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Nach dem Sieg von Webber sah es in Silverstone wieder friedlich aus
© RedBull | Zoom

Formel 1 2012 Gorys Nachlese zum F1 GP in Silverstone: Die WM nimmt Fahrt auf!

(Speed-Magazin / Lukas Gorys)  Eigentlich konnten nach dem Formel 1 GP alle Beteiligten froh sein, dass das Wochenende in Silverstone vorbei war. Die verschlammten Klamotten sind mittlerweile gewaschen und getrocknet, die im Morast versunkenen Camper wurden von den Bauern der Umgebung mit ihren Traktoren aus dem Dreck gezogen (gegen deftige Bezahlung natürlich!) und der Verkehrsstau hat sich mittlerweile auch aufgelöst. Am Sonntag abend, nach dem F1 Sieg von Red Bull Pilot Mark Webber sah es auf jeden Fall in Silverstone schon wieder relativ friedlich aus.

Die Formel 1 Teams werden die Rückreise (die meisten hatten ja nur ein paar Kilometer bis zur Heimatbasis) zum Teil mit

Ferrari und Red Bull sind auf dem Weg sich von der Konkurrenz abzusetzen
Ferrari und Red Bull sind auf dem Weg sich von der Konkurrenz abzusetzen
© mspb / Lukas Gorys
Bauchschmerzen angetreten haben. Denn was sich im F1 GP in Valencia schon angedeutet hat, bestätigte sich in Silverstone trotz aller Wetterkapriolen: Ferrari und Red Bull sind auf dem Weg sich von der McLaren und Mercedes Konkurrenz abzusetzen. Überraschende Resultate wie der Maldonado-Sieg im Formel 1 Rennen in Barcelona werden unwahrscheinlicher, obwohl man sie noch nicht komplett ausschliessen kann. Die Formel 1 kehrt damit nach der wilden Anfangsphase der Saison 2012 zu so etwas ähnlichem wie Normalität zurück. Es hat sieben Rennen und eine Menge Entwicklungsarbeit benötigt, aber mittlerweile verstehen die Topteams „die aktuellen Pirelli-Reifen besser als zu Saisonbeginn“, wie Ferrari-Fahrer Felipe Massa bestätigt.

Dabei war der letzte F1 Sieg von Red Bull Pilot Mark Webber über den fast das ganze Rennen über dominierenden Ferrari Pilot Fernando Alonso sehr wohl der unterschiedlichen Reifenstrategie geschuldet. Das ist aber auch in Ordnung, denn langweilige Prozessionen und dominante Start-Ziel-Siege lassen das Interesse am Motorsport der Königsklasse schnell erlahmen. Red Bull ist jetzt mit insgesamt drei Saisonsiegen wieder an die Spitze der F1-Hackordnung zurückgekehrt. Am erstaunlichsten ist jedoch die Wiederauferstehung von Ferrari. Der aktuelle Dienstwagen von Fernando Alonso wurde zu Saisonbeginn als Fehlkonstruktion verlacht,

Alonso ist bei Ferrari der legitime Nachfolger von Schumacher
Alonso ist bei Ferrari der legitime Nachfolger von Schumacher
© mspb
aber Alonso hat in den vergangenen Monaten das Team immer weiter nach vorne gepusht und sich mit einer ganzen Reihe von unscheinbaren Resultaten an die Spitze der WM-Tabelle gefahren. Kein böses Wort über das Team, keine Kritik kamen in den vergangenen Wochen aus seinem Mund. Nur harte Arbeit, positive Ausstrahlung, Motivation zu Höchstleistungen. Man spürt: Alonso ist bei der Scuderia Ferrari der legitime Nachfolger des 7fachen F1 Weltmeisters Michael Schumacher.

Red Bull Favorit Sebastian Vettel leidet unter seinem Ausfall in Valencia, durch den er jetzt 16 Punkte Rückstand auf Teamkollege Webber hat und 29 Punkte hinter Leader Alonso liegt. „Mir egal, wieviel Punkte jetzt jeder hat. Entscheidend ist, dass ich am Ende vorne bin“, gab der F1 Doppelweltmeister in Silverstone zu Protokoll. Genau aus diesem Grund darf er seine Gegner in der Punktetabelle nicht zu weit aus den Augen verlieren. Ein, zwei Siege und die Welt sieht für Vettel schon wieder anders aus. Aber: solange Alonso und Webber fleissig punkten, wird es mühselig den Rückstand aufzuholen.

Im trockenen Rennen fehlte es Hamilton deutlich an Speed
Im trockenen Rennen fehlte es Hamilton deutlich an Speed
© mspb / Lukas Gorys
Auffallend im F1 Rennen in Silverstone war die schlechte Performance von McLaren. Natürlich wurden beide McLaren-Piloten in dem verregneten Qualifying unter Wert geschlagen. Aber im trockenen Rennen fehlte es Hamilton deutlich an Speed, und gegen Red Bull und Ferrari hatte das chromsilberne Team keine Chance. „Wir müssen deutlich schneller werden“, konstatierte Hamilton in Silverstone nachdenklich. „Wer stagniert, verliert“ – lautet ein altes Motto in der Formel 1. Trifft dies auch auf Lotus und Mercedes zu? Mercedes konnte zumindest mit Schumacher im Qualifying glänzen. Aber im Rennen fuhren sowohl Michael als auch der völlig indisponierte Rosberg unter ferner liefen. Erschreckend auch die schwache Vorstellung von Sauber. Perez legte sich mit Maldonado an. Auch wenn der Venezolaner Schuld an der Kollision hatte, gehören doch zu einem Unfall immer zwei Piloten. Und Kobayashi? Der hatte einen rabenschwarzen Tag und fuhr beim Boxenstop drei Mechaniker über den Haufen. Im Motorhome von Sauber herrschte nach dem Rennen eisiges und beklemmendes Schweigen, das nichts Gutes erwarten lässt.

Lesen Sie hier: Das F1 Fahrerkarussell hat bereits angefangen sich zu drehen - von Lukas Gorys

Lukas Gorys

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