde genommen einig, dass in diesem Bereich einiges versäumt wurde, aber vieles unter dem vormaligen Herrscher und Alleinbestimmer in der Formel 1, Bernie Ecclestone, auch nicht möglich war.

Ein immer größeres Thema wird für die Formel 1 wird zukünftig auch die Frage der Menschenrechte sein. Katar steht beispielsweise nicht mehr im Streckenkalender. In der Vergangenheit hatte man sich um dieses Thema herumgedruckst, weil es unbequem war und man die Geldgeber auch nicht verärgern wollte.

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an / zs

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