Roy Salvadori im Gilby Engineering Maserati 250F in Silverstone - 1957 wurde Juan Manuel Fangio damit F1 Weltmeister
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Formel 1 2026: So haben sich die Motoren entwickelt

(Formel 1 2026 - Was ändert sich? Geschichte der Motorenentwicklungen) Es gibt einiges, was sich in der aktuellen Formel 1 geändert hat. Das DRS ist eliminiert, die Boliden sind leichter und kleiner, Nasen sind verstärkt. In Anbetracht der aktuellen Formel 1 Saison und deren Regeländerungen haben wir auch mal die Geschichte der Formel-1-Motoren aufgelistet. Die F1 Motoren sind von großen technologischen Entwicklungen und Regeländerungen geprägt. In der Übersicht sind nun die wichtigsten Veränderungen in der Formel-1 Motorentechnologie im Laufe der Jahre gelistet.

Die Formel 1 in 2026: Änderungen


Vor zwei Jahren waren die Regeländerungen in der F1 Saison 2026 bekannt und haben auch die Gemüter erregt. Nicht jeder ist mit allem einverstanden, nicht alle Formel 1 Fans teilen die Meinung, dass durch die Regeländerungen die Königsklasse spannender wird. Letzten Endes werden wir es sehen, wie die Formel 1 Piloten mit den kleineren und leichteren Boliden in diesem Jahr zurechtkommen. 

Sicher ist: Diese Saison startet für alle neu. Keiner weiss, wie die Techniker, Ingenieure, Strategen mit den neuen Boliden auf den alten Rennstrecken klarkommen. 

Insgesamt wird bei den neuen Motoren die elektrische Leistung um fast 300 Prozent erhöht. Das war mit ein Grund, warum die Autos kleiner und auch 30kg leichter werden (Mindestgewicht liegt nun bei 768 Kg). Beim Radstand hat man zwanzig Zentimeter gekürzt - von 360 auf 340 Zentimeter, damit ist die gesamte Breite der Autos nun nur noch 1,90 Meter (vorher: 2 Meter Breite). Gekürzt wurde auch der Unterboden: Jetzt ist er um 15 Zentimeter schmaler, und der Frontflügel wurde um 10 Zentimeter schmaler. Felgen bleiben allerdings bei 18 Zoll, aber die Reifenbreite vorne wird um 2,5 und hinten um 3 Zentimeter gekürzt. 

Premiere in der Geschichte der Formel 1: aktive Aerodynamik

 
Die Formel 1 Regeländerungen betreffen auch das DRS. Nachdem DRS ab dieser F1 Saison eliminiert ist, gibt es den Extra-Boost: Per Knopfdruck stellt der F1 Pilot in den ausgewiesenen Passagen jeweils den Front- und Heckflügel flach. Das System geht beim Bremsen oder am Ende der Vollgas-Passage wieder auf den maximalen Anpressdruck zurück. Dadurch, dass jeder Pilot zu jederzeit den Flügel flachstellen kann, entfällt das bisherige DRS.
Beim Überholen kann der Formel 1 Pilot eine Runde lang volle Power abrufen, was unter dem Begriff «Manual Override» läuft. Erst ab Tempo 290km/h gibt es die zusätzliche elektrische Leistung.

Die FIA bessert auch in punkto Sicherheit nach. Ab der Formel 1 Saison 2026 bestehen die Nasen der Autos aus zwei Strukturen. D.h. dass es beim Aufprall eine zweite Sollbruchstelle gibt. Damit verhindert man bei einem multiplen Einschlag, dass die Nase an der Chassis-Befestigung abbricht, die bei dem dann ungeschützten Chassis beim nächsten Aufprall die ganze Energievernichtung übernehmen müsste.
 

F1-Reglement 2026 auf einen Blick


Motor
Hubraum: 1600 ccm
Zylinder: 6
Aufladung: 1 Turbolader
Bauart: V 90°
Max. Ladedruck: 4,8 bar
Max. Drehzahl Motor: 15 000/min
Kraftstoff: E100
Tankinhalt: 100 kg (ca. 135 Liter)
Leistung vom Verbrenner: ca. 400 kW (545 PS)
Leistung vom Elektromotor: ca. 350 kW (475 PS)
Mindestgewicht Gesamtantrieb: 185 kg


Chassis
Radstand: max. 3400 mm
Breite: max. 1900 mm
Mindestgewicht: 768 kg inkl. Fahrer
DRS: Frontflügel und Heckflügel
Heckflügel: 3 Elemente, verstellbar
Frontflügel: 2 Flaps, verstellbar
Räder: 18 Zoll Durchmesser
Reifendurchmesser: 705 mm (v), 710 mm (h)

Formel-1 Motorentechnologie im Laufe der Jahre:


