Alonso geht in sein Heimrennen mit einem Ziel: Er muss siegen
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Formel 1 2013 GP Spanien: Warum im F1 Rennen Barcelona Ferrari siegen muss

(Speed-Magazin / Formel-1 Live / Lukas Gorys)  Am Wochenende spricht man wieder europäisch, genau genommen spanisch. Nach den Formel1 Rennen in China, Malaysien und Bahrain ist die Königsklasse endlich aus Übersee zurück zum traditionellen Auftakt der Europa-Saison in Montmelo vor den Toren Barcelonas. Den Kurs in Montmelo kennt jeder F1 Pilot aufgrund der Wintertests so gut wie seine Westentasche. Ferrari Pilot Fernando Alonso geht in sein Heimrennen mit einem einzigen Ziel: Er muss am Sonntag, den 12.Mai 2013 siegen, um weiterhin im Wettkampf um die WM-Punkte zu bleiben. Mercedes ist mit Hamilton und Rosberg in der Boxengasse allerdings der Geheimfavorit. Aber von den neuen harten Pirellis wird wohl am meisten Red Bull und Vettel profitieren…

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Die Rückkehr nach Europa bedeutet gleichzeitig das Comeback der Motorhomes. Die Prunkpaläste der Formel-1-Teams werden zwar aus Kostengründen mittlerweile bei weniger als der Hälfte der Rennen eingesetzt, gehören aber trotzdem noch zur Formel1.

Formel 1 GP Spanien am 12 Mai 2013
Formel 1 GP Spanien am 12 Mai 2013
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Allerdings hat das frühere Wettrüsten hinter den Boxen deutlich nachgelassen. Die F1 Teams scheinen keine Freude mehr daran zu haben Red Bulls Energystation oder die roten Container von Ferrari zu toppen. Eine Neuerung gibt es in diesem Jahr aber trotzdem: die Paläste werden nicht mehr direkt hinter den jeweiligen Teamboxen aufgebaut, sondern nach einem bestimmten System versetzt. Der einfache, aber geniale Grund: BBB (Big Boss Bernie) Ecclestone sorgt damit im Fahrerlager durch die vermehrten Laufwege für Action. Ab Barcelona muss man sich also noch bequemere Schuhe einpacken, da die langen Fusswege nicht nur die Fahrer und Crew Mitglieder betreffen, sondern natürlich auch uns arbeitendes Volk. Die Idee an sich ist ja nicht schlecht - wir haben in den letzten Jahren immer grosse Mühe gehabt ein gutes Foto der Formel-1-Piloten zu schiessen, die mit wenigen Schritten von der Box in ihren Motorhomes verschwanden.

Aber das ist wohl nicht die einzige Massnahme, um die Attraktivität der Formel-1 zu steigern. Für meine Begriffe wäre es sinnvoller das Reifenchaos, das während der ersten vier Rennen das alles beherrschende Thema war, aufzulösen. Pirelli hat sich für das kommende Wochenende offensichtlich die Kritik der Teams zu Herzen genommen und wird in Barcelona einen Reifen-Satz mehr liefern. Damit kann auch in den freien Trainings mehr gefahren werden. Ausserdem sollen härtere (langlebigere) Reifen für mehr seriöse Rennen sorgen, die ebenfalls ab dem Formel-1-Grand-Prix Spanien in Barcelona eingesetzt werden.

Red Bull profitiert von den neuen Pirellis
Wer profitiert davon? Einige meinen, Red Bull. Die Weltmeister haben in den vergangenen Wochen ihre aerodynamische Leistung etwas reduziert, um die Hinterreifen zu entlasten. Sind diese nun langlebiger, wird Red Bull mit seiner Downforce wieder ans Limit gehen.
Red Bull profitiert von den neuen Pirellis
Red Bull profitiert von den neuen Pirellis
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Und der Montmelo-Kurs in Barcelona ist der ideale Ort um zu überprüfen, wessen Areodynamik im Frühjahr 2013 am besten funktioniert.

In Barcelona findet das Heimrennen von Fernando Alonso statt. Man erinnert sich an den Höhepunkt der Alonso-Mania 2007, als Alonso mit dem McLaren-Boliden vor ca. 140.000 Zuschauer in Montmelo gewann. Doch das sind Traumzahlen für den GP von Spanien, von denen man mittlerweile weit entfernt ist. Wenn nur die Hälfte der F1-Fans am Sonntag an die Strecke kommt, wird man schon zufrieden sein.

Heimlicher Favorit: Mercedes
Der Geheimfavorit für Barcelona ist Mercedes. Sowohl Lewis Hamilton als auch Nico Rosberg waren bei den Wintertests hier immer unter den Schnellsten. Die letzten Rennen haben deutlich gezeigt, dass Mercedes aufgeholt hat – zumindest was den Speed anbelangt. Im Rennen erwies sich Mercedes allerdings wie schon in den Vorjahren als Reifenfresser. Deshalb werden wohl auch die Silberpfeile von den härteren Pirelli Reifen profitieren.

Zur Stunde der Wahrheit wird das Rennen in Montmelo für McLaren und Sauber. Beide Teams kommen nach dem enttäuschenden Saisonstart mit grossen Updates nach Barcelona. Wenn die nicht den erwünschten Erfolg bringen, stehen sowohl die Chrompfeile als auch das Schweizer Team vor schweren Zeiten.

Ferrari muss den F1 GP Spanien gewinnen
Am meisten unter Druck in Spanien ist Ferrari
Am meisten unter Druck in Spanien ist Ferrari
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Am meisten unter Druck im Formel-1 GP Spanien ist allerdings Ferrari, nachdem sich die Serie der Pleiten, Pech und Pannen über drei der ersten vier Rennen hingezogen hat. Der Sieg von Fernando Alonso im F1 Grand Prix Shanghai war zwar genial, aber die selbst verschuldete Nullnummer in Malaysien sowie der 8.Platz im letzten Rennen in Bahrain haben das Punkte-Konto erheblich geschwächt. Bei der herrschenden technischen Ausgeglichenheit und bei der Haltbarkeit der Formel1-Boliden ist es das wichtigste in jedem Rennen zu punkten.

Der Spanier und seine italienische Mannschaft hoffen wahrscheinlich inständig darauf, dass der Weltmeister Vettel in den kommenden Rennen entweder in Unfälle oder technische Defekte verwickelt wird. Und wie heisst es doch so schön? Die Hoffnung stirbt zuletzt… In diesem Sinne erwarten wir im Qualifying am Samstag ein mindestens genauso spannendes Rennen nach der Bestzeit wie am Sonntag das Rennen um den Sieg!

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Lukas Gorys

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