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Ferrari-Teamchef Binotto (r.) und Pilot Leclerc
© AFP/SID/JOHN THYS | Zoom

Ferrari: Binotto fühlt sich an Schumacher-Ära erinnert

Die aktuelle Erfolgsphase von Ferrari erinnert Teamchef Mattia Binotto an die goldenen Zeiten mit Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher.

Köln (SID) - Die aktuelle Erfolgsphase von Ferrari erinnert Teamchef Mattia Binotto an die goldenen Zeiten mit Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher. "Ich sehe so viele Ähnlichkeiten", sagte Binotto im Interview mit der Mailänder Tageszeitung Corriere della Sera.

"Ferrari hatte schon lange nicht mehr gewonnen, aber über einen langen Zeitraum die Grundlagen für den Neustart gelegt. Das Unternehmen hatte viele junge Techniker eingestellt, darunter auch mich", erinnerte sich der 52-Jährige an die frühen Schumacher-Jahre, der 1996 als Weltmeister zu Ferrari gewechselt war und insgesamt fünfmal mit den Roten den Fahrertitel errang. "Auch wir haben zuletzt viele junge Leute eingestellt, frischen Wind reingebracht. Ich sehe den Hunger, nicht nur den Wunsch, jeden einzelnen Grand Prix und jeden Titel zu gewinnen", merkte Binotto an.

"Ich wusste, dass wir die Fähigkeiten haben, konkurrenzfähig zu sein", erklärte der Ingenieur: "Aber ich wusste auch, dass wir zwei Saisons lang Opfer bringen mussten, bevor wir die Chance durch das neue Reglement nutzen konnten." Es sei dabei nicht leicht gewesen, an der Zukunft zu arbeiten, "wenn man jedes Wochenende eine Ohrfeige bekam."

Zwischen September 2019 und März 2022 war Ferrari ohne Sieg geblieben. Vor dem vierten Saisonlauf beim Ferrari-Heimspiel in Imola (Sonntag, 15.00 Uhr/RTL und Sky) führt Scuderia-Pilot Charles Leclerc nach zwei Siegen und einem zweiten Platz nun die WM klar an. Binotto setzt große Hoffnungen auf den Monegassen: "Er hat breite Schultern. Wenn er die Führung übernimmt, ist es schwer, ihn zu überholen: Er ist ein Magier im Nahkampf."

Red Bull habe allerdings "eine starke Entwicklungsfähigkeit", warnte Binotto vor dem Rennstall von Weltmeister Max Verstappen, der in der noch jungen Saison zweimal aus technischen Gründen ausschied - und einmal gewann.

Ferrari solle "wieder zu einem Vorbild für die Formel 1 und die Konkurrenten werden. Wir wollen den Mythos nähren, indem wird in jedem Bereich beispielhaft sind", erklärte Binotto: "Wir wollen in der Lage sein, dauerhaft an der Spitze zu sein."

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