1950er Jahre: Die Ära der V12 und V8-Motoren
  • Motoren: Die ersten Formel-1-Autos, die 1950 bei der Gründung der Weltmeisterschaft verwendet wurden, hatten in der Regel V12- oder V8-Motoren.
  • Hubraum: Diese Motoren hatten einen Hubraum von bis zu 4,5 Litern (natürlich ohne Turboaufladung).
  • Kraftstoff: Normaler Benzin, aber die Technologie war noch sehr rudimentär im Vergleich zu heutigen Standards.
1960er Jahre: Einführung von 1,5-Liter- und 3-Liter-Motoren
  • Regeländerung: 1961 wurde der Hubraum auf 1,5 Liter für Turbomotoren und 3 Liter für Saugmotoren limitiert. Diese Regelung brachte V8- und V12-Motoren als Standard.
  • Motoren: Die Hersteller wie Ferrari, BRM und Maserati setzten weiterhin auf V12-Motoren, während kleinere V8-Motoren von anderen Teams bevorzugt wurden.
1970er Jahre: Erste Turbo-Motoren und Verlagerung zu 3-Liter-Motoren
  • Turbo-Motoren: In den späten 70ern begann die Einführung von Turboaufladungstechnologie. Renault war der erste Hersteller, der 1977 erfolgreich mit einem Turbo-Motor in der Formel 1 antrat.
  • Hubraum: Die Formel-1-Regeln begrenzten den Hubraum auf 3,0 Liter für Saugmotoren. Turbomotoren durften maximal 1,5 Liter Hubraum haben.
  • Leistung: Mit Turbomotoren konnte man viel mehr Leistung erzielen, was die Entwicklung der F1-Motoren revolutionierte.
1980er Jahre: Dominanz der Turbo-Motoren
  • Turbo-Power: In den 80er Jahren erreichten Turbomotoren massive Leistungen von über 1.000 PS. Das Team von Ferrari, McLaren und insbesondere Renault waren führend in der Turbo-Ära.
  • Regeln: 1989 wurden Turbomotoren durch eine Beschränkung auf maximal 1,5 Liter Hubraum und eine maximale Leistung von 1.000 PS eingeschränkt.
  • Ende der Turbo-Ära: 1989 wurde die Turbo-Technologie aus der Formel 1 verbannt, und die Rennserie kehrte wieder zu Saugmotoren zurück.
1990er Jahre: Saugmotoren mit hoher Drehzahl
  • Motortechnologie: Die Formel 1 der 90er Jahre dominierte von V10- und V12-Motoren. Diese Motoren hatten in der Regel einen Hubraum von 3,5 Litern.
  • Leistung: Sie lieferten zwischen 700 und 900 PS, wobei besonders die V10-Motoren von Herstellern wie Ferrari, Honda, Renault und Mercedes hervorstachen.
  • Hohe Drehzahlen: Diese Motoren konnten sehr hohe Drehzahlen erreichen (über 20.000 U/min), was sie zu sehr leistungsstarken Maschinen machte.
2000er Jahre: V10-Motoren und Regeländerungen
  • V10-Motoren: Zu Beginn der 2000er Jahre dominierte der V10-Motor die Formel 1. Diese Motoren hatten weiterhin einen Hubraum von 3,0 Litern und eine Leistung von etwa 800 bis 900 PS.
  • Erste Hybridversuche: Einige Hersteller experimentierten mit neuen Technologien, aber die Formel 1 hielt an den klassischen Saugmotoren fest.
  • Regeln: 2006 wurde die Drehzahl auf 19.000 U/min begrenzt, um die Langlebigkeit und Sicherheit zu erhöhen.
  • Ende der V10-Ära: 2006 wurden V10-Motoren durch V8-Motoren mit einem Hubraum von 2,4 Litern ersetzt.
2010er Jahre: V8-Motoren und Beginn der Hybridtechnologie
  • V8-Motoren: Von 2006 bis 2013 dominierten V8-Motoren in der Formel 1. Diese hatten einen Hubraum von 2,4 Litern und eine Leistung von etwa 750 PS.
  • Hybridtechnologie: Ab 2014 trat eine neue Ära ein, in der die Formel 1 auf hybride Power Units umstieg, die eine Kombination aus Verbrennungsmotor und Elektromotor beinhalteten.
  • Power Units: Die neuen Power Units bestanden aus einem 1,6-Liter-V6-Turbomotor, kombiniert mit einem Elektromotor und einem Batteriesystem (KERS – Kinetic Energy Recovery System). Diese Systeme erhielten eine Gesamtleistung von rund 950 PS.
  • Ziel: Die Einführung der Hybridtechnologie verfolgte das Ziel, die Effizienz und Nachhaltigkeit der Formel 1 zu erhöhen, ohne die Leistung zu beeinträchtigen.
2020er Jahre: V6-Hybridmotoren und verstärkter Fokus auf Nachhaltigkeit
  • Motoren: Die V6-Turbo-Hybriden mit 1,6 Litern Hubraum und rund 1.000 PS blieben das Herzstück der Formel 1. Diese Motoren sind sowohl leistungsstark als auch effizient, mit einem Fokus auf den Einsatz von regenerativer Energie.
  • Regeln: Ab 2026 sollen die Motoren weiterentwickelt werden, mit einem größeren Fokus auf Nachhaltigkeit und einem verstärkten Einsatz von E-Fuels (synthetischen Kraftstoffen). Der geplante Motorenwechsel wird voraussichtlich noch eine stärkere Integration von Elektrotechnologie und regenerativen Systemen umfassen.

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Sissi von Wittgenstein