Formel 1 2012: Monaco - Faszination und Wahnsinn
(Speed-Magazin / Lukas Gorys) Es ist der gesellschaftliche Höhepunkt jeder Formel 1 Saison und so mancher Sponsor investiert hauptsächlich in die Formel-1 um speziell bei dem High-Society Rennen in Monaco dabei sein zu können: das F1 Rennen durch die Häuserschluchten von Monte Carlo ist magisch, legendär, laut und verrückt.
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Natürlich auch, weil bei diesem Grand Prix praktisch die ganze Welt zuschaut. Denn während ein normales Rennen eher nur die F1-Fans und Motorsport-Interessierte anschauen, sitzen beim Monaco-Rennen geschätzt weltweit doppelt so viele Zuschauer vor den Bildschirmen. Denn der GP Monaco gehört mit den 24 Stunden von Le Mans und den 500 Meilen von Indianapolis zu den drei absoluten Klassikern des Motorsports, die quasi weltweit jeder kennt.
Es ist eine Mischung aus Wahnsinn, unglaublich bunter Kulisse, grossem Aufmarsch von Prominenten, dem Geruch des Geldes und der Historie, die die Menschen magisch anzieht und fasziniert. Nirgendwo wird der Speed der F1 so spürbar wie auf den Strassen des Fürstentums am Mittelmeer. Wer verstehen möchte welche Urgewalt ein F1-Wagen entfaltet, der muss einmal in seinem Leben im Tunnel unter dem Fairmont-Hotel gestanden sein, wenn dort die Formel-1-Boliden im Halbdunkel durchdonnern. 280 km/h in einer langgezogenen Rechtskurve, der Motorenlärm mehrfach reflektiert von den Tunnelwänden, wegfliegende Gummistücke der Reifen: wer auf dieses Inferno für alle Sinne nicht vorbereitet ist, geht schreiend in Deckung und lauft davon...
Aber auch die Auffahrt zum Casino, die Bodenwelle am Ausgang der Casino-Kurve, die Einfahrt in das Schwimmbad-Areal sind aufgrund des Speeds einfach Wahnsinn. Das Tempo der F1 passt absolut nicht zur Streckenführung und -umgebung. Hinter den Leitplanken fühlt man sich gleichzeitig unsicher und fasziniert. Der heisse Windzug der Formel-1-Autos in Kombination mit dem
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Die Angst vor dem grossen Crash mit verletzten oder getöteten Zuschauern fährt in Monaco jedes Jahr mit. Zwar kann man es sich nur schwer vorstellen dass ein Wagen über die Zäune fliegt, aber das Tempo, mit dem die F1 zum Beispiel durch die Tabac-Kurve in Richtung der berühmten K-Tribüne am Hafen zufahren, ist extrem. Sollten hier ein paar Wagen bei vollem Tempo kollidieren, werden auch die Fans auf der Tribüne durch wegfliegende Reifen und andere Teile in Gefahr sein. Besonders bedenklich sind die Ausgleichsgewichte, mit denen die Balance der Wagen variiert wird. Die kleinen aus Wolfram bestehenden Platten könnten im Falle eines Falles wie Geschosse durch alle Zäune fliegen.
Aber davon spricht man im Fürstentum nicht gerne. Mit allen Mitteln versuchen die Monegassen das Risiko zu minimieren. Nach dem Rennen sind alle Beteiligten froh, wenn es wieder einmal gut gegangen ist. Denn auch für Monaco ist der GP ein Prestigeobjekt und ein Millionengeschäft, das nach einem schweren Unfall wahrscheinlich ein für alle Mal beendet wäre.
Unter den Fahrern ist der Formel-1-Grand Prix von Monaco beliebt und verhasst. Einige von ihnen sind Monaco-Spezialisten, andere fasziniert, dass sie einmal im Jahr durch ihren aus Steuergründen gewählten Wohnort rasen dürfen, ohne von der Polizei angehalten zu werden... Von Ausnahmen abgesehen gewinnen in Monaco nur grosse Champions, denn die geforderte Präzision und die Null-Fehler-Toleranz kann nicht jeder Fahrer über die fast zweistündige Renndistanz leisten. König von Monaco ist nach wie vor Ayrton Senna. Sechsmal gewann der charismatische Brasilianer zwischen 1986 und 1993. Graham Hill siegte fünfmal, Alain Prost viermal. Michael Schumacher gewann den GP Monaco fünfmal, hätte theoretisch also dieses Jahr die Chance den Rekordhalter Senna
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Würden in diesem Jahr nicht die Reifen das Schicksal dieses Formel 1 Rennens entscheiden sondern die Fahrer, sind die Favoriten im Leitplanken-Dschungel in diesem Jahr die üblichen Verdächtigen: Vorjahressieger Sebastian Vettel, sowie die McLaren-Boys Button und Hamilton, die beide hier schon gewonnen haben. Jedoch auch ohne seinen Überraschungssieg von Spanien kann man in Monaco von Pastor Maldonado einiges erwarten. Der Venezolaner gilt als Monaco-Spezialist und gewann hier zweimal in der GP2, als noch niemand seinen Namen kannte. Im Vorjahr war er auf dem Weg zu seinem besten F1-Ergebnis, bis ihn der McLaren von Lewis Hamilton von der Bahn kegelte. Ein weiterer Favorit ist der Ferrari Pilot Fernando Alonso, der in Monaco 2006 und 2007 gewinnen konnte. Viele halten allerdings Lotus-Pilot Kimi Raikkönen für den Geheimfavoriten des GP von Monaco: der Finne hat mit seinem Lotus einen Siegerwagen und wäre eigentlich reif für einen Sieg. Ganz in der Tradition der F1-Saison 2012: bei jedem Rennen ein anderer Sieger in einem anderen Wagen...
Lukas Gorys
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